Montag, 11. Mai 2009

Einen links, Einen rechts, Zwei fallen lassen

Liebe Leute,

das war nicht meine beste Woche – wahrlich nicht. Aber was soll ich sagen, ab und an, da falle ich in alte Muster zurück, und irgendwie muss das auch so sein – anscheinend, bei mir, hm.

Aber dazu später mehr. Beginnen wir mit Martin, der in dieser Woche die Kohlen aus dem Pa’a-Feuer holen musste, und das auch bravourös gemacht hat. Los geht’s:


"Liebe Sportsfreunde,
da rechne ich gerade meine Stunden der letzten Woche zusammen und kann’s kaum glauben. Mit zehn Einheiten komm ich nur auf knapp über 15 Stunden. Was soll ich sagen?! Es fühlte sich nach mehr an.
Sonst gibt’s wenig zu berichten, bis auf dass ich recht konstant und gut motiviert trainiert habe und nun endgültig in alle drei Sportarten die von Mathes empfohlenen Intervalle einbaue. Jep, die harten Sachen. Ich bin aber definitiv kein Freund der brutalen Sabber-Einheiten.
Sabber-Einheiten deshalb, da ich bei Volldampf auf dem Deich immer das Gefühl habe, dass mir vor lauter Druck aufm Pedal permanent Sabber aus dem Mund läuft. Ja, genau, so sehr verausgabe ich mich. Albern? Finde ich auch. Aber wenn’s mich schneller macht, soll’s mir recht sein.

Am allerfiesesten finde ich dennoch die Schwimm-Intervalle. Nach ziemlich genau sechs mal hundert Metern in unter 1:30 Minuten (mit 15 Sekunden Pause) hab ich das Gefühl ich ersaufe. Kein gutes Gefühl. Die letzte Woche bin ich dann einfach 1000 Meter mit Paddles und Boje ausgeschwommen. Ist auch Schwimmen...

Und heute Nachmittag haben Maria, Dirk und ich uns auf den Weg in die Kaifu Lodge gemacht, um Mathes auf der kleinen Triathlon-Messe zu besuchen und um ein paar Neopren-Anzüge zu testen. In den Gummipellen im Freibad zu schwimmen war vielleicht spannend. Das die Unterschiede zwischen den Anzügen so groß sind, hätte ich nie gedacht. Da wir mit unseren Sailfish “One” schon recht verwöhnt sind, bin ich nur in Topmodelle (Orca & Aquaman) geschlüpft. Richtig Spaß hat mir das neue Orca-Modell “Alpha” gemacht. Wahnsinnig geschmeidiges, weiches Neopren. Echt super Anzug! Und auch im Speedsuit von Zoot hab ich mich wohlgefühlt und hatte das Gefühl, dass es geschwindigkeitstechnisch wirklich was bringt.

So, dann wie gehabt, hier meine Woche in Zahlen:

Montag: 2600 Meter Schwimmen
Montag: 2:10 Stunden Laufen, 26 Kilometer
Dienstag: 1 Stunde Laufen, 12 Kilometer
Mittwoch: 3000 Meter Schwimmen
Donnerstag: 56 Kilometer Rad, 1:46 Stunden
Freitag: 2600 Meter Schwimmen
Freitag: 1:03 Stunden Laufen, 13 Kilometer
Samstag: 108 Kilometer Rad, 3:25 Stunden
Sonntag: 71 Kilometer Rad, 2:12 Stunden
Sonntag: 2500 Meter schwimmen, Neo-Test Kaifu-Lodge

Gesamt: 15:36 Stunden

Bis nächste Woche! Trainiert ein bisschen für mich mit, muss ich doch von Dienstag bis Donnerstag geschäftlich nach Frankreich.

Pa’a,
Martin"

So sieht es aus. Das kann sich doch wirklich sehen lassen. Und bei genauerer Betrachtung muss man vor Martins Woche echt den Hut ziehen, denn da ist nur eine etwas längere Radeinheit drin. Und weil wir das so lange nicht mehr hatten, und weil Martin es einfach verdient hat, kriegt er heute den Mann-der-Woche! Mit Trommelwirbel und Dschingdarassassa!

Und bevor Ihr einfach so weiterlest, möchte ich noch einmal ein paar Zeilen zurück nach oben geleiten, zu Martins Sonntags-Ausfahrt. 71 Kilometer in 2:12 Stunden. Pause, Pause, Pause, denken, denken, denken – jo, das war mal nicht so langsam, oder?! Aber das Beste an dieser Runde ist, dass er sie weitestgehend so gefahren ist, wie er sie fahren sollte, nämlich 30 Kilometer davon allet wat jeht! Aber auch dazu später noch mal mehr.

Was ich nicht ganz vestehe, sind Martins Probleme beim Schwimmen. Also er schwimmt ja echt wie ein Fisch, aber warum hat er dann mit den Intervallen so Probleme. Allet Kopfsache! Vielleicht muss ich mich doch mal wieder an den Rand stellen und ihn einfach mal nach vorne peitschen. Mensch Martin, das wäre doch mal was. Wir machen so eine Klischee-Erfüllung. Ich schön mit Adiletten und Stop-Uhr um den Hals am Rand, vielleicht sogar noch eine Trinkflasche oder ein Eis in der Hand, schlurfe da so rum und schüttel jedes Mal wenn Du mit hochrotem Kopf anschlägst nur missmutig den Kopf. "Nein, nein, das war noch nichts, das muss schneller werden. Versuchs noch mal!" Haha, schöne Vorstellung. Die Realität sieht indes leider so aus, dass wir die Rollen wohl besser tauschen würden. Denn ich bin derjenige, der immer noch in der Treibholzklasse schwimmt. Naja, lieber mal einen Themawechsel:

Schauen wir kurz auf meine Woche nach altem Strickmuster. Am Montag erstmal eine Einheit fallen gelassen. Das war so geplant, war ich doch außer Haus auf einem Arbeitstermin und hatte ja zudem in der Woche zuvor recht fleißig trainiert. Also alles bestens. Am Dienstag folgten dann 3000 Meter in der (Achtung: Neuer Abkürzungs-Jargon unter den Top-Athleten der Hansestadt – ist mir allerdings erst in meinem 14ten Jahr zu Ohren gekommen) ASH, Alster-Schwimmhalle.

Am Mittwoch dann der lange Lauf mit Dirk-Raddruck-und-kann-auch-verdammt-schnell-rennen-Radtke an der Alster. Schönes Ründchen, bei dem Norman auf eine Runde vorbeischaute, und auch Volker ließ sich für zwei Runden blicken. Schöne Überraschung. Am Donnerstag war ich dann leider zeitlich sehr begrenzt, raffte mich aber dennoch ins Schwimmbad, um nicht den Rhythmus zu verlieren. Nun, manche mögen denken, für die paar Meter lohnt es nicht, sich nass zu machen. Aber ich war tatsächlich nach 1300 Metern wieder aus dem Becken heraus. Den Rest des Tages verbrachte ich wieder am Schreibtisch, und konnte mich auch nicht mehr zum Laufen aufrappeln.

Dafür bin ich am Freitag endlich, endlich mal meinen eigenen Trainingsanforderungen gerecht geworden. Ich habe nämlich das gemacht, was ich Martin seit Monaten vorbete, eine schnelle Deichfahrt.
Und kaum war ich – endgegen meinen Erwartungen – in meinem Element, da kam mir eine Idee. Warum eigentlich immer mit dem eigenen Leistungsvermögen – egal ob gut oder schlecht – hinterm Berg halten?! Und so rufe ich nun hier – zumindest für alle Hamburger Leser – die Pa’a-Challenge ins Leben. Wie die geht? Was das ist? Ganz einfach, das ist den Elbdeich nach Süden runter im volle-Pulle-Modus.

Hier die Streckenangaben. Wenn Ihr hinter der Tartenbekschleuse auf den Deich abbiegt, dann macht die Straße nach rund 1000 Metern eine langgezogene Links-Kurve (weiter geradeaus sind zwei große Windräder sichtbar). Am Ende dieser Kurve gibt es einen kleinen Versorgungsweg, der rechts auf den Deich führt. Dort steht auch ein Schild "Örtliche Hochwasserschutzanlage", oder so ähnlich. Juut, von genau dort an tickt die Uhr! Und Ihr dürft auf "Stop" drücken, wenn ihr das Bushalte-Schild 50 Meter vor dem Kreisel passiert habt.

Und hier die erste Marke: Ich habe am Samstag 44 Minuten glatt für diese Strecke benötigt. Das war ein hartes Stück Arbeit, denn ich hatte bis zum Zollenspieker Gegenwind, so dass ich nur mit 33,5 oder so darum fahren konnte. Anschließend jedoch kam der Wind mehr und mehr von Achtern, und die letzten 10 Minuten hatte ich immer so 43 oder 44 Sachen auf der Uhr. Gut, jetzt liegen die Karten also auf dem Tisch. Und das habe ich natürlich auch direkt Martin bekannt gegeben.

Schnitt – Zurück zu seiner Sonntags-Ausfahrt. Da hat er die Marke gleich mal auf 40:40 Minuten gedrückt. Jippieayjey! Ach herrlich, ich sehe schon vor meinem inneren Auge, wie die Bergedorf-Björns, Normans und vielleicht ja auch irgendwann wieder Reinbek-Maiks tief über den Lenker gebeugt über den Deich hetzen, immer gen Himmel flehend, dass die Uhr im Tacho nicht so schnell vorbei tickt, wie die Asphaltmeter unter den Reifen. Schön.

Aber klar, die Sache ist natürlich nur so eine Spaßnummer. Denn richtig vergleichen lassen sich die Zeiten nicht. Denn mal drückt der Wind von hinten, und ein anderes Mal von vorne. Dennoch haben wir jetzt alle ein Spielwiese, die uns hoffentlich dazu bringt, zwischendurch mal richtig auf die Kurbel zu drücken. Also los. Wer das Ding fährt sollte anschließend im Kommentar Bescheid geben, und zwar mitsamt einer kleinen Wind- und Wetterbeschreibung. Denn 48 Minuten bei Sturm aus südlicher Richtung sind vielleicht mehr wert, als 38 bei Schiebewind.

Zurück zum Training: Meine Sonntags-Ausfahrt ging dann nach 86 Kilometern zu Ende. Und ja, auch ich hatte mal einen 31,2er Schnitt auf dem Tacho. Allerdings gefahren wie gefordert: 30 Kilometer richtig schnell, den Rest pullern.
Ach, fällt mir noch wieder ein, dass ich beim Rückweg einen Radler überholte, den ich natürlich – ganz meine Art – überschwänglich freundlich grüßte. Was macht er? Kurzes Grummeln, sonst nix. Gut, kein Problem. Vielleicht hatte er ja einfach keine Luft mehr. Warum auch sonst, klebte er die nächsten 8 Kilometer bei Gegenwind knapp 10 Zentimeter hinter meinem Reifen?! Das alte Lied. Keine Frage, kein Gruß, kein Bitte, kein Danke! Ach, man darf auch nicht zu viel vom Leben erwarten.

Den Sonntag habe ich dann ja auf der Triathlon-Messe in der Kaifu-Lodge verbracht. War das schön: Ich war noch keine Stunde dort, da hatten mir schon fünf Leute, denen ich mein Buch vorstellen wollte, mit "Kenn ich schon, habe ich schon gelesen, super Buch!" geantwortet. Jo, da war für mich der Tag schon positiv gerettet.

Das alles kann jedoch nicht über meine Woche hinwegtäuschen:

Montag: Frei
Dienstag: 3000 Meter Schwimmen
Mittwoch: 2:15 Stunden Laufen, 26 Kilometer
Donnerstag: 1300 Meter Schwimmen
Freitag: Sagt ja der Name, Frei
Samstag: 2:45 Stunden Rad, 86 Kilometer
Sonntag: Frei

Gesamt: 6:30 Stunden, Ups!

Aber das Schlimmste kommt noch. Ich bin die beiden letzten Nächte mit meinem Bruder Jörg (Transalp) total versackt. Und zwar richtig schmutzig. Wie gesagt, Einen links, Einen rechts, Zwei fallen lassen. Aber gut, jetzt war es nun mal so. Immerhin keine halbe Sache. Wenn schon die Woche versauen, dann auch richtig. Und wenn ich die Blogs so zurück scrolle, dann war es vielleicht auch einfach mal wieder Zeit, eine Daddel-Woche einzulegen.

Ab heute wird wieder alles anders!

In diesem Sinne. Herzlichst, Euer mathias

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Schade, die Messe-Ansage war doch recht kurzfristig, wenngleich KA-HH vielleicht ein wenig weit gewesen wäre. Wär' aber trotzdem gerne mal an deinem Stand vorbeigekommen, natürlich um zu sagen "Kenn ich schon, habe ich schon gelesen, super Buch!" UND "Hab' schon ein weiteres Exemplar verschenkt!" Irgendwann wirds auch mal bei mir was mit einem Triathlon. Dein Blog ist schon mal beste Motivation. Auf geht's in die nächste Trainingswoche...

Viele Grüße aus Karlsruhe,
Denis

Maik hat gesagt…

So - der Deich hat mich jetzt auch wieder und ich wurde alles Andere als freundlich empfangen. Als ob er sagen wollte: "Herzlich willkommen zurück Du faules Miststück! Für Dich gibt's ordentlich Wind vor die Fresse, dafür das Du Dich so lange nicht blicken lassen hast!" Spass beiseite - ich wollte mich auf Mathes "Spielwiese" noch nicht so richtig austoben, schließlich war es erst meine 5te Radfahrt in diesem Jahr und mit Rucksack beugt es sich so schlecht "tief über den Aero-Lenker". Neugierig und angestachelt von Mathes letztem Eintrag (Danke!) habe ich mich also gestern Abend aus Uhlenhorst übern Deich nach Reinbek auf den Nachhause Weg gemacht, um mal ein Gefühl für die ersten Duftmarken von 44 und 40min zu bekommen. Für die beschriebene Strecke habe ich dann satte 55 min benötigt, wie gesagt ohne Schaum vorm Maul und nur Oberlenker! Rückenwind gab's nur für ein paar Meter direkt hinter der Tartenbekschleuse auf der Geraden vor der langen Linkskurve - danach je nach Streckenverlauf nur Seitenwind oder von vorne und ab Zollenspieker "immer mitten in die Fresse rein!"... das nächste mal dann ohne Gepäck, mit Sabber und bis nur noch das Weiße in den Augen zu sehen ist! Gruß Maik

RoadrunnerHH hat gesagt…

Also da ich mich ja eigentlich immer nur im Westen von Hamburg in der Haseldorfer Marsch mit dem Wind rumschlage und neue Radstrecken ja auch immer mal interessant sind würd ich ja auch gern das Heimatrevier der Pa'a-Truppe testen. Vielleicht wage ich mich dann auch mal an eine Wertungsprüfung auf dem Deich. Habe mal meinen Freund google mit seiner Karte befragt und denke ich habe die Ecke um die es geht gefunden. Da gibt es aber nur ein Tatenberg und kein Tartenbek. Kann das so kurz hinter Moorfleet doch das richtige Revier sein?
Würde mich sonst zum Wochenende mal zu einer Erkundungsfahrt in das Revier aufmachen.

Sonst bin ich immer noch begeistert von der Motivation hier und auch langsam dabei mich wieder in ein regelmäßiges Training zu finden.

Weiter so.

Viele Grüße aus dem Hamburger Westen.

Florian

mathias hat gesagt…

Hey Florian,

klar, Tatenberg. Richtig. Tschuldigt. Ihr wisst schon, zu viel Sabber macht dumm.
Bergedorf-Björn hat die Zeit unter 40 gedrückt. Aber in die falsche Richtung. Dazu mehr im neuen Blog. Und Maik: Das ist die richtige Einstellung. Erinnert Ihr Euch?: "Nichts hält mich auf,
kein Berg und kein Wind,
nein ich gebe nicht auf,
wie steil und stark sie auch sind..."
Also an alle: keine Angst vorm Wind. Wir sind stärker. Ran an die Pa’a-Challenge!

Euer mathias

Maik hat gesagt…

@ Florian - Guckst Du hier:
http://www.mapmytri.com/route/de/hamburg/708124241690896671

Matthias hat gesagt…

Hallo Leute,

wie ich lese trainiert ihr ja alle ganz fleißig.. Und weil der Mathias viel Erfahrung hat und ich in einigen Gesprächen und blog-Einträgen davon teilhaben darf nehm ich seinen Rat an und verabschiede mich im Kopf endgültig von der Saison und irgendwelchen Wettkämpfen. Deswegen biete ich hier einen Startplatz für den Vierlanden Triathlon (27.06.2009, olympisch) und den Hamburg City Man (26.07.2009, olympisch) an. Wer Lust hat mir die Startplätze abzunehmen meldet euch am besten per mail matthias.fackler@gmx.de

Viele liebe Grüße an alle da draußen.

Matthias