Montag, 3. November 2008

So ist das Leben

Liebe Leute,

na die Woche fängt ja gut an. Eigentlich wollte ich heute Abend laufen. Aber nun hatte ich einen wichtigen Termin, und so war es das dann mit der Joggerei. Alternative: Ich wäre gelaufen, hätte dann aber nicht gebloggt. Und da habe ich gedacht, ich steh zu meinem Wort und schreibe Montags. Beides ging halt nicht. So ist das Leben.

Aah, fast vergessen. Ich wollte an dieser Stelle Oli Mut zusprechen. Gegen eine BMW-Tür zu schlagen tut gar nicht weh. Weder dem der schlägt, noch der Tür. Die sind ganz stabil gebaut. Der einzige der leidet ist der Fahrer, weil er sich irgendwie in seinem Ego gestört fühlt, – ist er doch anscheinend ansonsten immer der Bestimmer. Und tanzen doch sonst immer alle nach seiner Pfeife.
Oder sind die vielleicht so, weil sie sonst eben nichts zu sagen haben? Ich weiß es doch auch nicht.

Klaus-Peter – 3:22er Marathon in Frankfurt, das ist doch super. Ich wüßte nicht, wo in Bezug auf einen Ironman im Jahr 2010 ein Problem sein sollte. Das wirst Du bestimmt schaffen.

Martin aus Wien – Vielen Dank für Deine netten Worte und Gute Besserung für Dein rechtes Knie. Wird schon.

Tim – mensch, da bin ich aber froh, dass Oli das mit den Fachtermini geklärt hat. Denn ich habe da ja nur wenig Lust zu. Was das Spinning betrifft: Das ist sicher ne gute Sache, weil man nicht alleine trainiert, und weil es bestimmt auch Spaß macht. Allein, ein ruhiges, gleichmäßiges Training ist das wohl eher nicht. Also würde ich sagen, alles zu seiner Zeit. Wenn Du Lust hast, Druck zu machen, dann geh da ruhig hin, einmal pro Woche. Aber mehrmals pro Woche bis die Halsschlagader den Rollkragenpulli zerreißt – da wäre ich doch eher vorsichtig.

Und der liebe Maik – Junge, Deine Beobachtung auf dem Deich ist ein gefährliches Feld. Vielleicht bereitete sich der O-beinige ja gerade auf den Ironman Australia vor. Deshalb das Renn-Setup. Wobei, wer so obeinig fährt, der benötigt vielleicht gar keinen Aerohelm. Dahingehend würde ich wohl argumentieren.
Ich habe heute zum Beispiel auch noch mal die ZDF-Reportage über Hawaii gesehen. Da fährt eine Altersklassen-Athletin mit Aerohelm, benötigt aber satt über sechs Stunden für die Radstrecke. Wenn ich richtig in den einschlägigen Triathlon-Magazinen gelesen habe, dann bringen die Dinger nur einen Vorteil wenn man deutlich über 30 Km/h fährt. Deutlich.

Insofern hätte die junge Frau auch auf einen herrkömmlichen Helm zurückgreifen können. Übrigens. Chrissie Wellington, die nur fünf Stunden auf dem Highway gerollt ist, trug einen eben solchen normalen Helm. Aber, und auf der anderen Seite: Vielleicht gefällt ja den Damen auch nur ihr jeweiliger Helm rein optisch besser. Und dann gilt wiederum: Jede/r wie es ihr/ihm gefällt.

Themawechsel: Ich wollte ja über die vergangene Woche schreiben. Wie war, beziehungsweise ist das Leben denn eigentlich?

Grundsätzlich ist das Leben schön. Zumindest fing es bei mir so mit der vergangenen Woche an. Der Jogg in Oldenburg, das Treffen mit den Emus – ich fühlte mich körperlich recht fit. Der Rücken war elastisch. Alles sehr gut.

Aber das Leben kann auch ganz schön erschreckend sein. So wie mein letzter Urlaubstag, der Dienstag. Ich morgens unter die Dusche, beuge mich zur Wasser Batterie hinunter, da macht es in meinem Lendenwirbelbereich "ping". Und ich ahnte schon was kam.
Binnen Minuten verkrampfte der gesamte Rücken so stark, dass ich Probleme hatte, in die Klamotten zu kommen. Herrgottnochmal – das war so wie kurz vor der Transalp im Juli. Ich konnte kaum gehen. Und hatte doch einen Tag voller (wenn auch nicht sportlicher) Aktivitäten vor mir. Richtig mies war das.

Nun habe ich Gott sei dank ja schon ne Menge Rücken hinter mir (fast buchstäblich), und so bin ich nicht all zu ängstlich. Ich schmiss also ein paar Tabletten ein, dachte "es wird schon wieder werden" und kämpfte mich durch den Tag. Das Leben ist eben auch manchmal sehr sehr anstrengend und kraftraubend. Abends zumindest war ich total kaputt und am Ende.

Der Mittwoch, wieder im Büro, gestaltete sich ähnlich. Und so blieb der Tag ohne Sport. Das Leben ohne Hoffnung ist bekantlich nicht viel wert. Ich setzte mich darum Donnerstag Abend guten Mutes auf die Rolle. Das klappte auch einigermaßen. Tatsächlich bekam mir das recht gut. So richtig richtig loslassen wollte mich mein Zippen und Zerren im Rücken jedoch nicht.

Gut, dass das Leben immer noch eine Chance mehr bietet. Am Freitag schwang ich mich gleich wieder auf den Drahtesel. War das ein schönes Blau, welches der Himmel bot. Und das obwohl Thomas mir im Telefonat sagte, dass es in Osnabrück total bescheiden sei. Tja, dass dieses Leben auch oft wechselhaft ist, das musste ich dann schon nach einer halben Stunde einsehen. Dunkle Wolken bauten sich vor mir in südlicher Richtung auf. Das war es dann mit der Schön-Wetter-Runde.

Eben noch Sonne, gleich Kälte – die dicken Wolken schieben sich wie eine Barriere zwischen mich und die Energiespenderin

Oh, das Leben kann gemein und nervig sein. Ich war gerade 1:15 Stunden unterwegs und da fühlte sich das Lenken plötzlich sehr schwammig an. Kennt Ihr das? Für Sekunden versteht man nicht, was da unter einem los ist. Aber dann steht plötzlich fest: Plattfuß! Mist!
Radfahren mit Rückenbeschwerden ist die eine Sache. Aber bei ungemütlichem Wetter, gebeugt und mit kalten Fingern einen Reifen wechseln, ist die Andere. Und die Umwelt ist mein Zeuge: Dieser Mantel saß so unheimlich fest auf der Felge – puh. "Ganz ruhig bleiben", habe ich mir immer gesagt. Und so musste ich bestimmt 20 Minuten mit dem Reifen und mir kämpfen, bis ich die Sache wieder im Griff, beziehungsweise vollgepumpt mit Luft auf der Felge hatte – und endlich weiterfahren konnte.

Tatsächlich kann das Leben dann unheimlich zufriedenstellend sein, wenn man unter der Dusche steht und man weiß, man hat es mal wieder gepackt – allen Problemen und Problemchen zum Trotz.

Muss man nicht haben, kommt in Winterzeiten, wenn mehr Dreck auf der Straße liegt, jedoch vermehrt vor: Ein Plattfuß

Schöne Überraschungen kann das Leben auch bringen. Am Freitag Abend kam mein bester Freund Peter mit seiner Anne spontan zu Besuch nach Hamburg. Folglich – der Kerl behauptete zwar, er hätte seine Joggingsachen eingepackt, machte aber keine Anstalten, zu trainieren – war der Samstag ohne Sport. Dafür mit einigen Drinks am späten Abend.

Das Leben muss man ab und an richtig packen, sich überwinden. Ich also, trotz der paar Gläschen am Vorabend, um 9.45 Uhr aufs Rad und ab zum kürzlich mit Norman und seinen Freunden besprochenen Sonntags-Radausfahrt-Treffpunkt. Mit Norman war zumindest einer aus der Truppe dort. Und ab dafür zu zweit. Eine schöne Runde, zumindest wenn man die Schmerzen außer Acht lässt.

In den ersten beiden Stunden war das Leben echt hart zu mir. Das tat richtig weh. In der dritten Stunde jedoch, wurde es besser und besser.
Leider kann das Leben ganz schön langatmig sein. Denn leider tut dieser vermaledeite Rücken, obwohl mir das Radfahren unterm Strich gut tut, immer noch ein wenig weh. Tendenz: besser. Mal sehen, wie es weitergeht.

Liebe Leute,
so ist das mit dem Leben. Wobei ich das Leben hier manchmal mit Training gleichgesetzt habe. Denn oft genug ist das eine nur ein Spiegelbild des anderen. Es gibt sie überall, die Aufs und Abs, die Hochs und Tiefs, die guten und die schlechten Zeiten.

Eins ist indes klar: Gerade in den schwierigeren Zeiten, und wollen wir mal sagen, dass die kalten Jahreszeiten für Ausdauersporttreibende dazu gehören, hilft es ein wenig, wenn wir der Sache mit einem Lächeln und ein wenig Gleichmut begegnen. So fahre ich derzeit immer mit gemütlichen 25 Sachen durch die Gegend. GA1 sozusagen. Dabei genieße ich einfach die frische Luft und freue mich, dass ich das machen kann, was ich mache – ohne Tempo, ohne Stress. (und ohne GA2-Koppeltraining)

Und ich versuche meinem Rücken nicht zu böse zu sein. Er ist ja auch nur ein Rücken. Und das ich diese Woche vermeinlich läppische acht Stunden trainiert habe, erscheint mir schon jetzt gar nicht mehr so wenig und unzufriedenstellend zu sein. Im Gegenteil.

Denn, tendenziell und im Großen und Ganzen, ist das Leben und auch das Training eben so.

In diesem Sinne, herzlichst, Euer mathias

P.S.1: Herzlichen Glückwunsch an Alex, die am Wochenende in New York ihren Marathon in 4:44 Stunden geschafft hat. Spitze.

P.S.2: Meine Woche:
Montag: 1:10 Stunden Laufen
Dienstag: Rücken
Mittwoch: Rücken
Donnerstag: 1:15 Stunden Rolle
Freitag: 2:35 Stunden (65 Kilometer) Rad
Samstag: Sagen wir mal Rücken und andere Dinge
Sonntag: 3:05 Stunden (77 Kilometer) Rad
Gesamt: rund 8 Stunden Training

Kommentare:

Flo hat gesagt…

erster erster
Sau cool dass du den blog so aufrecht hältst. Sehr zur freude meiner Motivation

Grüße aus Bayern

Flo

Maik hat gesagt…

Zweiter! ...und damit das gar nicht erst in den falschen Hals gerät: Ich habe kein Problem mit Aero-Helmen und High-Tech im Allgemeinen,- es war mehr die Kombination aus Allem... Gruzzz Maik

Oli.F. hat gesagt…

danke für die mutzusprechung.
ich werde dann beim nächsten berührungspunkt mit egoistischen autofahrern an deine worte denken.

mich beschleicht das gefühl dein training ähnelt stark meinem training - alles außer schwimmen ;-)))

alles gute für deinen rücken - gemeine sache das....

Anonym hat gesagt…

Hey Mathes!
...ja,ich bin heil wieder zurück aus NYC und bin mit meinen 4:44:58 ( ohne Training und Dirk - mit Jetlag und Reiseleiterstreß ) super zufrieden!... ;-> Es war ein klasse Erlebnis, im Central Parc `einzulaufen`!... :-)
...Auch mein erstes Kraullerntraining habe ich überstanden!Das wird allerdings - wie ja bereits vermutet - eine harte Nuß für den Trainer!... :-/ Im Büro bin ich durchaus multitaskingfähig,aber im Wasser leider nicht so wirklich!... :-(
...Halt Dich weiterhin wacker mit Deinem Training - es kommen auch wieder bessere Zeiten!... Nach Regen kommt SONNE!!!... Und aufgeben ist ja schließlich für Weicheier und zu denen gehörst DU ja definitiv nicht!... Ich drück Dir alle Daumen,daß es bald wieder besser ist!!!... ;-)
Liebe Grüße + bis bald!... *Alex*

Anonym hat gesagt…

na - auch wieder in den vierlanden unterwegs? hab mich endlich mal wieder aufgerafft und die späte sonne hat einen belohnt!

gruß, benni