Mittwoch, 1. April 2009

Nachbereitung

Liebe Leute,

bitte entschuldigt, aber als ich am Sonntag hier wieder aufgeschlagen bin, hatte ich so einiges auf dem Schreibtisch. Es ging einfach nicht eher. Und auch heute bin ich ein wenig in Zeitnot, sodass es vielleicht etwas knapper ausfallen wird.

Lustig finde ich nur, dass anscheinend die meisten Blogleser ihren Arbeitsplatz zum Lesen nutzen. Denn am Wochenende scheint hier immer recht wenig los zu sein. Da muss man dann schon ein paar Tage warten mit dem Blog-Schreiben, bis sich endlich erste Kommentare melden. Also so gesehen seid Ihr selbst schuld. Schöne Grüße an dieser Stelle an Groupie-Katha – das war eine nette Überraschung am Flughafen.
Ich wünschte, so etwas würde mir öfter mal passieren, dass fremde Menschen mich auf dem Flughafen mit meinem Buch unterm Arm ansprechen. Dann merkt man, dass man das alles nicht ganz umsonst geschrieben hat.

Juut, so viel vorab. Wie soll es hier weitergehen? Vielleicht lassen wir erstmal Martin zu Wort kommen:

"Hi Sportsfreunde!
Wir sind zurück aus unserem Trainingslager und ich kann Euch sagen: Ich fühl mich fit! So richtig gut! Und das beste ist, das ich weiterhin super motiviert bin und Spaß und Lust habe auf Trainieren. Ehrlich gesagt, fällt es mir sogar schwer diese Woche die Füße still zu halten. So hatte mir Mathes heute Abend das Laufen quasi untersagt. "Martin, mach jetzt keinen Fehler. Entspann Dich und lass es diese Woche ruhig angehen." Da ich Mathes was Sport angeht voll und ganz vertraue, nehme ich seinen Rat immer ernst. Das er mit seinen Trainingsplänen auf dem richtigen Kurs liegt, hat er ja letztes Jahr eindrucksvoll beim Lanzarote-Wettkampf bewiesen. Wir sind alle mit einem strahlenden Lachen in Wahnsinnszeiten über die Ziellinie gerannt.


Die Ruhe haben wir uns wahrlich verdient, hier unsere Trainings-Zeiten der letzen zwei Wochen (aufgrund der zahlreichen Einheiten diesmal ein wenig anders zusammengefasst):


13 Rad-Einheiten und 1501 Kilometer Rad in 55:31 Stunden

Vier Mal Schwimmen in 1:38 Stunden

Zwei Mal Laufen in zusammen 1:10 Stunden
Gesamt: 58:19 Stunden.


Das klingt doch sehr anständig, was?! Ich für meinen Teil bin sehr zufrieden mit unserer Leistung und fand es einen großen Spaß mit Mathes und Anna die wunderschöne Balearen-Insel zu erkunden und bin mir nach diesen sonnigen zwei Wochen sicher, dass mich Mallorca nicht zum letzten Mal zum Radfahren gesehen hat. Allerding waren, für mich als Flachland-Radler, die doch recht amtlichen Berge ein wenig gewöhnungsbedürftig (Könnte auch an meinem 54/42er FSA-Karbon-Kettenblatt ;-) gelegen haben). Doch trotz der zum Teil heftigen Anstiege und Touren hat mir das teils lange klettern richtig Spaß gemacht und mich auch mit meinem neuen Canyon Speedmax sehr vertraut gemacht.

Und jetzt? Jetzt freue ich mich auf den Deich und auf "Kopf runter, Druck!". Und natürlich auf Training bei frühlingshaften Temperaturen und in blühender Landschaft.
In diesem Sinne, vielleicht sieht man ja mal den ein oder anderen von Euch südlich von Hamburg auf dem Sattel. Würde mich freuen.
Bis dahin.
Gruß, Martin"

So, das hört sich doch mal richtig gut an, oder?! Ich kann, wie schon einmal gesagt, nur jeden davor warnen, sich mit Martin am Deich auf ein Scharmützel einzulassen. Wobei, Angst ist immer ein schlechter Berater. Und man wächst ja mit seinen Aufgaben.
Schön finde ich, dass unser Lanzarote-Projekt anscheinend auch über das Projekt hinaus Früchte trägt, und der Junge mir vertraut, nur weil ich die Vier irgendwie über die Ziellinie geredet habe. Haha.

Und zu dem FSA-Karbon-Kettenblatt muss ich Euch erklären, dass dieser Spruch aus dem Radkeller unseres Malle-Hotels stammt. Wir waren da nämlich gerade am Schrauben und Machen und Tun, als ein anderer Radfahrer herein kam und um Martin herumschlawänzelte. Nach kurzer Stille sagte er dann ehrfürchtig fachsimpelnd: "Aha, ein 54er-FSA-Karbon-Kettenblatt und hinten 13-21 – hm, kannst Du das denn auch treten?!" Martin wusste zuerst gar nicht was er damit anfangen sollte, denn so mitten unter Radfahrern war er bisher ja erst selten in seinem kurzen Triathleten-Leben. Ich habe dann an seiner Stelle mit "Da kannst Du Dich mal drauf verlassen, dass er das treten kann!" geantwortet. Leider haben wir diesen Zeitgenossen nie draußen in der Natur getroffen, um es ihm beweisen zu können. Schade eigentlich.

Und "Kopf runter, Druck!" war der Spruch, den ich Martin vor dem Rennen auf Lanzarote auf seinen Rahmen geklebt habe. Schön, dass er sich daran noch erinnert. Und nun wird dieser Spruch auch wieder wichtig, denn es beginnt die entscheidende Phase des Trainings, in der auch immer mehr Wettkampfspezifische Einheiten eingebaut werden, in denen er Zeitfahren trainieren wird.

Nach unserer Ankunft in Hamburg (ca. 24 Uhr) sind wir erst mal lecker was Essen gegangen. Hmm! (v.r.) Maria, Martin, Mathias

Juut, was gibt es zum Trainingslager aus meiner Sicht zu sagen. Ihr habt ja alle mitbekommen, wie es los ging. Ich war echt down und wusste gar nicht, ob ich das alles noch machen will. Aber dank einiger guter Telefonate und Mails mit Bad Bederkesa konnte ich wieder steigende Gesundheit, Mut und Kraft einfangen. Das ging wirklich von Tag zu Tag besser, und wenn ich etwas Positives mit nach Hause gebracht habe, dann ist es die Erkenntnis, dass ich anscheinend nach Hinten heraus immer noch ein paar Körner zur Verfügung habe. Gut, die Schnitte waren in diesem Trainingslager nicht unbedingt so hoch wie in Früheren, aber ich bin ja auch ein wenig älter geworden.

Und wenn ich es recht überlege, dann war es nicht wirklich schlechter als Früher. Nehmen wir meine vorletzte Ausfahrt. Eine echte Königsetappe. Die Runde über Lluc, Sa Calobra, Puig Major, Soller, Col de Soller und zurück, bin ich so noch nie zuvor gefahren. Und selbst Dorian – der starke Radfahrer aus Felanitx – hat zu Norman gesagt, wie er mir gestern mitteilte, dass dies eine Hammer-Tour sei. Und immerhin bin ich selbst am Tag danach noch mal den Orient auf Voll hoch.

Nun ja, aber seit meiner Heimatankunft fühle ich mich schon ein wenig schlapp. Aber das muss wohl so sein. Aber dazu mehr in der nächsten Woche.

Der letzte Tag im Trainingslager war total ruhig. Wir haben nur gepackt und sonst gar nix. Aaah, doch, da war noch was. Ich habe mir ein Trainingslager-Abschluss-Halbes-Hähnchen-mit-Pommes- Majo-und-Salat gegönnt. Also, wenn Ihr mal in Alcudia seid: Schräg gegenüber vom Vanity Golf Hotel, unmittelbar neben dem Eroski-Einkauf-Zentrum, gibt es einen Hänchengrill vom Feinsten!! So gut habe ich seit Jahren keinen halben Hahn mehr gegessen.

Der Flug nach Hause war etwas unruhig. Keine Ahnung, wahrscheinlich hat Martin noch heute blaue Flecken an der Schulter, an der ich mich festgekrallt habe. Ohne Flachs, fliegen ist nicht so mein Ding. Komisch, ich jette um die Welt wie nix gutes, aber es wird und wird nicht besser. Kann man nix machen.

Wieder Tip-Top – mein Giant TCR

Anna und Maria haben uns dann nachts vom Hamburger Flughafen abgeholt. Ein Abschluss-Bierchen noch bei uns und ab ging es in die Kiste. Am nächsten Tag natürlich die große Auspack-Arie. Etliche Waschmaschinenfüllungen, Unordnung allenthalben, Karton in den Keller bringen, den anderen (Anna hatte ihr Rad auch nach einer Woche noch nicht ausgepackt) zum Altpapier und so weiter und so fort. Und natürlich habe ich mein Giant direkt wieder auf Hochglanz poliert. Logisch. So steht es nun wieder voll einsatzbereit im Esszimmer und wartet auf das Wochenende, an dem wir das Radtraining wieder aufnehmen werden.

Ich habe zudem meinen Vorbau in die tiefe Stellung gedreht. Mal sehen, ob ich damit etwas flacher über den Lenker komme und nicht mehr so gedrungen auf der Kiste sitze, wie einige Leser richtig angemerkt hatten. Allerdings muss sich erst noch herausstellen, ob ich diese Haltung auch halten kann. Denn mein Rücken, das ist ja bekannt, ist leider nicht mehr unendlich belastbar.

Überraschung zu Hause: Mein neuer Helm Bell-Sweep (li.) ist da. Aber mal ehrlich: Doll unterscheidet er sich nicht vom Giro, oder?! Sitzt aber perfekt!

Aah, wieviel habe ich überhaupt trainiert auf Mallorca? Geschwommen und gelaufen bin ich nicht. Dazu hatte ich einfach nicht genug Luft. Und als ich endlich wieder radeln konnte, war ich damit total zufrieden, und wollte meine Gesundheit nicht in 12 Grad kaltem Meerwasser aufs Spiel setzen.

Bleiben also an elf Radtagen, wobei an zweien nur 40 beziehungsweise 50 Kilometer abgespult wurden, insgesamt 1331 Kilometer in 51 Stunden. Mehr ging einfach nicht. Wobei ich damit wirklich sehr zufrieden bin.

Darauf muss ich nun aufbauen. Diese Woche noch ein wenig vorsichtig, dann, aber nächster Woche hoffentlich mit ein wenig mehr Wumms.
Den wünsche ich Euch auch!

Herzlichst, Euer mathias

Kommentare:

Matthias hat gesagt…

Hey Mathias,

herzlich willkommen zurück in Deutschland. Und weil mir auf dem Sofa so langweilig war und ich nichts besseres zu tun hatte hab ich mal schönes Wetter gemacht. Ist mir auch sehr gut gelungen denn in Osnabrück hat es seit Tagen strahlend blauen Himmel und 15 Grad. :-)) Morgen komme ich dann wieder nach Hamburg. Also keine Panik wenn es in der schönsten Stadt der Welt noch nicht so schön ist. Ich bin unterwegs... ;-)

Schön wieder von Dir zu hören. An den 2-Tages-Rhythmus könnte ich mich schon gewöhnen!!

Lieber Gruß
Matthias

P.S. Daniel Unger hat sich ziemlich prompt bei mir gemeldet. Allerdings hat er auch weiteren Infos und leider auch kein Wundermittel!!!

Dirk Kröger hat gesagt…

... well done boys !

Anonym hat gesagt…

RESCHPECKT!

Soeren (RO)

Bergedorf_Björn hat gesagt…

so jungs!

war schön mit euch ein paar stunden in malle zusammen zu verbringen. besonders tobmodels schauen in herrenrunde ist ein spass. ohhh! oder hät ich das hier nicht petzen dürfen.

mich hat heut aber doch das wetter rausgelockt. ich hab dann schon mal den deich für euch überprüft.
von tatenberg bis kreisel ist alles in ordnung. ihr könnt kommen.
ach war das herrlich, sich nach dem winter zum ersten mal wieder auf die (neuen) auflagen zu legen.
geht ja dann doch gleich flotter. da kam dann auch gleich ein anderer schnitt raus! (60 km = 31,5 schnitt) ups! das sah die letzten monate anders aus. was für ein spass!
freu mich auf die nächsten ausfahrten.
schönes wochenende

mathias hat gesagt…

Mensch Björn,
da haben wir doch nu oft genug drüber gesprochen: Nicht der Schnitt einer Einheit ist wichtig, sondern die Qualität. Wenn ich aber dann denke, dass Du genau das berücksichtigt hast, und die Hälfte der Strecke im 26er gefahren bist, dann bin ich froh, heute nicht auf dem Deich gewesen zu sein ;-)
Hut ab, Alter! Das wird Martin wieder anspornen. Jippiiieee.
Aber ich habe ja schon auf Mallorca gesehen, wieviel Dampf in Deinen Oberschenkeln wartet.
Wir sehen uns. Viele Grüße, mathias