Sonntag, 22. März 2009

Kurzes Update

Liebe Leute,

ich huste zwar immer noch, aber ich hoffe, dass es jetzt mit jedem Tag besser wird. Heute habe ich zumindest wieder alles getan, um gesunden zu können: ich habe einen Ruhetag eingeschoben. So konnte ich die letzten Stunden mit Anna hier auf der Insel genießen, inklusive Sonnenbad, Billard-Partie und Halbes-Hähnchen-Pommes-Majo.

So viel ist also gar nicht passiert, seit ich den letzten Eintrag gemacht habe. Es ist aber auch wirklich nicht so leicht, Beiträge von hier loszuwerden, denn das WiFi-Netz ist hier äußerst wackelig. Sehr ärgerlich, lässt sich allerdings nicht ändern.

Hier kurz ein Gruß an Osnabrück-Matthias: Mensch, das tut mir leid mit dem Drüsenfieber. Somit ist die Saison dann wohl dahin. Wie ist das gekommen? Überanstrengt? Oder sonst wie eingefangen? Ich drücke Dir jedenfalls die Daumen, dass Du es so bald wie möglich in den Griff bekommst. Ruhe, Ruhe, Ruhe. Und so kannst Du Dich schon mal darauf freuen, wie Du im kommenden Jahr loslegen wirst. Der Pfeiffer ist echt mies, aber vergiss nicht, dass zum Beispiel im 17-Stunden-Buch jede Menge Leute Probleme ganz anderen Ausmaßes hatten – und letztlich eben trotzdem über die bestimmte Ziellinie auf dem Alii-Drive gelaufen sind.

Martin und ich am Kloster von Randa. (Foto: Bergedorf-Björn)

Gruß an Frank – Deine letzten zwei Kommentare haben mich mehr als aufgebaut. Kein Mensch hat diesen Arme-hoch-und-Rocky-Schrei außer uns beiden erlebt. Eine köstliche Situation. Aber wir lächerlich ich mir damals auch für ein paar Sekunden – als Du mich „erwischt“ hattest – vorgekommen bin, es ist doch nur wieder eine von vielen Situationen, die mir klarmachen, dass man kämpfen muss. Von Dir daran auf diese Weise erinnert zu werden, ist etwas Besonderes!
Das mit dem Rad finde ich übrigens etwas ungerecht. Ich möchte auch ein Neues haben!! Bitte teile mir mit, was Du Dir besorgt hast. Rennrad oder Trimaschine, Marke, Rahmenhöhe – ich möchte alles wissen. Neidisch bin ich ein wenig. In diesem Sinne: Kette rechts und Jalla.

So, was ist hier passiert? Wie gesagt, heute war Ruhetag – sogar für Martin. Und das soll was heißen. Tatsächlich war der für ihn aber nach sieben Radtagen auch mal angebracht. Es ist nur manchmal wirklich schwer, Ihn davon zu überzeugen.

An Annas Lieblingstieren kommen wir auch ohne sie nicht vorbei. So süß sind die Esel hier. Also die echten Esel - klar.

Verdient haben wir uns den Tag mit der gestrigen Tour allemal. Wir sind das gefahren, was Herr Hürzeler auf seinen Karten den „Küstenklassiker“ nennt. Etwas modifiziert zwar, aber nicht weniger schwer. Wir wollten als ersten Berg den Col de Soller von der Landseite aus in Angriff nehmen. Allerdings hatten wir bis dorthin schon alle nur möglichen Hügel mitgenommen, die sich finden ließen. Ehrlich gesagt, waren wir schon ein bisschen geschafft, als wir dort ankamen.

Martin und ich auf dem Col de Soller: Tolle Straße – macht bergab noch mehr Spaß!

Die schönen Serpentinen des Cols bin ich dann fast im Rennmodus hochgestiefelt. Musste einfach mal sein. Und es ging eigentlich schon wieder ganz gut. Oben angekommen hatten wir schon die ersten gut 70 Kilometer auf der Uhr. Mit perfektem Timing stieß Anna samt Leihwagen zu uns. Denn unsere grobe Richtung sollte Andratx sein, und wenn wir genug gefahren wären, wollten wir ins Auto umsteigen und uns einen schönen Tag in Palma machen.

In Deia – wunderschön – haben wir dann erstmal eine Baguette-Pause eingeschoben. Und die war auch bitter nötig. Als wir nach einer guten halben Stunde weiter wollten ging jedoch zuerst gar nix. Total schwere Beine. Und das bei einer Steigung, die es in sich hatte. Nächster Etappenort war Valdemossa. Dort hatten wir uns wieder mit Anna verabredet. Allerdings wartete sie im Ort, während wir kurz vorher rechts abgebogen waren, um der Küstenstraße zu folgen.

Martin auf der Küstenstraße. Freudiges Lächeln löste sich mit nicht ganz ernst gemeintem Schimpfen ab

Diese Straße ist wirklich spektakulär. Mit dem großen Haken, dass es permanent rauf-runter geht. Und wieder rauf und wieder runter. Und noch mal rauf und runter und immer so weiter. Zwar hatten wir unterdessen Anna angerufen und ihr gesagt, wo wir sind. Aber Martins Rufe, sie möge doch nun endlich in unserem Rücken auftauchen, wurden immer lauter. Nicht dass er nicht mehr gekonnt hätte, aber so wenig entnervt war er doch zwischenzeitlich. Rauf und wieder runter. Und noch mal rauf und runter. Ende? Nicht in Sicht.

Als wir die erlösende Hupe des Smart (!) – Hallo?, wie sollten wir da zu dritt mit zwei Rädern reinpassen!?! – hinter uns hörten, hatten wir 131 Kilometer auf der Uhr. Höhenmeter? Keine Ahnung, aber sehr sehr viele.

Dann folgte eine der schönsten Duschaktionen, die wir je erlebt haben. Jeder von uns hatte einen 8-Liter-Kanister mit warmem Wasser zur Verfügung. So standen wir also in freier Natur neben einem kleinen Nadelbaum und los ging’s. Das war vielleicht erfrischend! Herrlich. Ein Foto von unserem voll gepacktem Vehikel kann ich Euch leider nicht liefern. Aber – oh Wunder – wir und auch die Räder fanden Platz. Menschen, Tiere, Sensationen.

Na und dann haben wir uns zur Belohnung Palma angeschaut. Bisschen Shoppen hier, Tappas essen da und und und. Schön war’s.

Mathias auf der Küstenstraße

Martin hat übrigens mittlerweile 826 Kilometer gesammelt. Und es folgen noch fünf Radtage. Das kann was werden. Ich komme auf 570 Kilometer. Das ist das Beste, was aus den Gegebenheiten zu holen war. Und ich will mich auch gar nicht beklagen, hoffe nur, dass es nicht wieder schlimmer mit dem Husten wird. Ein paar Daumen kann ich weiterhin gut brauchen.

Für morgen habe ich uns das Cap de Salines ausgesucht. Es wird eine „flache“ Tour, aber lang. Wenn es mir gelingt, Martin auf ein normales Tempo einzuschwören, dann sollte es ganz schön werden. Insgeheim spiele ich mit dem Gedanken, morgen nah an die 200 Kilometer heran zu fahren. Mal sehen, was geht.

Einstweilen viele Grüße aus immer noch wunderbarem Frühlingswetter.

Herzlichst, Euer mathias

Kommentare:

Tim hat gesagt…

Hui das klingt ja langsam wirklich alles sehr positiv.
Stellen wir den Vergleich zu Dienstag an, dann ist das wie Winter und Sommer.
Ich freue mich echt für dich, dass es wieder bergauf geht!
Wenn das jemand in letzter zeit verdient hat, dann Du Mathias!

Ich drücke Dir auf jeden Fall weiterhin die Daumen.

Grüße
Tim

Anonym hat gesagt…

Saustark, wie Du Dich wieder hochrappelst! Und jetzt, da es bei Dir wieder laeuft, ist mein voller Neid mit Euch. ;-)
Gruesse von der Rolle
Soeren

Christoph hat gesagt…

Hey Ihr alle,

freut mich sehr für Dich Mathias, dass sich dass dann langsam doch alles zum Guten wendet mit der Erkältung, weiterhin werden in Frankfurt mindestens 2 Dauem gedrückt, dass es bergauf (und etappenmäßig auch mal bergab) geht für Dich. 800 Radkilometer klingen toll, die kann ich aus dem wieder erkaltendem Deutschland nich vermelden...Habt noch viel Spaß, sammelt fleißig Kilometer und erfreut euch des schönen Lebens auf der Insel :-)
Ich jedenfalls, wünsche Euch ganz viel Spaß dabei

Liebe Grüße
Christoph

Andi hat gesagt…

Hallo in den Süden,

da kommt ja echt Neid auf, wenn man die Bilder so sieht. Ich freu mich für euch - insbesondere für Dich Mathias und Deine beginnende Genesung !

Ich wünsch Euch allen noch viel Spaß und (weiterhin ?) schönes Wetter...

bis denne

Andi

Anonym hat gesagt…

Hallo Mathias,

dein Bericht hört sich ja schon wieder richtig git an. Schön, dass es wieder bergauf geht. Ich würde dir raten, wenn du wieder in Hamburg bist mal eine Kur mit "Orthomol immun" zu machen. Das ist ein Präperat zur Stärkung der Immunabwehr. Ist nicht ganz billig, aber es hilft.

Dír, Anna und Martin noch viel Spass und Freude. Hier geht gerade ein fürchterlicher Graupelschauer nieder.

Grüße aus dem Solling von
Chrifa

Anonym hat gesagt…

Hey Mathes!
...so, ich melde mich jetzt auch endlich mal wieder zu Wort!... Schön, daß Du wieder auf dem aufsteigenden Ast bist!... ALLES WIRD GUT!!!... ;-> War am Sonntag 30km am Elbufer laufen ( ALtona-fast Wedel und wieder zurück ) und habe an euch gedacht!... Ich bin - wie ja irgendwie meistens - nur fleißig am Laufen ( so ca. 40-70 km die Woche )! Laufe den Marathon in Hamburg + Stockholm!... werde aber Ostern das Starttraining für die Triathlonsaison mit dem Rennrad mitfahren und dann geht es endlich auch bald wieder mit Schwimmen im Freien los!... :-)
Ganz liebe Grüße auch an Anna!... *Alex*