Montag, 6. April 2009

Der Frühling kommt

Liebe Leute,

der Frühlings kommt, beziehungsweise, er ist schon da. Das zeigt sich nicht nur am Wetter, sondern auch an den Beiträgen unseres Blogs.

Fangen wir mit Volker an, der endlich wieder Land sieht:

"Hallo Mathes, liebe Paa-Fans,
einige Wochen herrschte Funkstille von meiner Seite. Das lag daran, dass es nichts interessantes zu vermelden gab. Ich habe trotz fünfwöchiger Spritzenkur immer noch starke Schmerzen im Knie verspürt. Und deshalb habe ich dann, vor ca. drei Wochen, einfach mal zehn Tage mit allem ausgesetzt. Keine Rolle, kein Schwimmen, kein Laufen – und auch kein Mucki-Eis!
Am Samstag vor zehn Tagen habe ich dann ganz langsam und vorsichtig meine erste Alsterrunde gelaufen. Ohne Schmerzen! Ein vollkommen neues Laufgefühl.

Und im zwei Tages-Rhythmus bin ich nun immer zwei Runden gelaufen. Tempo zwischen 76 bis 80 Minuten für die 15 Kilometer. Man, ich hätte nie gedacht, dass man auch wieder so schnell abbauen kann. Denn ich hatte richtig Muskelkater an den Außenseiten der Oberschenkel. Okay, ich bin fünf Wochen nicht gelaufen, aber ich habe doch nur knapp zwei Wochen gar nichts gemacht. Und der Puls? Statt wie sonst beirund 145 Schlägen, liegt er jetzt bei 159! Tsss. Aber ich bin erst einmal sehr dankbar, dass ich wieder ohne Schmerzen laufen kann.

Ich werde nun die nächsten die Wochen bis zum Hansemarathon ganz gemütlich trainieren und schauen was geht. Ich habe mich von irgendwelchen Zielzeiten im Kopf verabschiedet und will das Event einfach nur genießen. Und wenn ich es bis ins Ziel schaffe, dann bin ich der glücklichste Mensch der Welt. Und wenn nicht, dann geht die Welt auch nicht unter. Denn mein Ziel war ja immer, den Sport wieder in mein Leben zu integrieren, und das habe ich bisher geschafft. Und mit Mathes Hilfe werde ich es in Hamburg sicher auch ins Ziel schaffen.
Liebe Grüße, Volker"


Nun ja, meine Hilfe wird er dazu wohl eher nicht benötigen. Ich werde einzig am Straßenrand stehen und ihn positiv anbrüllen, sodass er allein deshalb beschleunigen wird, damit er aus der Lautstärkenzone herauskommt – möglichst schnell.
Mensch, endlich kann Volker wieder schmerzfrei laufen. Super. Es kommt jetzt nur noch darauf an, diesen Zustand zu halten, und dann wird es mit dem Marathon schon klappen.

Wisst Ihr was mich der Kerl eben am Telefon tatsächlich fragt, beziehungsweise mir sagt?: Es sei gut, wenn ich an vielen Stellen der Strecke stände, so könne ich ja seine Frau anrufen, wenn er aussteigt, damit sie ihn abholen könne. Also mal ehrlich: Nie im Leben habe ich ein Handy dabei, wenn ich zum Marathon gucken gehe. Nie! Also so was.

Auch von Martin kommen hier wieder positive Meldungen. Wobei – die sind ja eigentlich immer positiv. Und so soll es auch sein. So ist es uns am liebsten:

"Moin, Ihr Lieben!
Mensch, die Woche ist schon wieder vorbei. Das wird mir immer wieder dann deutlich, wenn mich am Montag Abend mein Terminplaner dran erinnert, eine kurze bunte Meldung für Mathes Blog zu schreiben. Wirklich Wahnsinn, wie die Zeit verfliegt! Nur noch drei volle Monate bis zum Ironman in Klagenfurt am 5.Juli. Da geht noch einiges, ich spür’s.
Und, wenn das Wetter bis dahin noch ein paar Tage so bleibt wie die letzte Woche, brauchen Mathes, Thomas, Axel und ich uns keine Sorgen über schlechtes Trainingswetter zu machen.

Ist es nicht toll, dass wir das schöne Wetter direkt von Mallorca importiert haben? Einfach ein Traum am Freitag mit kurzer Hose durch die Lande zu pedalen. In Hamburg hatte man das Gefühl der Sommer ist schon in vollem Gange; am Elbstrand lagen die Menschen dicht an dicht, ein Grill neben dem anderen und überall gut gelaunte Menschen.
Auch aufgrund des guten Wetters sah die letzte Woche trainingstechnisch sehr gut aus. Hier die knappe Zusammenfassung:

Montag: 2600 Meter schwimmen

Montag: 55 Minuten Laufen, 11 Kilometer

Dienstag: frei Mittwoch: 2600 Meter schwimmen
Mittwoch: 2:04 Stunden Laufen, 25 Kilometer

Donnerstag: Frei

Freitag: 3:30 Stunden Rad, MTB easy

Samstag: 3:55 Stunden Rad, 122 Kilometer, Schnitt 31,2 Km/h

Sonntag: 1:52 Stunden Rad, 60 Kilometer, Schnitt 32 Km/h

Sonntag: 38 Minuten Laufen, 8 Kilometer


Gesamt: 14:54 Stunden


Knapp 15 Stunden und das bei zwei freien Tagen! Da sieht man mal wieder wie einfach es ist viele Stunden zusammen zu schrubben, wenn man aufs Rad kommt. Die letzte Woche war ja noch ein wenig ruhiger angesagt, um die vom Trainingslager recht mitgenommenen Muskeln ein bisschen zu schonen. Der Lange Lauf am Mittwoch tat dann auch ziemlich weh. Die letzten 5 Kilometer der 2-Stunden-Runde musste ich richtig beißen, da meine Oberschenkel total hart waren. Aber jetzt dürfte sich das alles schon wieder ein bisschen gesetzt haben und die nächste Wochen gibt’s, wie immer, nur einen freien Tag.
Genießt den Frühling und frohe Ostern! Sonnigen Gruß, Martin"

Das hört sich doch alles prima an, und was die dicken Beine nach dem langen Lauf betrifft, so ging es mir genau so wie ihm. Aber dazu später mehr. Man könnte ja nun die Daten von Martin einfach so runterlesen. Aber wer genau hinguckt, dem wird schon die Sonntagsausfahrt auffallen. 32er Schnitt. Auch dazu später mehr.

Jutchen, wie lief es bei mir in dieser Woche. Wie schon erwähnt wollten wir diese Woche etwas ruhiger angehen lassen. Und so wurde es dann auch umgesetzt. Am frühen Montag Morgen bin ich mit meinem Bruder (zu Besuch in Hamburg) eine kleine Runde gejoggt. Dabei fühlte ich mich wirklich schlecht. Jeder noch so kleine Hügel – und erstrecht die Treppe zum Hafen-Hotel hoch – brachte mich an den Rande meiner Leistungsfähigkeit. Als ich zu Hause war dachte ich mir nur irgendwas wie "Gott sei Dank wieder hier, diese Einheit möglichst schnell vergessen."

Am Dienstag dann ins Schwimmbad. Auch dieser Neuanfang – schließlich war ich über zwei Wochen nicht mehr geschwommen und gelaufen – fiel mir äußerst schwer. Nun ja, ich habe mir dann 2100 Meter zusammen geklaubt und habe mich schnell wieder vom Acker gemacht.

Mittwoch, Langer Lauf: Uiuiuiii, nachdem ich anfänglich dachte, dass es sich ja alles sehr gut anfühlte, wurden meine Beine nach eineinhalb Stunden hart wie Stein. Die Pest! War das eine Schinderei wieder zurück nach Hause, ich kann Euch sagen. Auch nach Dusche, Energiegetränk und Nickerchen fühlte ich mich wie ausgeknockt. Sogar am Donnerstag beim Schwimmen habe ich das noch gespürt. Und auch am Freitag, als ich mich zu einer spontanen Radrunde mit Björn in den Vierlanden getroffen habe.

Björn hat, nach dem Trainingslager, nun wieder seinen Aero-Aufsatz montiert

Besser ging es erst wieder am Samstag, als ich mich Martin morgens um 8 Uhr Richtung Fockbek zu den Finishern aufbrach. Das war aber auch ein Glückstag. Die gesamte Strecke wurden wir vom Rückenwind geschoben. Das hat richtig Spaß gemacht. Nicht zuletzt, weil wir ja Strecken fuhren, die wir sonst nich fahren. Und eins der Highlights war mal wieder die Nord-Ostsee-Kanal-Überquerung mit einer kleinen Fähre. Sehr schön.

Nach 3:50 Stunden hatten wir unser Ziel erreicht. Es folgte eine kleine Shopping-Tour durch diesen wunderbaren Laden, aus dem man einfach nicht herauskommt, ohne irgendwo und irgendwie zugegriffen zu haben. Der Hammer war, als ich geholfen habe, den Cervelo-Test-Tour-Wagen auszuräumen. 18 Räder, alle verschiedenen Modelle in verschiedenen Rahmengrößen und mit verschiedenen Zipp-Laufrädern bestückt, habe ich aus dem Anhänger geholt. Und die ganze Zeit habe ich mich gefragt, ob es wohl auffallen würde, wenn ich nur ein einziges hinter unserem Auto verschwinden lassen würde. Oje, die Versuchung war sooo groß. Zumal mir Finisher-André dann mit Kennerblick mitteilte, dass der Rahmen meines Giants am Hinterbau schief sei – außerhalb des Normbereichs. Naja, was soll es. Ist mir ja auch erst nach acht Jahren aufgefallen. Und wenn ich damit zwei Transalps und den IM-Switzerland machen konnte, dann wird es auch noch einige Zeit länger halten. Mein Schätzchen.

Anna und Norman in den Vierlanden

Sonntag ist dann Anna mal wieder mit aufs Rad gestiegen. Da ein Großteil der Sonntagstruppe auf Mallorca ist (die Armen mussten sich in der ersten Woche mit Regen rumschlagen), war Norman der Einzige neben uns am Treffpunkt. War das kalt auf den Bikes. Brrrrr. Vor allem Anna schlug sich aber mal wieder sehr gut. Ich wundere mich immer wieder, wie sie – wenn sie ab und an mal aufs Rad steigt – einfach so mit uns fahren kann. Erst ganz zum Schluss hörten wir ein "Jungs, ich muss mal ein wenig langsamer fahren". Kein Problem.

Ganz zum Schluss begegnete uns dann auch Martin. Und heute ist mir natürlich klar, warum er nicht um 10 Uhr am Treffpunkt war. Weil wir mit ihm keinen 32er Schnitt gefahren wären. Natürlich würde/wird er meine Vermutung sicher abstreiten. Aber schon zu oft sprachen die Fakten eben für eine solche Vermutung.

Norman hat, nach seinem Mallorca-Trainingslager, wieder sein P2 ausgepackt

Der eigentliche Hammer ist jedoch, dass ich, nachdem wir anderen Drei kurz mit Martin gesprochen hatten, zu Anna und Norman sagte: "So, und gleich brennt hier wieder der Asphalt, wenn Martin mit 32 durchs Land brettert."
Hellseher – das ist die Lösung. Ich werfe alles was ich bisher in meinem Leben gelernt habe über Bord und schule zum Hellseher um. Da scheinen eindeutig meine Talente zu liegen – zumindest, wenn es um das Trainingstempo von Martin geht. (wobei, das könntet Ihr wahrscheinlich mittlerweile auch recht genau voraussagen)

Wie auch immer. Hier meine Woche:

Montag: 1 Stunde laufen, 10 Kilometer
Dienstag: 2100 Meter Schwimmen
Mittwoch: 2:10 Stunden Laufen, 25 Kilometer
Donnerstag: 2100 Meter Schwimmen
Freitag: 2:50 Stunden Rad, 78 Kilometer
Samstag: 3:50 Stunden Rad, 118 Kilometer
Sonntag: 2:52 Stunden Rad, 80 Kilometer

Gesamt: 14:40 Stunden

Hm, da hat Martin tatsächlich noch drüber gelegen. Das nächste Mal, wenn wir zusammen nach Rendsburg fahren, werden wir wohl besser bei ihm losfahren, dann habe ich 14 Kilometer und eine Viertelstunde mehr. Ha!
Aber im Ernst, das ist natürlich total Jacke.

Wir haben also alle eine gute Woche machen können. Und nun? Martin hat angedeutet, dass er morgen pausiert. Ich werde schon heute einen Ruhetag einschieben. Eigentlich wollte ich zwar laufen, aber mir ist nicht danach. Ich bin nicht besonders kaputt, und Zeit hätte ich auch – aber mir ist einfach nicht danach. Also, Pause.

An der Elbe mit Andreas und Neddel

Und hatte ich Euch überhaupt schon erzählt, dass ich gestern meine Jahres-Gesund-Ernährungswoche abgeschlossen habe? Jepp. Tatsächlich ist es mir gelungen, eine Woche lang einen Weg um jegliche Currywurst- oder Pommesbude herum zu finden. Salat und viel Vollkornbrot waren im Gegenzug angesagt. Och, war mal was anderes, gar nicht schlecht. Aber immer kann es so natürlich nicht weitergehen. Und so habe ich mich schon gestern Abend recht gerne von Freunden zu einer Bockwurst mit Kartoffelsalat an der Strandperle überreden lassen. Als sie das vorschlugen habe ich mit ernstem Gesichtsausdruck gesagt: "Ich weiß nicht, dass ist nicht gerade gesund und somit das was mir vorschwebt." Gedacht habe ich allerdings: "Endlich, endlich wieder Majo (im Kartoffelsalat) und eine Wurst."
Jo, und das hat dann auch ganz gut geschmeckt. Kuchen für hinterher hatten sie in dem Laden leider nicht mehr. Da hätte ich auch noch gerne zugeschlagen.

In diesem Sinne: Mal sehen, was diese Woche so geht.

Herzlichst, Euer mathias

Kommentare:

Tim hat gesagt…

Hey!

Das klingt ja alles wirklich super. Ich selber bin auch froh, dass das Wetter endlich warm wird. Hab daher auch endlich mal wieder eine trainingswoche mit nur einem trainingsfreien Tag absolvieren können. Hab mich jetzt entschieden, dass ich am 6.6. bei einer Mitteldistanz teilnehmen werde.
Darf man mal fragen, wie das eigentlich bei Thomas ausschaut? Von dem hat man hier ja Ewigkeiten nichts mehr gehört.

Grüße
Tim

Anonym hat gesagt…

Hi Mathias,

an dieser Stelle ein kurzer Gruß aus Bella Italia an Dich / Euch! Mich hat es in die Nähe von Rimini verschlagen und ich spule hier, bei herrlichem Wetter, meine Radkilometer herunter. Es ist wirklich wunderschön und jede Sonnenminute tut dem Gemüt unheimlich gut. Wie war das Wetter auch bescheiden im Feb / März...

Auch kleine Ausläufer des Erdbebens haben wir erlebt. War ein recht komisches Gefühl, wenn du Abends im Bett liegst und auf einmal wackelt es... Ein Erfahrung fürs Leben und ich hoffe es bleibt die Einzige in diesem Ausmaß.

Bis bald,

Wien - Martin

Matthias hat gesagt…

Lieber Mathias,

ich wünsche Anna und Dir aber auch allen anderen schöne Ostern.

Liebe Grüße Matthias