Sonntag, 7. Juni 2009

Heute: Pa’a-Tag

Liebe Leute,

dies ist die Geschichte vom Einsamen Mathes. Der hängt nämlich derzeit auf Lanzarote und ist ganz allein. Und so richtig richtig spaßig ist das nicht. Aber – egal wen er auch im Vorfeld fragte, Team-Mitglieder, Familienangehörige, Pa’a-Freunde – niemand wollte ihm auf der Insel Gesellschaft leisten. Und das obwohl alles bezahlt und arrangiert war: Zimmer, Mietwagen, – fast keine Kosten! Und erzählt mir jetzt übrigens bitte nichts von „neidisch sein“ und so; wie gesagt, niemand wollte mit. Aber zu dieser Geschichte kommen wir später wieder.

Ach, ich hatte heute während des Tages Gedanken und Anekdoten für zwei oder drei Blogs. Nun aber sind sie alle wieder weg. Rausgefahren, Hirn weg gedrückt, Synapsen irgendwo zwischen El Golfo und dem Mirador del Rio auf der Strecke verloren – vielleicht ausgerutscht auf meinem Laktat, keine Ahnung.

Also lasst uns erst mal sehen was Martin so gemacht hat. Vielleicht fällt mir dann auch wieder das Eine oder das Andere ein. Vielleicht ja zwischen zwei Schlucken Cerveza. Nu aber Martin:

"Leute, Leute!
Was ist denn jetzt los?!? Es regiert immer noch die olle Schafskälte in Hamburg! Da wünscht man sich zu Mathes auf die Kanaren-Insel, oder nicht?! Geht mir auf jeden Fall so. Mathes, sei gegrüßt und genieße die Sonne!! Hier bleibt’s auch kommende Woche frisch und naß.

Nachdem ich die letzte Woche recht fleissig war, hatte sich ab Donnerstag ein kleines Schlappheitsgefühl bei mir breit gemacht, dass mir das Training ein wenig vermieste. Nicht, dass ich wesentlich weniger trainiert hätte, ich hatte nur nicht ganz so viel Druck und Spaß bei den drei Disziplinen. Ich tippe auf Wetterumschwungsschlappheit. Hm, vielleicht war’s auch eine nahende kleine Erkältung?! Nachdem ich mir dann gestern (Samstag) frei genommen hatte und mit Marias entzückenden Nichten ein Bauernhof-Fest (inklusive Öko-Pommes/Majo und sensationellen Kuchen-Ständen) nahe Lübeck besucht habe, ging es mir heute schon wieder besser.

So gut, dass ich richtig Lust auf ausgiebiges Radtraining hatte. Aber, durchgehend Regen hat’s mir vermiest. Also war mal wieder Rolle dran. Wozu hat man das Gerät denn? Und, da ich seit einiger Zeit auch mal ins Triathlon-Magazin schaue und dort stand, dass kurze heftige Intervalle eingebettet in eine relativ entspannte Einheit durchaus was bringen sollen, hab’ ich mir folgenden Rollen-Plan überlegt und umgesetzt. Eine Stunde Rolle und alle zehn Minuten zwei Minuten richtig Sabber-Volldampf. WOW, war das anstrengend! Mit Musik auf dem Ohr muss ich so laut geschnauft und gestöhnt haben, dass nach einer halben Stunde Maria ins Zimmer kam, um zu fragen ob alles in Ordnung sei. Sie hätte leidende Töne gehört. Ich konnte wenig dazu sagen, hab’ ich noch nach Luft gerungen, nach einer heftigen Intervall-Einheit. Manchmal glaub’ ich, die Kleine denkt, ich spinne. Nun gut. Nach einer Stunde war ich dann echt froh, dass es vorbei war und so hab ich Maria noch auf eine lockere Stunde zum Laufen begleitet.

Die Woche in Zahlen:

Montag: 3:20 Stunden Rad, 109 Kilometer
Dienstag: 2600 Meter Schwimmen inkl. Intervalle (10 x 100m)
Mittwoch: 2600 Meter Schwimmen inkl. Intervalle
Mittwoch: 2:07 Stunden Laufen, 26 Kilometer
Donnerstag: 0:59 Stunden Laufen, 11 Kilometer
Freitag: 2600 Meter Schwimmen, inkl. Intervalle
Freitag: 1:09 Stunden Laufen, 13 Kilometer
Samstag: frei
Sonntag: 1:00 Stunde Rolle, 5 x 2 Minuten Intervalle
Sonntag: 1:00 Stunde Laufen, 11 Kilometer

Woche gesamt: 12:29 Stunden

Bis nächste Woche! Sonnige Grüße aus dem verregneten, kalten Hamburg.
Pa’a!
Martin"


Nun ja, es regnet in Hamburg. Wäre er mal besser mitgekommen. Die an der Rezeption haben auch schon gefragt "Does Martin come?", was ich leider mit "No" beantworten musste. Nun ja, er hat gerade Heft-Abgabe und das alte Thema Job ist Job und Schnappes Schnappes. So ist es halt, geht ja eigentlich allen so.

Aber das zu Hause immer noch so ein mieses Wetter ist, das passt natürlich nicht so richtig in die Vorbereitung. Aber der Junge ist ja immer noch fleißig. Über zwölf Stunden, das kann sich doch nun wirklich sehen lassen.

Und noch kurz an Wien-Martin. Gerne hätte ich vor dem Ironman einen Wettkampf gemacht – einen Kurzen, oder einen Sprint. Einfach, um sich gedanklich einzuschießen. Hat aber irgendwie nirgends in die beruflichen und alltäglichen Dinge reingepasst. So ist es halt, wir sind ja keine Profis. Einen Halb-Ironman muss ich nicht vorher haben. Wozu? Körperlich bereite ich mich ja mit Training auf das Rennen vor. Aber – wie ich immer sage – jeder wie er’s mag. Wir gehen da halt manchmal andere Wege – wie auch im vergangenen Jahr. Und, hat’s geklappt?!

So, ein bisschen was ist mir wieder eingefallen. Lasst uns mal kurz bei den etwas unschönen Dingen anfangen. Anna und ich haben nämlich einen kleinen Verdacht. Und zwar sind derzeit ja nicht mehr all zu viele Triathleten/Radfahrer auf der Insel. Und irgendwie grüßen sich hier alle Zweiradfahrer recht deutlich. Und dann kam uns ein Triathlet entgegen – und der grüßte nicht. Wir folgern: Kann es sein, dass unsere eigenen Leute es sind, die nie oder fast nie grüßen?! Kann es sein, dass da immer jeder meint, er sei der Tollste und wenn, dann sollten doch bitte die anderen, die nicht so toll sind wie man selbst, zuerst grüßen?! Ich glaube fast, das ist so. Ich glaube langsam wirklich, dass sich das Volk der Triathleten, von zu Beginn Pionieren und Vorreitern, die sich freuten und wild winkten, wenn sie einen Gleichgesinnten trafen, zu einer Egozentrischen, leicht arroganten wabernden Masse verformt hat, in der sich jeder selbst der nächste ist. Jeder ist der Tollste, auch wenn er entweder leistungsmäßig gar nichts drauf hat (was überhaupt nicht schlimm ist!) oder aber (viel schlimmer) sozialhygienisch total unterbelichtet ist.
Ich für meinen Teil finde es hier zur Zeit total schön. Kommt mir ein Hobbyfahrer (der ich ja auch bin) mit nem Montainbike entgegen, grüße ich. Kommt mir ein Radler (jedweder Art) entgegen, grüße ich auch. Und alle grüßen zurück. Ich bin jetzt schon gespannt, wie es demnächst wieder auf dem Deich läuft.

Themawechsel. Nun bin ich ja ganz allein hier – einsam sozusagen. Aber auch schon in der vergangenen Woche, als Anna noch hier war, liefen mir an jeder Ecke der Insel Erinnerungen über den Weg:
Ein Stück Insel für Dich, Dirk!

Das saß ich mit Anna in einem der Fischrestaurants in El Golfo und musste sofort daran denken, wie ich dort vor etwas über einem Jahr mit Dirk gesessen habe. Es war ein aktiver Ruhetag und wir zwei sind da gemütlich hingerollt. Und dann war das auch noch lecker! Und das Meer nur 20 Meter entfernt. Herrlich. Mein Freund, ich hätte Dich gerne wieder dabei gehabt.
Und dann habe ich an der gleichen Stelle, wo ich Dirk damals fotografiert habe, diesmal Anna abgelichtet. Wenn ihr Euch fragt welche Stelle ich meine, dann müsst Ihr mal im Lanzarote-Blog im Januar nachsehen. Da müsste Dirk zu sehen sein, stehend in den Pedalen, und hinter ihm nur der Himmel und das Meer.

Auch Thomas hat ein Stück Land hier

Fast an jeder Ecke musste ich vergangene Woche auch an Thomas denken, denn mit ihm war ich die meisten Touren gefahren. So sind wir die steile Seite nach Femes hoch gefahren – was eine Ackerei! Und Abends haben wir oft Billard gespielt. Auch eine tolle Erinnerung. Und natürlich denke ich an unseren Versuch, 200 Kilometer zu fahren, den wir aber einfach zu spät gestartet haben, so dass wir wegen absoluter Dunkelheit bei 196 Kilometer aufgeben mussten. Auch dazu gibt es im Lanza-Blog noch ein Foto! Auch mit Dir, Thomas, wäre ich gerne hier wieder geradelt.

Martins Stück Lanzarote – wird auch noch eine Weile halten

Und an Martin musste ich denken als ich zum Mirador del Rio hochgefahren bin. Da habe ich nämlich an der steilsten Stelle einen Angriff gesetzt, und bin Martin und Thomas weggefahren. Nein, dass war jetzt nur ein Scherz. Nicht die Situation, aber das dies die einzige Erinnerung war. Vielmehr nämlich erinnere ich mich daran, wie Martin eine halbe Stunde später Thomas und mir weggefahren ist. Kurz hinter Arrieta drückte er dermaßen in die Pedale, dass wir einfach nicht mehr mitkamen. Zack, weg war er – und ward bis zum Abend in der Pizzeria nicht mehr gesehen! Und noch einmal das Gleiche: Dich könnte ich als Trainingspartner hier gut gebrauchen.

Und ein Stück für Anna!

Mit Anna musste ich in der vergangenen Woche quasi erst Erinnerungen schaffen, denn sie war ja damals nicht mit auf Lanzarote im Trainingslager gewesen. Und so lernte sie die Insel erst jetzt richtig kennen. Im Rennen beim Ironman nämlich, fliegen ja die Dinge nur so an einem vorbei, und in der Woche vor dem Rennen war sie krank gewesen, und konnte sich die Insel nicht mit dem Rad erschließen.

Und so war es unheimlich interessant, wie ihr jetzt die einzelnen Ecken, damals nur im vorbeifahren verschwommen wahrgenommen, wieder auffielen und ihr das Rennen zurück brachten. Mit einem Mal konnte sie sich an Gedanken, Hochgefühle, aber auch Schmerzen und Zweifel ganz genau wieder erinnern. Und ich glaube, dieses Mal hat ihr Lanzarote richtig Spaß gemacht. Das liegt gewiss auch daran, dass wir uns die Insel diesmal ganz genau angesehen haben. Wir sind in vielen Museen gewesen, haben die Höhlen und Häuser Cesar Manriques besucht und bestaunt! Unglaublich was dieser Mann hier und für die Insel geleistet hat. Sehr sehr beeindruckend!
Und wir sind auch Straßen gefahren, die wir Jungs zuvor noch nie gefahren sind. Echt wahr. Und so hoffe ich doch, dass Ihr alle noch einmal hierher kommt, um Euch die Insel, den Ort Eures großen Abenteuers, Eures großen Erfolges (!) noch einmal genau anzusehen, und um wahnsinnig schöne Erinnerungen wieder zu erleben. Ich sage Euch, es ist, als liefe ein wunderbarer Film ab, wenn man wieder hierher kommt.

Kämpft für Euer Ziel!

Und natürlich gibt es noch ein paar Schriftzüge, die auch alle anderen Sportler, tausende Triathleten und Radfahrer, an Euch erinnern. Und viele werden sich fragen, was bedeutet Pa’a, und wer sind diese vier Leute, deren Namen in so großen und deutlichen Lettern auf dem Asphalt geschrieben stehen, wie sonst keine.
An dieser Stelle möchte ich auch wahnsinnig liebe Grüße an Nadine und Dirk schicken, ohne die es diese Anfeuerung nicht gegeben hätte. Hatten wir drei einen Spaß in dieser Nacht!! Auch wenn Ihr diesen Blog nicht mehr regelmäßig lest, so hoffe ich doch, dass Euch dieser Umarmungsgruß irgendwie erreicht.

Das ist mein Foto! Ein persönlicher Rückblick auf etwas Tolles, was wir gemeinsam gepackt haben!!

Tja, liebe Leute, Ihr merkt schon, hier passiert was mit dem Müller. Es ist einfach so, dass uns dieses Erlebnis vom letzten Jahr niemals mehr verlassen wird. Manchmal ist es mir heute noch unerklärlich, wie wir alle – und insbesondere die Vier – das alles geschafft haben, was ich ihnen auf ihre eigenes Verlangen hin, aufgetischt habe. Aber nach wie vor ist es auch heute noch so, dass man eine solche Aufgabe bewältigen kann. Und zwar besser mit entschlacktem Training, also nicht zu viel Brimborium, als mit lauter WST, GAI, II und was weiß ich was.

Ach übrigens, es gibt, wie ich meine, ganz schöne Nachrichten: Erstens: Ihr könnt im nächsten Frühling alle Trainingstouren hier auf Lanzarote nachfahren. Denn ich fertige einen Rennrad-Reiseführer über die Insel an. Das ist auch der Grund, warum Anna und ich für 90 Kilometer gut sieben Stunden unterwegs waren.
Zweitens: Wenn alles gut läuft könnt Ihr ebenfalls im nächsten Frühjahr, unser Projekt als Buch bekommen. Das ist dann allerdings nicht nur unsere Geschichte, sondern das ganze Paket angereichert mit Plänen und Ernährung und und und. Sozusagen, zum Nachmachen. Was haltet Ihr von der Idee?

Juut, wo geht es weiter – Halt, erstmal Licht machen – so jetzt: Ach, ich wusste es ja, die meisten Gedanken sind futsch. Wobei, wir haben ja schon ne Menge geschrieben.

Dann also vielleicht zu meiner Woche: Nun ja, so richtig viele Kilometer bin ich mit Anna, wie oben ja erläutert, nicht gefahren. Und auch das Laufen ist nicht ausgeartet. Das Schwimmen? Naja, was glaubt Ihr?! Aber der Reihe nach:

Montag Morgen ich tatsächlich um 8 Uhr ins Schwimmbad. Schwimmen ist hier übrigens echt toll. Ich weiß nicht genau wie sie es machen, aber das Wasser ist so gut wie nicht gechlort und während ich zu Hause nach einer Schwimmeinheit den ganzen Tag Probleme mit einer triefenden Nase habe, ist hier dergleichen überhaupt nicht zu beklagen. Super! So 2500 Meter bin ich dann auch gepaddelt. Und dies ist zugleich eine Art Wortspiel, denn ich wollte zum Thema Paddles, mit denen ich fünf mal einzundert Meter geschwommen bin. Seit rund 18 Jahren habe ich die Dinger schon, aber nun muss ich „hatte“ schreiben. Denn nach der Einheit habe ich sie am Block liegen lassen. Trotz mehrfachen Nachfragens, nein, niemand hat sie gefunden. Beziehungsweise niemand hat sie abgegeben. Gefunden hat sie jemand, sonst hätten sie ja später noch dort gelegen, wo ich sie vergessen hatte. Irgendwo in Europa schwimmt also demnächst jemand mit meinen gelben Paddles. Da steht sogar „m.m.“ drauf. Wenn Ihr sie seht, schnappt sie Euch – und vermöbelt den „Finder“.

Am Nachmittag dann mit Anna nach El Golfo. Natürlich gab es während der Runde auch eine schöne gegrillte Dorade und Sardinen – ich muss den potenziellen Lesern ja auch Empfehlungen aussprechen, ausschreiben können!
Dienstag Morgen dann die Episode mit dem Halbmarathon. Na, das habe ich ja schon geschildert. Also das war wirklich ne Nummer. Da denkt man an nix Böses und plötzlich: Time-Chip, Startsignal, und Los.

Anna zum zweiten Mal in ihrem Leben auf dem Weg zum Mirador del Rio – im Hintergrund La Grocia

Am Folgetag sind wir dann zum Mirador del Rio hoch gefahren. Und endlich war ich mal in dem Café drin. So schön. Auch ein Werk Manriques. Wow. Einen Tag später haben wir uns dann das totale Kulturprogramm gegönnt – alles während einer Radtour wohlgemerkt. Zuerst haben wir uns das Museum am Monumento al Campesino angeschaut. Dann weiter zur Fundacion Cesar Manrique – ein Traum! Und dann auch noch weiter zu den Jameos del Agua, ebenfalls made by Cesar Manrique – fantastisch. Immerhin sind noch 96 Kilometer zusammen gekommen. Und Abends schnell auf einen Tausender und ein bisschen ins Wasser.

Am Freitag sind wir dann nach Puerto Calero geradelt. Anna war nicht so sehr stark drauf, und so haben wir es bei 60 Kilometer belassen. Es muss ja auch kürzere Runden in einem Rennradführer geben. Logisch.
Dafür haben wir uns noch die Cueva de los Verdes reingezogen. Die hat diesmal Jesus Soto inszeniert. Auch sehr beeindruckend!
Für ein abendliches Schwimmeinheitchen war aber natürlich noch Platz.

Und Samstag war für Anna schon Reisetag. Sie wollte gerne noch bei Famara ins Meer, und so bin ich dort hin gelaufen – recht zügig – und dann ab rein in die Fluten. Ab 17 Uhr, Anna war abgereist, kam dann schon die große Einsamkeit. Bin dann vor lauter Frust ins Becken und 3000 Meter am Stück geschwommen. Das hatte zwei Seiten. Die eine Gute, schließlich bin ich schon 4 Jahre nicht mehr so weit geschwommen, und es ging eigentlich ganz ordentlich. Auch wenn ich zum Ende hin müder wurde, so weiß ich doch, dass ich es am 5. Juli schaffen werde.
Die andere Seite: Es war leidlich langsam. 54’27 Minuten habe ich dafür benötigt. Das wäre dann eine 3,8er Zeit von rund 1:10 Stunden. Und somit kann ich meinen 9:30er-Traum eigentlich schon ein weinig vergessen. Denn dafür muss alles super laufen. Und das hieße eine 1:02 oder so. Und das – so viel kann man schon sagen – wird einfach nichts werden. Naja, ist ja auch kein Weltuntergang.

Und dann kam der heutige Tag. Alter Schwede. Ich benötigte dringend noch ein paar Fotos, wo mehr als nur in Radler (respektive Anna oder ich) drauf zu sehen ist, also schloss ich mich einer Gruppe an. Das ging so um 9:30 Uhr los, und nach 2:35 Stunden und 79 Kilometern standen wir wieder hier. Das ist so ein 30er Schnitt, was bei 1060 Höhenmetern (Tinajo, Femes, Feuerberge) gar nicht so schlecht ist.
Ich bin dann kurz ins Zimmer, habe die Einheit notiert, eine Stulle gegessen, drei Gläser Cola, und ab ging es wieder. Es war ja noch Zeit. Und dann war mir auch noch eine Streckenbeschreibung von den LaSanta-Jungs in die Hände gefallen, die da eine 119er Runde mit knapp 2000 Höhenmetern vorschlug. „Ach, warum nicht“, dachte ich mir und bin einfach los. Nun war ich aber schon von de ersten 80 ganz schön angeknockt, denn in der Runde waren einige Bergsprints und andere Leistungsspitzen drin enthalten gewesen.

Den Geist des Buches – und auch zwei Flyer – immer dabei

Also erstmal in Teguise noch eine Cola geschlürft. Dann hoch zum Mirador de Haria und über Tabayesco hinab nach Arrieta. Dort direkt wieder hoch Richtung Haria und Mirador del Rio. Schon dort merkte ich, dass es heute schwer werden würde. Es blieb mir also nichts, außer mich zu konzentrieren und ab und an mit einem kleinen Gang vorlieb zu nehmen. Auf dem Mirador del Rio war ich schon mächtig satt, aber eben nicht im Sinne des Wortes. Also Riegel rein und runter nach Arrieta. Dort plünderte ich die Tankstelle. Martin und Thomas kennen das ja nur zu gut. Ein Liter Cola, ein Liter Wasser, ein Baguette, Käse und gekochter Schinken. Das hat geschmeckt.

Hammsterkauf an der Tanke in Arrieta

Leidlich nur, dass ich direkt 300 Meter weiter wieder nach Tabeyesco abbiegen musste, wo es dann 550 Höhenmeter über 10 Kilometer nach oben ging. Bäh-Pfui! Oben angekommen machte sich jedoch auch schon der erste Triumphgedanke breit. Nun konnte mich nichts mehr aufhalten. Und zu Hause stand ich dann mit insgesamt 202 Kilometern und (Achtung!) 3120 Höhenmetern! Gut, zum Schwimmen bin ich nicht mehr gegangen. Ich dachte, nach 7:25 Stunden im Sattel sei das nicht mehr nötig.

Hier meine Woche:

Montag: 2500 Meter Schwimmen
Montag: 3:10 Stunden Rad, 80 Kilometer, Schnitt 24 (nur mal so zur Info) 950 HM
Dienstag: 25 Kilometer Laufen, darin: Halbmarathon: 1:35 Stunden
Dienstag: 2000 Meter Schwimmen
Mittwoch: 4:10 Stunden Rad, 102 Kilometer, 1400 HM
Mittwoch: 30 Minuten Laufen, 5 Kilometer
Donnerstag: 3:51 Stunden Rad, 96 Kilometer, 1100 HM
Donnerstag: 1500 Meter Schwimmen
Freitag: 2:50 Stunden Rad, 60 Kilometer, 800 HM
Freitag: 2300 Meter Schwimmen
Samstag: 54 Minuten Laufen, 11 Kilometer
Samstag: 3000 Meter Schwimmen
Sonntag: 7:25 Stunden Rad, 202 Kilometer, 3120 HM

Das macht insgesamt:
11300 Meter Schwimmen
41 Kilometer Laufen
540 Kilometer Rad
Stunden: 28,5

So, nun habe ich hier schon zwei Stunden geschrieben. Ich hoffe, es ist etwas unterhaltsames dabei.

Gehabt Euch wohl und drückt mir die Daumen, dass ich hier noch ein wenig was hinbekomme. Einen Billard-Partner werde ich wohl nicht mehr finden. Auch egal.

Herzlichst, Euer mathias

Kommentare:

Martin hat gesagt…

Hi Mathes! Toller Eintrag!
Und, danke für die schönen Bilder. Schon beim Betrachten kommen viele Erinnerungen hoch.

Und, spitzen Wochenpensum! Chapeau! Besonders von den zahlreichen Schwimmeinheiten bin ich begeistert!;-)
So einfach kann es gehen, wenn die Schwimmbahnen in unmittelbarer Entfernung des Bettes liegen, was?! Weiter so!

Genieß die Tage in der Wärme, sei schön fleißig und bleib gesund.

Pa'a.
Martin

Tim hat gesagt…

Hey Mathias!

Wow das klingt ja echt abgefahren. Bei dem Wetter bin ich echt neidisch auf dich.
Ab wann kann man wo Buchvorbestellungen machen? ;-)

Zwischen meinem Abistress war am Samstag bei mir Mitteldistanz angesagt. Nun ich habe sie mit meinen 19Jahren in einer Zeit von 5:06:32 gemeistert.
Das Schwimmen war in einem kleinerem "Teich" und da ich vom Schwimmen komme ging das mit 30:40 relativ schnell, da war ich als 12. aus dem Wasser. Die Raddisziplin bestand aus 2Runden und da es Herrenkoogtriathlon war, also nördlich von Husum, ging es auch raus auf den Deich. Naja Zeit war dort eine 2:33:37. Der abschließende Halbmarathon entwickelte sich für mich zu einer Grausamkeit allerbester Sahne^^
Zeit war 1:59:55 :-D
Habe die Kilometer 13-15,5 gehen müssen vor Waden- und Gesäßkrämpfen, aber ich hab mich dann durchgebissen und bin bis ins Ziel durchgelaufen und hab auf der Ziellinie einen Mitstarter noch überholt :-)
Platz 1 bei den Junioren und Platz 40 von 120 in der Gesamtwertung.
So und nun wird weiter fürs mündliche Abitur nächste Woche gelernt.

So viel von meiner Front.

Grüße aus Schleswig
Tim

RoadrunnerHH hat gesagt…

Hey Mathias!
Danke für den Blog-Post! Der bringt etwas Sonne hier ins immer noch trübe Hamburg!
Es klingt immer mehr so als ob ich die Insel nächstes Jahr auch mal besuchen muss! Da würde dann so ein Radführer natürlich super ins Gepäck passen. Ich kann mich da Tim nur anschließen. Wo kann man wann die Buchvorbestellungen abgeben?
Weiter viel Spaß auf der Insel!
Viele Grüße
aus Hamburg
Florian

Maik hat gesagt…

Hey Mathias,

Du hast doch glatt vergessen Dir den Titel "Mann-der Woche" zu verpassen! Und was das Schwimmen angeht ist das letzte Wort sicherlich noch nicht gesprochen. In Austria hilft der Neo und der Sog der Masse. Mein Tipp ist Sub 1:05 und alles was Du langsamer schwimmst gibt ne Kiste (Holländer-) Bier (pro Minute). Schöne grüße Maik (Letzte Woche After Work Pa’a-Challenge: 41:44min mit gnädigem Wettergott bzw. Wind)

mathias hat gesagt…

- Tim: tolle Leistung!! Sehr schnell. Wenn Du noch ein paar Jahre Schnelligkeit trainierst, wird da später mal ein richtig schneller Ironman draus. Weiter so!
- Maik: Sehr gute Pa'a-Challenge, noch mehr, da Du ja nicht so richtig richtig im Training bist. Übrigens: du wäret mal besser mitgekommen. Und wie jetzt, muss ich zahlen wenn ich langsamer bin? Ne, Du oder?!
- alle anderen: heute war erst mal Ruhe angesagt. Das heißt hier, nur 12 Laufen und am Abend ne Runde schwimmen. Seid gegrüßt.
Pa'a! m.

Dirk Kröger hat gesagt…

Wonderful memory - great spirit - Pa´a - love and miss you my friends

Maik hat gesagt…

Ja, Ja und Ja. Ja, ich mache jetzt mehr und bin auch schon sehr gut dabei (nur noch 3,5kg ;-)) - es geit los! Ja, ich wäre mal wat besser mitgekommen, aber wie sagst Du selbst so schön: "Job ist Job und Schnaps ist Schnaps. Und ohne Brötchen auf dem Tisch..." wird die Familie gnadderich. Ja, Du bekommst ne Kiste Bier pro Minute die Du langsamer als 1:05 schwimmst. Wenn Dich allerdings ne Kiste Bier so antörnt das Du extra langsam schwimmst (was natürlich völlig absurd wäre), dann kriegste ne Kiste pro Minute die Du schneller als 1:05 schwimmst. Such es Dir aus! So - hau rein und baller nochmal ne schöne Trainingswoche raus! Gruzzz Maik

Anonym hat gesagt…

Wieder einmal ein "Danke" für den tollen Bericht und die emotionalen Rückblenden. Weiter so! Grüße Rainer