Montag, 20. Oktober 2008

Goldener Oktober

Liebe Leute,

da bin ich wieder. Eigentlich wollte ich Mitte der Woche schon mal was schreiben, aber derzeit ist so viel los, sowohl im Job, als auch zu Hause, da habe ich es einfach nicht geschafft. Denn, und das ist ja doch nun anders als beim Lanzarote-Projekt, ich muss ja auch meine Einheiten machen. Und ich war einigermaßen fleißig in der vergangenen Woche. Aber dazu später mehr.

Erst einmal möchte ich kurz Cornelia grüßen. Denn sie hat ja eine Situation beschrieben, die wohl jeder schon mal erlebt hat. Da rennt man nach einer Pause los und denkt sich "Wow, ich wusste gar nicht wie gut ich laufen kann". Aber dann, nur wenige Minuten später, fühlen sich alle Systeme so an, als sei man gerade von einem Trecker überfahren worden. Ich zumindest musste richtig lächeln, als ich den Kommentar von Cornelia gelesen habe.
Na, und genau so ging es mir ja vor zweieinhalb Wochen auch.

Nun bin ich jedoch schon in der nächsten Phase. Die fühlt sich zwar genauso zerschossen an, nur gibt es jetzt einen Grund dafür, nämlich Training.
Apropos Training: Herzlichste Grüße nach Bukarest zu Sören. Ich weiß nicht ob Ihr das alle beim letzten Blog mitbekommen habt. Sören hat sich auf den Ironman Lanzarote vorbereitet, und das gesamte Radtraining auf der Rolle bestritten. Eine harte Sau halt. Und ein wenig verrückt. Positiv verrückt. Und sympathisch auch. Denn auf Lanzarote haben wir ein paar Bierchen getrunken. Sag mal Junge: Wie war denn der Marathon?

DER Apfelbaum in den Vierlanden.

Zurück zur Woche. Die hat ja nun am Montag angefangen. Und was soll ich sagen, ich hatte natürlich nach dem Büro wieder keine Lust zu trainieren. Da habe ich mich eines cleveren Schachzuges bedient: Ich habe einfach gewartet bis Anna vom Job zurück kam und sie dann überredet, mit mir zu joggen. Zu zweit geht es einfach besser. Und Anna, anfangs zwar müde, hat sich später auch gefreut. Und so viel kann ich bereits verraten, ich konnte sie noch zwei weitere Male zum Joggen und einmal zum Radeln überreden.

Das schmeckt besser als jeder Energieriegel

Apropos Radfahren. Da gibt es in den Vierlanden diesen kleinen Apfelbaum der so unwahrscheinlich voll mit roten Äpfeln hängt. Es gibt keine Runde im Herbst, wo ich dort nicht anhalte und mir schnell einen pflücke. Einen oder Zwei. Oder drei. Naja, meist einen für den akuten Hunger und vier weitere für zu Hause. Anna freut sich immer, wenn ich ihr Äpfel mitbringe. Und es lohnt sich. Lecker, lecker, lecker. Kleiner Nachteil: Vier Äpfel in der rückwärtigen Jackentasche ziehen das Textil dermaßen Richtung Hinterrad, dass die Jacke vorne am Hals mit jeder Sekunde enger wird.

Die Zutaten für eins meiner Lieblingsmenüs

Aah, bevor ich weiter erzähle, muss ich noch ein weiteres Detail von meinem Ernährungsplan preisgeben. Es ist ja für mich schon gefühlte Winterzeit. Die fängt nämlich genau dann an, wenn es bei Aldi wieder Spekulatius gibt. Das ist der Zeitpunkt, an dem ich meinen Kakao nicht mehr mit kalter sondern mit heißer Milch trinke (selbstverständlich kommen in heiße Milch mindestens zwei bis drei Löffel mehr Kakao als in Kalte. Klar!).

Und so sieht es dann auch, mein Energiebrot

Und wenn ich dann vom Training Heim komme, vor allem wenn ich vom Radtraining zurück komme und ein wenig fröstel, dann mache ich mir eben so einen heißen Kakao. Anbei schmiere ich zwei, oder drei – einen Abend im Wahn sogar fünf – Brote mit Margarine. Dann tunke ich die Spekulatius in den Kakao und lege sie aufs Brot. Ich kann Euch gar nicht sagen wie lecker das ist. Wow!!! So süß, so warm, so jammijammi.
Also jetzt bitte nicht angewiedert den Kopf schütteln, sondern vielleicht einfach mal probieren. Ich kann dazu nur sagen, dass Anna schon ganz oft über manche Mixturen von mir gelacht hat. Aber dann, wenn sie sich einmal getraut hat, ist sie der Sucht ebenfalls erlegen. Jepp.

Jutchen, zum Training: Hier ist meine Woche in Kürze zusammengefasst:

Montag: 1:05 Stunden Laufen
Dienstag: 1:15 Stunden Rolle
Mittwoch: Wieder Laufen
Donnerstag: Wieder Rolle
Freitag: Ruhe
Samstag: 1:05 Stunden Laufen; 2:40 Radfahren
Sonntag: 3:05 Stunden Radfahren

Das macht gesamt irgendwas mit 11:15 Stunden. Ohne Schwimmen. Ähem.

Leute, der Freitag (siehe oben), das war echt so eine Nummer. Super Wetter und um ca. 14 Uhr Feierabend. Was hätte ich trainieren können. Aber dann rief mich ein Kollege aus einer Frittenhöhle in Ottensen (also direkt bei uns um die Ecke) an. Tja, und schon war es statt ner Runde Radeln oder Laufen eine Currywurst mit Pommes und Majo. Dazu ein kleines Bierchen. Und dann musste ich noch eine Präsentation vorbereiten, und plötzlich war der Freitag gelaufen – ich hingegen nicht.

Na, dafür habe ich das am Samstag wieder rausgeholt. Wobei ich mich nach der Stunde laufen mit Anna, auf dem Rad ganz schön schwer getan. Aber immerhin, die Apfelquote stimmte.

Apfelernte nach einer Ausfahrt von Anna und mir

Samstag Nachmittag sind wir dann zu Susanne und Thomas nach Wedel. Die Beiden hatten auch unseren Blog verfolgt und waren beim Grillen nach dem Lanzarote-Erfolg dabei. Und seit dem gibt es einen lockeren Kontakt. Und das war wirklich sehr nett. Schon komisch, was auch so einer Sache wie dem Projekt und dem Blog alles werden kann.

So zum Beispiel auch am Sonntag. Da war nämlich Matthias mit seiner Freundin Christin bei uns, um T-Shirts von Anna abzuholen. Matthias hatte uns bei Stern-TV gesehen und sogleich mit dem Rauchen aufgehört und mit dem Sporteln angefangen. Mittlerweile hat er ein Rennrad gekauft und auch schon einen ersten Sprint-Triathlon bestritten. Und seine Liebste hat gleich auch zugeschlagen und trainiert nun auch. So ein wenig macht uns das schon stolz, wenn Leute uns sagen, dass sie aufgrund unseres Projekts mit Sport angefangen haben. Schön.

Kaffee und Kuchen – irgendwie muss die Energie ja wieder reinkommen

Die Beiden sind dann recht bald verschwunden und Lauf-Lunge-Norman kam mit seiner Becci. Kuchenessen (von den Äpfeln, die wir bei der Radrunde gepflückt haben) und Kaffee waren angesagt. Logisch, um 16 Uhr Nachmittags. Nur war der Kuchen noch im Ofen, und so mussten wir die Lücke mit zwei Gläschen Prossecco überbrücken. Aber dann ging’s los. Na, – und ich steh halt auf Sahne – auf dem Kuchen, im Kaffee, überall und viel.

Nun denkt Ihr bestimmt, der Müller rastet total aus: Spekulatius auf Brot, Sahne ohne Ende, Prossecco. Von den Bierchen, die ich in der gemütlichen Runde bis 23 Uhr abends getrunken habe, mal abgesehen.
Aber so ist das nicht. Ich kann das alles erklären! Öhmmm – wie Ihr oben gesehen habt, war ich ja wirklich fleißig. Und dann muss man sich auch mal was Gutes tun, oder?! Wie sagt der Kölner: Man muss auch jönne könne! Sag ich doch.

Aber kurz zurück vor das Kaffeekränzchen. Da haben Anna und ich mich nämlich mit Norman auf eben die Apfelpflück-Radel-Runde getroffen. 80 Kilometer haben wir zusammengekratzt. Und eins kann ich Euch sagen. Anna – wow. Fast fünf Monate nix gemacht, aber dann fahren wie ne Große. Wirklich beeindruckend. Ich hoffe, sie macht ab jetzt wieder ein wenig mehr. Mal sehen. Sie hat in den nächsten zwei Semestern wohl ziemlich viel um die Ohren.

Apropos viel um die Ohren. Thomas hat sich Anfang der vergangenen Woche gemeldet. Seht selbst:

Hallo zusammen, Hallo Mathias,

ich weiss noch nicht ob das für mich ein richtiger Neuanfang sein wird, den nehme ich mir nämlich schon seit mehren Wochen vor, aber es kam immer etwas dazwischen. Schön, dass die Ausreden, trotz aller Hektik im Leben, gleich bleiben. Wenigstens die.


Leute, ist das wirklich schon wieder so lange her? Fast schon fünf Monate, fünf Monate in denen ich wenig bis gar keinen Sport getrieben habe. Dies soll sich nun wieder ändern, verflixt. Meine Anmeldung für Klagenfurth steht, es MUSS sich ändern. Nun gut, die Im-Dunkeln-Laufsaison habe ich heute (Montag) wieder eingeläutet, knappe 58 Minuten mit einem durchschnittlichen Puls von 132 und ich muss immer wieder feststellen, es tut gut sich zu bewegen. Mathias hatte wie, so oft einen Wink parat: Den Zaunpfahl nehme ich jetzt ganz einfach mal für mich in Anspruch, "wir brauchen keine Antidepressiva".

Mit der heutigen Einheit habe ich aber nicht begonnen, am Sonntagmorgen habe ich mal eben eine 1:09 Stunde rausgehauen. Puhhh, die Stunde war hart, die Beine recht schwer aber das schlimmste war echt die Atmung. Das hörte sich wie bei einem Asthma-Erkrankten an. Ich mache mir jetzt deswegen erst mal keine Sorgen, das prinzip Hoffnung kennt ja nun mal jeder.
Dafür sorgt mich jeden Morgen meine rechte Ferse und plagt mich mit Schmerzen, Fersensporn? Es war trotzdem eine superschöne Einheit, bei Sonnenschein, die vielen herbstlichen Farben zu geniessen, den Wald zu atmen. Der Herbst hat doch wohl einen tollen Duft, oder?!

Falls es jemanden hier interessiert, ich versuche mein eigenes Golfspiel zu verbessern, das ist der Sport den ich in der letzten Zeit vermehrt ausübe. Man mag es kaum glauben, aber auch hier scheint sich, wie beim Triathlon auch, durch Training ganz langsam eine Besserung, sprich Leistungssteigerung einzustellen. Aber wirklich nur ganz langsam. Eins könnt ihr mir glauben, meine Geduld wird hierbei auf ein harte Probe gestellt. Dagegen war der Ironman ein Spaziergang. Aber eins habe ich auf Lanzarote und im Training davor verinnerlicht: "Schritt für Schritt für Schritt."

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Zeit.

Es grüßt euch ganz herzlich, Thomas



Jo, da war er mal wieder, der Thomas. Wollen wir hoffen, dass er die Kurve wieder kriegt. Der Winter ist ja eigentlich die Zeit, wo er mehr Zeit hat zum Trainieren. Abwarten.

So, hab ich was vergessen? Ich glaube nicht. Aah, doch: Heute ist nämlich Montag und ich war schon wieder fleißig. Eine Stunde bin ich gelaufen. Nicht schnell, eher langsam. Aber gelaufen, immerhin. Es ist ja noch Zeit, und derzeit kann alles langsam passieren.

Wie auch immer, ich habe die zweite Woche mit gut 10 Stunden hinter mir. Das ist mir fast schon unheimlich. Wo soll das enden? Ach, ich hätte da schon eine Idee. An alle: dranbleiben!

Herzlichst, Euer mathias

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Schoenes Update! Irgendwie beneide ich Euch um den Herbst... Es passt irgendwie nicht; auf Weihnachten zuzugehen und den Badeanzug startklar machen zu muessen....
Aber dafuer sind bei uns die Tage jetzt laenger. Ist auch schoen!

Danke nochmal fuer die Aufmunterung Mathias, es doch zu probieren (Hawaii-Quali). Ich werde es langsam angehen. Denn aehnlich wie Thomas kaempfe auch ich mit Schmerzenb in der rechten Ferse. Und bei mir ist der Fersensporn schon laenger diagnostiziert... Sehr aergerlich und langwierig. Jetzt versuche ich mit allen Mitteln mich zurueckzuhalten. Schon komisch, wie die Psyche funktioniert. Erst hatte ich in der letzten Zeit ueberhaupt keine Motivation und jetzt, wo ich nicht "darf", will ich nichts lieber machen als Laufen...
Euche eine schoene Trainingswoche!

Enka

Anonym hat gesagt…

Hey Mathes!...Das Wetter lädt momentan doch wirklich zum Sporteln im Freien ein,oder?!So stellt man sich den GOLDENEN HERBST vor!!...:-) Schön,daß Du Deinen Schweinehund mal wieder besiegt hast!Du kannst Dich wirklich glücklich schätzen,daß Du Anna hast!!Zu 2.-und dann auch noch mit der Geliebten-macht es ja einfach doppelt Spaß!... :-) Ich bin letzte Woche fast 50km gelaufen!Ohne Probleme!Wahnsinn so ein Körper!Ich bin wirklich stolz auf ihn!...;-> Heute Abend geht mein Kraullernkurs los!Wenn ich mich also nicht mehr melde ab jetzt,bin ich abgesoffen!... :-/ Liebe Grüße+eine tolle Woche!... *Alex*

Anonym hat gesagt…

Hi & Danke fuer die Gruesse!

Der Marathon war mit 3:39:00 9 Minuten am Ziel vorbei und leider auch 90 Sekunden an der Bestzeit. Bin auf den letzten 10km einfach voellig abgekackt. War aber trotzdem schoen. Und ein wenig skurril, haben die doch tatsaechlich fuer 89 Laeufer quasi die ganze Bukarester Innenstadt gesperrt.

Mein Neid ob Eures "Goldenen Herbstes" ist mit Euch. Bei mir sind auch bei gutem Wetter Smog und agressive Strassenkoeter angesagt...

Viele Gruesse
Soeren

Christian hat gesagt…

Soeren,

was hast Du denn angestellt, dass Du nach Bukarest verbannt wurdest? Etwa Aepfel in den Vierlanden geklaut ;-)

Die Marathonzeit ist doch super. Wenn man die auf den Hamburg-Marathon umrechnet, waers't Du locker unter 3:30 geblieben. Gab es denn wenigstens mehr Zuschauer als Laeufer?

Gruss Christian.

Matthias hat gesagt…

Hallo Mathias,

erstmal noch einmal ein kleines danke für die nette Stunde am Sonntag in Eurer Küche. War toll!

Es soll übrigens auch Leute geben, die auf Ihr Nutella-Brot noch zwei Scheiben Schinken legen. Da klingt doch Brot mit Margarine und Spakulatius geradezu lecker. Naja neee. Trotzdem nicht lecker aber vielleicht doch mal nen Versuch wert?!?!?!

Lass es weiter krachen.

Matthias

Anonym hat gesagt…

Hello Mathes!
...ich lebe zum Glück noch, aber kraulen ist definitiv nix für mich!... :-/ Ich werde den Kurs natürlich durchziehen, aber ich schätze ich werde beim Brustschwimmen bleiben!... ;-) Am Dienstag geht es nun auf nach New York - ich werde doch mitlaufen!... :-) Da hätte man eigentlich etwas mehr trainieren müssen... naja... ALLES WIRD GUT!... DABEI IST ALLES!... Danach ziehe ich um und dann werde ich mal bei euch auf ein Käffchen vorbeikommen, die Hochzeitsfotos angucken und mein Buch abholen!... :-)
Ganz liebe Grüße auch an Anna!... die *Alex*

Anonym hat gesagt…

Hallo Mathias, auch ich habe wieder auf die Seite gefunden und gerade alles gelesen was ich im Urlaub verpasst habe, nämlich sozusagen alles! So jetzt bin ich wieder auf dem Stand und freu mich auf weitere Einträge.
Danke für Deinen kurzen Hawaii Report, in Kenia konnte ich leider nichts von dem Spektakel sehen :(
Viele Grüsse
Andrea

Anonym hat gesagt…

Hallo Mathias!

melde mich heute zum ersten Mal zu Wort, nachdem ich Euren Blog Mitte Juli entdeckt und viel darin gelesen habe. Ihr hattet zu diesem Zeitpunkt das Projekt Lanzarote bereits erfolgreich bewältigt.. nachträglich Gratulation und Respekt an Euch!!

Für mich kam diese "Entdeckung im Netz" gerade richtig, nämlich in den letzten aufgeregten Wochen vor meinem 70.3 Start in Wiesbaden. Ich war zwischendurch öfter am Zweifeln, ob ich die Distanz wohl schaffen würde, ob die Vorbereitung ausreicht usw...

Das Lesen Eurer Berichte hat mir für meine Einstellung zu der "Herausforderung" sehr geholfen. So wie Ihr Eure Vorbereitung mit Höhen und Tiefen geschildert habt, habe ich gemerkt, dass auch andere zwischendurch mal Probleme wie Krankheit/viel zu tun bei der Arbeit/Zweifel ob es klappt haben... und ich konnte das Fazit daraus ziehen, dass man es trotzdem schaffen kann!!

Die Fernsehbilder von Euch auf Lanzarote waren Emotion pur, besonders Anna mit ihrem lächelnd gelaufenen Marathon fand ich super!

Mein Wettkampftag lief dann perfekt..natürlich war die Anspannung vorher groß aber dann hatte ich wirklich vom Start bis ins Ziel Freude daran und bin gut durchgekommen.

Für nächstes Jahr bin ich bereits wieder angemeldet und will mich außerdem an einen Marathon wagen.

Ich freue mich darauf, Eure Beiträge weiter zu verfolgen.

Auf eine gute Saison 2009!

Viele Grüße, Kerstin