Mittwoch, 15. Juli 2009

Zweite Rückschau: Ironman Austria

Liebe Leute,

so, heute geht es weiter mit ein paar Gedanken und vor allem mit Martins Sicht auf das Rennen in Klagenfurt. Ich bin etwas in Zeitdruck, aber was heute nicht geschrieben wird, dass wird dann gegen Ende der Woche geschrieben. Also los mit Martin:


"Hallo zusammen,

der Tag, für den Mathes und ich das letzte halbe Jahr so fleißig und hart trainiert haben, ist schon wieder Geschichte. Wir sind IRONMAN! Mathes schon zum Achten Mal und in einer unglaublichen Zeit und ich zum Zweiten Mal. WOW! Ich bin stolz, ganz ehrlich. Und das auch obwohl ich mein Traumziel nicht erreicht habe. Ich bin super happy und zufrieden mit meiner tollen Zeit von 10:11 Stunden.

Und das alles nur dank einer Person: Mathes. Hätte der gute Mann sein Buch nicht geschrieben, wäre der “Triathlon-Stein”, wie ihr vielleicht wisst, bei mir vermutlich nicht ins Rollen gekommen und ich hätte viele tolle Momente mit mittlerweile guten Freunden nicht erlebt.

Das muss jetzt erstmal raus: DANKE, MATHES! Das waren zwei super Sportjahre mit allem drum und dran. Du bist ein spitzen Trainer und auf Dein Wort vertraue ich hundert Prozent. Danke das Du Dir bei Deinen Beratungen soviel Mühe gegeben hast und mich häufig aufgebaut und motiviert hast. Ich hoffe wir starten irgendwann nochmal zusammen bei einem Ironman. Es war, auch dank der supernetten Truppe um Fürst-Rainer und Axel, echt eine tolle Zeit in Österreich.

Jetzt aber mal zu meinem kleinen Raceday-Rückblick. Wie Anna das auch so schön in den Kommentaren geschrieben hatte, es war so gut, als das Rennen endlich losging. Nach Monaten intensiven Trainings und der permanenten Anspannung die sich immer weiter steigerte, war es eine Freude endlich Gas zu geben. Und, wenn ich es richtig verstanden habe, waren auch Anna und Maria echt froh die Nervenbündel los zu sein.

Martin beim Schwimmen im Kanal – huii, da war es noch nicht so dicht. Das Glück des schnellen Schwimmers. Da müsst Ihr mal die Erzählung von Fürst-Rainer (Schwimmzeit 1:18 Stunden) hören!

Dennoch, ich hätte gut und gerne auf 2000 Athleten im Wasser (gestartet waren um die 2600) verzichten können. Was war das für ein Getrampel, Getrete, Gehacke und Gehaue. Unglaublich! Dagegen war Lanzarote ein Kindergeburtstag. Was vielleicht auch an meiner etwas ungeschickten Positionierung lag. Da ich ja eine Schwimmzeit um die 58 Minuten angepeilt hatte, bin ich nachdem wir (Rainer, Axel, Mathes) uns aufgeregt voneinander verabschiedet hatten, in den Schnellschwimmer-Bereich (unter 1 Stunde) gegangen und dort, um möglichst schnell frei schwimmen zu können in die dritte Reihe auf der Innenseite. Ein grober Fehler, wie sich herausstellen sollte. Die Innenseite ist immer die Seite zu der alle hinströmen. Und an der ersten Wendeboje treffen dann etwa 1500 Athleten im Wasser aufeinander, die sich um die Marke herum prügeln wollen. Ich habe während der ersten 1500 Meter soviel Wasser geschluckt, dass ich immer wieder prustend an die Wasseroberfläche musste um die Wörthersee-Brühe auszuhusten. Unschönes Gefühl. Als es dann ein wenig freier war, hab ich ein bisschen das Tempo angezogen und prompt wurde mir elendig heiß. Ich dachte die ganze Zeit nur: “Hoffentlich bekomme ich keinen Hitzschlag!”

Im Kanal kamen dann die ersten Wadenkrämpfe (ich denke auch wegen der Wärme im Neo) und glücklicherweise erspähte ich meinen Bruder Michi mit seiner Freundin Marieke und meine Eltern am Kanalrand, die mich wie wild anfeuerten und neben mir herliefen. Motivation pur! Auch Marias Bruder Leif legte sich richtig ins Zeug und rief mir bei jedem rechten Atemzug Anfeuerungsrufe zu.

Nachdem mir die Helfer aus dem Wasser geholfen hatten, rannte ich zu den Bike-Beuteln. Doch, unfassbar, die Veranstalter hatten über Nacht die Ständer anders angeordnet (ich hatte mir genau eingeprägt, wo meine Tasche hängt!), so dass ich meinen Beutel nicht fand und dann vor lauter Hektik den 383-Plastiksack griff und damit ins Zelt sprintete. Mit dem Neo auf dem Boden bemerkte ich meinen Irrtum. Hab’ ich geflucht. Wie ein Rohrspatz! Dann hab ich mir eine Helferin geschnappt und “Ich brauche 483!!!” geschrien, hab den 383-Sack wieder an seinen Platz gehängt und sie dazu verdonnert mir beim Suchen meiner 483-Nummer zu helfen.

Weitere 60 Sekunden später hatte ich mein Radtrikot an und los gings. Maria stand noch nah bei meinem Rad und hat mich wie wild angefeuert aber ich war so aufgeregt von dem Stress, dass ich nur wenig von den netten Worten mit bekam. Wie ich später erfahren habe, hatte die Pro-Athletin Bella Bayliss genau das gleiche Problem, verstellte Beutel-Ständer. Sowas darf doch nicht passieren!

Schnappschuss – Martin auf dem Rad

Erstmal auf dem Rad, war ich froh, dass ich in der zweiten Disziplin war. Nach zehn Kilometern war ich dann auch am Lachen und am Lächeln. Ich war schnell, mein Puls hoch und ich freute mich über die Strecke und die lieben Pa’a-Sprüche auf der Straße. Die Berge in der ersten Runde hab ich kaum bemerkt. Da war irgendwie alles im Fluss. Ab Kilometer 60 fielen mir die zahlreichen Lutscher zum ersten Mal auf. Wie an einer Perlenschnur hingen die alle dicht hintereinander. Aber, von Mathes anständig erzogen, hab ich mich ständig bemüht die Idioten so schnell wie möglich zu überholen und mir meinen Platz zu suchen. Aber verärgert war ich dann nach 130 Kilometer langsam schon, als ich immer wieder die gleichen Nasen vor mir hatte und ich einfach keine Power mehr aufbringen konnte, den Vögeln wegzufahren. Ich habe sogar eine Gruppe “Belgischen Kreisel” fahren sehen. Nicht zu glauben! Allerdings, um auch den Strecken-Marshalls gegenüber gerecht zu sein, es wurden zahlreiche Verwarnungen und gelbe Karten verteilt. Sehr verdient. Aber eben bei Weitem nicht genug.

Martin am Berg – vorbei an der Gruppe

Und dann, bei Kilometer 142, kam Mathes an mir vorbei geschossen. Ich hatte ihn schon länger erwartet. Das Rad-Tier! Der Typ war so schnell, dass ich ihm gleich zurief: “ich kann das Tempo nicht mitfahren! Gib Gas, lass Krachen!” Und weg war. Und plötzlich waren die ersten Oberschenkel-Krämpfe da! Beim Radfahren, dass hatte ich noch nie. Nach einer Minute ruhigem Treten und mit Salztabletten und Cola, ging es wieder. Während dieser Zeit musste ich immer an Mathes Worte denken: “Tiefs kommen und sie gehen, Ruhe bewahren.”

Dann endlich die Einfahrt zur Wechselzone. Yes! Ab in die Laufschuhe, neue Socken an und los. Der erste Kilometer raus auf die Nordschleife entlang des Sees ging noch, passierte ich auf dem Weg auch Marias Familie und meinen eigenen Family-Fanclub. Großartig! Doch dann folgte ein neun Kilometer langes zähes Stück durch die brütende Sonne. Auf dem Wörthersee waren hingegen Typen auf ihren Tretbooten mit kaltem Eis und Coke in der Hand zu sehen. Ich wollte so gerne mit Ihnen tauschen. Der Gedanke einfach in den erfrischenden See zu hüpfen, erschien mir sehr verlockend. Die Temperatur auf dem Asphalt war mittlerweile bestimmt bei 35 Grad.

Martin auf der Laufstrecke

Und plötzlich merkte ich, dass ich meine gewünschte Geschwindigkeit niemals würde durchlaufen können. Es war mir zu brutal warm. Bei jeder Verpflegungsstation: Schwämme, Wasser über den Kopf, Wasser trinken, Cola, Cola, Schwämme über die Arme. So dachte ich, laufe ich wenigstens keine Gefahr vollständig heiß zu laufen. Aber alle 2,5 Kilometer das Wasser-Programm, klar läuft man dann langsam! Und dann gings wieder an den süßen Nichten und an Maria vorbei; so konnte ich auf den wenigen Metern wenigstens nicht so offensichtlich leiden. Eher versteckt. Gute Miene zum bösen Spiel, eben.

Martin mit Jael auf den allerletzten Metern vor dem Ziel

Bei Kilometer 15 dann für einen kurzen Augenblick Mathes auf der Gegenspur. “Mathes go!” Nicht weit von mir weg, vielleicht 400 Meter vorne. Aber dann der Martin-Mega-Einbruch bei Kilometer 28. Beide Beine dicht. Krämpfe. Ich musste stehen bleiben. Erst nach 20 Sekunden ging es laaangsam weiter. Und dann erstmal weiter im Trott-Tempo. Bei Kilometer 35 dann nochmal irgendwo Mathes auf der Gegenspur. Weit vor mir. “Mann, ist der schnell geworden”, dachte ich nur. Für mich galt sowieso seit dem Krampf bei Kilometer 28: "Mach es easy zu Ende, scheiß auf die Zeit und genieß den Zieleinlauf. “ Das wird toll mit meiner kleinen Nichte Jael!”
Und dann, nachdem ich mir so lange ausgemalt hatte wie schön erfrischend es sein wird, nach dem Zieleinlauf mit Anlauf und Arschbombe in den kühlen Wörthersee zu hüpfen, fängt es zwei Kilometer vor dem Ziel an zu gießen. Wie aus Kübeln.

Martin mit Jael im Ziel. Schöne Zeit, schaut mal!!

Die vorletzte Kurve: schon aus 200 Metern Entfernung sah ich Maria mit Jael im Arm stehen. Sie hat mir den kleinen Floh in den Arm gedrückt und wir sind zusammen gerannt. Und ich frag Jael: ”Willst Du nicht mit mir zusammen rennen? Du hast doch so gut trainiert?!” Und die drei Jahre alte Prinzessin nur: “Ja” und lacht. War das süß! Und beim Anblick des kleinen frohen Hüpfers an meiner Seite hat der ganze Zielbereich nochmal extra laut gefeiert, hatte ich das Gefühl. Und schließlich: ZIEL! 10:11:10 Stunden. Ein wirklich anstrengender aber toller Tag.
Aber so hart, dass ich kurz nach dem Zieldurchlauf meiner Mutter sagte: “Nie mehr mach’ ich so ’ne Scheiße! Das war ja so fies heiß!”

Wir werden sehen was kommt. Ideen gibt es ein paar. Mein letzter Ironman wird es nicht gewesen sein. Soviel steht fest! Vielleicht erstmal Pause? Vielleicht aber auch nicht!
Lassen wir uns überraschen.

Bis bald. Lieben Gruß,
Martin"

Also um eins beneide ich Martin: Den Zieleinlauf mit so einer kleinen Prinzessin wie Jael. Toll! Aber auch das ist ein Thema, an dem man arbeiten kann. Die Zukunft wird es zeigen.

Unser Team nach dem Rennen im Massagezelt. v.r.: Axel, Martin, Fürst-Rainer, Mathias

Nun muss ich mich hier erstmal für Martins Danke bedanken! Danke! Danke auch an Dich, denn nicht nur ich konnte Dich ab und zu motivieren, sondern oft genug hat mich Dein Langer Lauf, der Gott sei Dank ab und an bei mir vorbei führte, mitgerissen, so dass ich wenigstens an manchen Tagen 11 Kilometer gelaufen bin – statt gar nichts zu machen. Tatsächlich haben wir nun zwei Sportjahre gemeinsam verbracht und viele tolle Erlebnisse gehabt. Erlebnisse, die unseren Kopf und unser Herz wahrscheinlich nie mehr verlassen werden! Und wie so oft muss ich an den Spruch meines besten Freundes Christian "Kochi" Koch denken: "Don’t blink, you miss it!" (Blinzel nicht, sonst verpasst Du es). Denn tatsächlich ist es alles schon Vergangenheit. Aber ich glaube, wir haben die Dinge bewusst genug erlebt, um lange Zeit Kraft daraus schöpfen zu können.

Nun aber erst einmal ganz kurz zu Martins Rennen: Gerade über die innere Schwimmseite haben wir in den vergangenen Jahren wirklich oft genug gesprochen. Es gibt schon einen Grund, warum ich immer ganz ganz außen starte. Klar, das ist Weichei-Schwimmen. Aber besser, als sich innen untermangeln zu lassen. Zu Martins Beruhigung muss man jedoch sagen, dass 1. es außen auch verdammt brutal war (meine Schwimmzeit war ja auch fünf Minuten unter Wert), und 2. wir mit dem Wasser des Wörthersees doch noch Glück hatten. In manchen Kanälen und abgestandenen Tümpeln, von Meerwasser einmal abgesehen, schmeckt das Wasser wahrlich nicht so gut wie im Wörthersee. Haha.

Und zum Beutel: Das ist natürlich echt eine Katastrophe. Da versucht man alles richtig zu machen, prägt sich den Weg ein wie nichts Gutes, und trotzdem scheitert man in seinen Bemühungen. Keine Ahnung, was sich die Österreicher dabei gedacht hatten. Geben kann ich hier jedoch noch einen kleinen Verbesserungs-Tipp, bzw. eine Möglichkeit, den (Zeit-)Schaden zumindest in Grenzen zu halten, nämlich in dem man noch den Beutel noch am Haken mit einem kurzen Blick auf seinen Inhalt überprüft. Wenigstens kann man sich dann einmal Hin- und Her-Laufen ins Zelt sparen.

Sooo, wie ich gehört habe, war Martin schon zweimal wieder Laufen. Ich habe mich hingegen noch nicht bewegt. Ist aber auch nicht so leicht. Zum Schwimmen habe ich diese Woche noch keine Zeit, Radfahren auch nicht, und ans Laufen ist mit meinem Fußballen einfach noch nicht zu denken. Wahrscheinlich steht also am Sonntag Morgen die erste Trainingseinheit wieder an, und zwar mit einer lockeren Radausfahrt. Schade nur, dass ich die Zipp-Laufräder wieder zurück geben muss. Wobei – im Training würde ich die Dinger eh nicht fahren. Ihr kennt mich ja. So was mag ich einfach nicht. Poserei.

Apropos Posen. Hier kommt in fetten Lettern, ein Satz, den ich bei Kilometer 20 auf der Radstrecke (und einige weitere Male später) in Klagenfurt kreiert habe, achtung:

AERO-HELM TRAGEN, ABER ZUM PINKELN ANHALTEN!!

Ich habe mich fast totgelacht, als ich das gesehen habe. Im Ernst, Ihr wisst ja, dass ich nichts von den Dingern halte. Für mich ist das reine Geldverschwendung. Nur sehr wenige Profis haben die Kraft und Disziplin, den Kopf so zu halten, dass sie von dem Eiertopf profitieren. Denn jedesmal, wenn sie nach links, rechts oder unten schauen, bringt das Teil nicht nur nichts, es ist sogar kontraproduktiv. Was jedoch ein Sportler meiner Leistungsklasse damit soll – oder Leute, die noch mal langsamer fahren als unsereiner – das ist und bleibt mir ein Rätsel. Zumal diese Geräte, so hört man von allen Seiten, unkomfortabel sein sollen. Und ob sie gleichen Schutz bieten, wie andere Helme, dass scheint mir auch fraglich. Also haltet es vielleicht doch besser wie die neue Weltrekordhalterin Chrissie Wellington, die fährt nämlich auch konservativ.

Zwei Tage nach dem Rennen mit einem Elektroboot, Bier und Pizza auf dem Wörthersee. Das Leben kann so schön – und wenig anstrengend! – sein

Apropos konservativ: Immer öfter höre ich von Leuten, die im Rennen mit Rückenproblemen zu kämpfen haben. Vielleicht sollten sie mal darüber nachdenken, ob es wirklich Sinn macht, mit einem Rahmen zu fahren, der ihrem Körper Dinge abverlangt, die sie nicht trainiert haben. Wer einen extrem geschnittenen Rahmen fährt, der muss sich mit entsprechendem Training der Rumpf- und Nackenmuskulatur auch auf so was vorbereiten! Gut, das ist letztlich die Entscheidung jedes Einzelnen. Nur so viel: Man kann mit relativ normal geschnittenem Rahmen, mit Rennlenker und STI-Schaltung und Aero-Aufsatz, und mit normalem Helm die 180 Kilometer unter 5 Stunden fahren – selbst, wenn man auf Windschatten verzichtet. Ich habe es selbst erlebt – in Klagenfurt, auf und mit meinem Rennrad.

Wir sehen uns beim Grillen heute Abend – oder hören uns in den nächsten Tagen. So ein Rennen muss noch ein wenig verarbeitet werden.

Viele liebe Grüße! Herzlichst, Euer mathias

Montag, 13. Juli 2009

Erste Rückschau: Ironman Austria

Liebe Leute,

so, nun haben wir alles hinter uns. Leider konnte ich aus Klagenfurt bisher noch keinen Bericht schicken, denn die hatten ihr Pressezentrum original am Morgen nach dem Rennen schon abgebaut. Und dass der Twitter nur bis zur Hälfte gereicht hat, bitte ich auch zu entschuldigen. Aber Anna war während des Marathons einfach so nervös und aufgeregt, dass sie es nicht mehr geschafft hat.

v.l.: Das Team, Axel, Martin, Mathias, Rainer – mit Andrea aus Bergisch Gladbach (ein Lichtblick auf dem Foto, oder?!)

Martin konnte bis heute leider noch nicht seine Sicht der Dinge niederschreiben. Also muss ich hier direkt in medias res gehen. Bevor ich das allerdings mache, möchte ich ganz herzliche Grüße und vor allem auch ein großes Dankeschön an Martin in Wien senden – warum, dass erklärt sich später in meinem Rennbericht.

Ein herzliches Dankeschön auch an Maik und Florian, die den Ticker im Blog toll versorgt haben – auch wenn Annas Eindrücke (s.o.) irgendwann fehlten. Mensch, beim nächsten Mal müssen wir mal über einen coolen Livestream und Helmkamera nachdenken, oder?! Aber wird es ein nächstes Mal geben? Abwarten.

Juut, ich beginne diesen Eintrag während ich hinten im Auto sitze, und Anna Fürst-Rainer und mich die letzten 150 Kilometer nach Hamburg chauffiert. Womit soll ich aber bei meinem Rennbericht beginnen? Mit dem Startschuss? Oder mit den letzten Vorbereitungen an unseren Rädern in der Wchselzone, als wir vier (Berlin-Axel, Fürst-Rainer, Martin und ich) uns noch mal in den Arm genommen und uns Glück wünschten. Ja, das scheint mir ein guter Moment zu sein:

Die Neos schon bis zur Hüfte angezogen, griffen wir unsere Beutel (in denen nun unsere „Streetwear“ war) und bewegten uns Richtung LKW, der diese Beutel aufnehmen sollte. „Wo ist Deine Badekappe“, fragte mich Axel. Die Antwort lag tief unten im Streetware-Beutel. Super, alles rausprökeln, Kappe unter den Neorand klemmen und den Rest wieder in die Tüte. Keine drei Sekunden später: „Und Deine Schwimmbrille?“ Jepp, alles wieder raus aus der vermaledeiten Plastiktasche, Brille zur Kappe unter den Neo-Rand, und den Rest wieder in die Tasche. So, nun war aber wirklich alles Wichtige am Mann. Beutel abgeben und ab zum Schwimmstart.

Kurz vor dem Schwimmstart in der Wechselzone: Axel, Mathias, Rainer, Martin (v.l.)

Dort angekommen konnte ich (subjektiver Eindruck) deutlich Martins Anspannung spüren. Die machte sich Platz in der äußerst zielstrebigen Art und Weise, wie er sich durch die anderen Sportler den Weg bahnte, – oder auch frei räumte – um einen guten Startplatz zu ergattern. Ich selbst ließ es ein wenig ruhiger angehen – als nicht ganz so guter Schwimmer, dachte ich mir, könne ich weiter außen starten, um Prügeleien aus dem Weg zu gehen. Freilich ohne rechten Erfolg. Denn kaum fiel der Startschuss, ging es überall entlang der Startlinie, egal ob im rechten oder linken Blog, egal auch ob in der ersten oder meiner fünften Startreihe, mächtig zur Sache.

Weil ich mich in so einem Chaos sehr unwohl fühle, versuchte ich schnell noch weiter nach außen zu gelangen – dadurch fühlten sich andere Schwimmer bestimmt auch unwohl, denn ich schwamm zum Teil einfach über sie rüber. Und andere wiederum über mich. Das gute war indes, dass man keine Angst vor dem Wasserschlucken haben brauchte, denn das Nass des Wörthersees schmeckt wirklich gut.

Nach 1400 Metern um die erste riesen große rote Boje. Unglaublich, was selbst zu diesem Zeitpunkt des Rennens noch für ein Chaos herrschen kann. Ich bin zwar nicht der Schnellste in dieser Disziplin, aber ich investiere doch einige Energie dahingehend, dass ich mich relativ oft nach oben drücke, um einen kurzen Blick über die Wasseroberfläche zu erlangen und mich zu orientieren. Das scheint vielen anderen Triathleten indes fremd zu sein. Das geht rechts rüber, links rüber, und sofort wieder nach rechts. (Apropos: In Roth haben wir an diesem gerade vergangenen Wochenende sogar einen Athleten gesehen, der schon fast 50 Meter quer in die entgegen kommenden Konkurrenten geschwommen war, bevor er von einem Kajak-Fahrer umgelenkt wurde – wie kann so etwas passieren?).

Was man über die Schwimmstrecke in Klagenfurt sagen muss ist, dass sie recht kurzweilig ist. Erst 1400 Meter gerade, dann 400 links, 1200 wieder gerade zurück, und dann kommt der 800 Meter lange, aber nur 5 Meter breite Kanal. Vor diesem allerdings wird es richtig eng – und in ihm, je nachdem zu welchem Zeitpunkt man dort ankommt, auch. Da könnt Ihr mal den Fürst-Rainer fragen, der dachte, er schwimmt im Whirlpool. Ich selbst, so viel kann ich sagen, fühlte mich im Kanal sehr wohl. Denn Osnabrück-Matthias (der kurzfristig mit seiner Christin angereist war – 1000 Dank für Eure Mühen und Anfeuerungen!!) und vor allem natürlich Anna gingen fortan direkt neben mir her. Das machte mir so viel Spaß, dass ich die ganze Zeit lächeln und bei jedem zweiten Armzug winken musste – und darüber hinaus erstmals richtig schnell schwamm.

Mathias im Kanal (Foto: Matthias Fackler)

Wenige Minuten später war die erste Etappe geschafft. Durch die Wechselzone, Beutel gegriffen, „wo geht es längs?!“ geschrieen, und ab ins Umkleidezelt. Raus aus dem Neo – mal keinen Krampf in der Wade, was ich sonst öfter mal erleben! – Radschuhe an, Helm auf, Trikot über das brandneue Skinfit-Laufshirt (mit dem ich schon geschwommen war), Reisverschluss zu, Brille auf, noch mal „wo geht es längs?!“ gerufen, bestätigende Antwort erhalten, raus aus dem Zelt, hin zum Rad, das heiße Gerät geschnappt, und laufen, laufen, laufen. An meiner Seite plötzlich Martins Maria, die mich anfeuerte wie verrückt, mir aber auch mitteilte, dass ihr Liebster schon seit 7 Minuten weg sei – puh, das war viel Zeit. Aber egal, das Schwimmen lag hinter mir, dass Rennen konnte nun richtig beginnen.

Herrliche 20 Kilometer führt die Radstrecke zu Beginn am Wörthersee entlang. Und sehr schnell schon entdeckte ich ein „Pa’a“ und „Martin, Mathes, Axel, Rainer“ auf dem Asphalt. War ich gut gelaunt zu diesem Zeitpunkt, und auch ein Triabolos-Athlet, der es anscheinend etwas befremdlich fand, dass ich als Hamburger ihn grüßte – denn er grüßte etwas später nicht, worauf ich ihn wieder überholte und ihm sagte, dass wir Hamburger doch zusammen halten sollte – konnte daran nichts ändern. Radfahrer um Radfahrer passierte ich an deren linker Seite, und so huschten die Ränge nur so an mir vorbei.

Wenig später fand ich die ganze Szenerie jedoch überhaupt nicht mehr schön. Nämlich genau zu diesem Zeitpunkt, als ich registrierte, dass dies hier ein Windschattenliebhaber-Rennen war. Denn ab einem gewissen Zeitpunkt, wurde ich die Athleten, die ich überholte nicht mehr so schnell los. Und irgendwann sogar wendete sich das Blatt. Ich kam an die 200 Meter vor mir fahrende Meute in der Ebene nicht heran, während von hinten eine weitere 30 Mann starke Truppe in Mannschaftszeitmanier auf mich auffuhr. Ich verkaufte meine Haut teuer, und vor allem mit ehrlich! Die Quittung bekam ich am ersten ernstzunehmenden Berg. Nicht nur, dass diese Typen mich dort gestellt hatten, die hatten nur – weil sie ja im Energiesparmodus zu mir hingefahren waren – auch noch mehr Power für den Berg, während ich im kleinen Gang erst einmal wieder zu mir finden musste.

Gut, das war dann die erste Gruppe, die ich – zumindest beim Radeln nicht mehr wieder sah. Auf einer langen ganz leicht ansteigenden Geraden mit etwas Gegenwind konnte ich dann meinen Weg (vermeintlich) nach vorne weiter fortsetzen. Das könnt Ihr Euch so vorstellen: rechts alle 4 bis 7 Meter einen Athlet wie an einer Perlenkette aufgeschnürt, und links ich am quetschen, bis die Schenkel qualmten. Irgendwann war ich dann wieder allein auf weiter Flur – bis ich weit hinter mir (mittlerweile leicht bergab) einen großen Haufen Athleten, natürlich alle direkt hintereinander, entdeckte. Es dauerte nicht lange, und die zogen alle an mir vorbei. Wie ätzend ist das bitte?! Ich weiß ja, ich muss noch ein wenig ruhiger werden, manchmal bin ich einfach zu impulsiv, aber es war einfach der Zeitpunkt erreicht, wo ich mich echt ärgerte.

Denn es ist ja nicht nur so, dass man selbst ehrlich und alleine seine Kraft raus haut, während die anderen einen einholen, und wie beschrieben, sogar am Berg dann Körne übrig haben. Fast noch schlimmer ist, dass diese 30 Leute alle direkt vor einem einscheren. Dies wiederum bedeutet nach den geltenden Regeln, dass der Überholte sich zurück fallen lassen muss! Ich muss also für den Abstand von 7 Meter sorgen! Und das wiederum bedeutet, ich muss 30 Leute ohne Gegenwehr vorbei ziehen lassen, 2 Minuten die Beine hochnehmen, Hände an den Oberlenker legen und nichts tun!!! (Früher begann man selbst den Überholvorgang 10 Meter vor dem Vordermann, fuhr auf 1,5 Meter Abstand, und scherte erst 10 Meter vor ihm wieder ein – das war Männersport!)

Das soeben erlebte hat mich so dermaßen geärgert, dass ich die Kollegen nicht nur als Windschattenfahrer bezeichnet habe, ihnen darüber hinaus riet, ihre Räder doch mit Gummiseilen zu verbinden, sondern auch (nennt mich Denunziant) mich bei der mitfahrenden Wettkampfrichterin beschwerte. Diese Frau traf ich übrigens noch ein halbes Duzend mal, und immer konnte sie aufgrund meiner Fahrweise deutlich erkennen, dass ich sauber fuhr – was mich allerdings viel Zeit kostete (s.o.: Beine hoch, Oberlenker).

Das ging dann 150 Kilometer so weiter, und ich verpulverte viel Energie für Schimpfen und Diskussionen. Einige Szenen: Ein gewisser Kurt, der freilich schon ein Strafe auf seiner Nummer vermerkt hatte, und der immer wieder mit zwei anderen Leuten, 10 Minuten nachdem ich an ihnen vorbei gezogen war, aber 200 Meter vor ihnen einfach nicht mehr weiteren Boden gewinnen konnte, musste sich von mir anhören, dass er die Strafe sicher nicht ohne Grund bekommen hätte, oder dass ich, wenn die anderen beiden mich passiert hatte, schon auf ihn gewartet hätte. Natürlich beschimpfte er mich im Gegenzug, fragte was ich von ihm wolle, und ich solle doch einfach ruhig sein. (konnte ich aber nicht)

Ein Kurt hing einmal ungefähr 3 Meter hinter mir. Als ich mich umdrehte und ihn fragte, oder dies denn die geforderten 7 Meter sein, meinte er lächelnd „ja“. An seinem Tonfall konnte ich hören, dass er Kölner war und sagte ihm dies. Und weil er so unverfroren gelogen hatte, mir darüber hinaus jedoch sein Tonfall gefiel und mir in der zweiten Runde auch eh schon alles egal war, meinte ich, er hätte wenigstens Humor und solle ruhig hinter mir bleiben.

Ein weiteres Mal auf der langen zunehmend mit Gegenwind auf die Athleten wartenden leicht ansteigenden Geraden, passierte ich wieder eine Hundertschaft viel zu dicht hintereinander fahrender Athleten. Und mit einem Mal sprang einer dieser rechts fahrenden Kerle direkt an mein Hinterrad. „Bis Du bekloppt?!“, feuerte ich ihm, mich umdrehend entgegen, worauf er mit fragendem Gesichtsausdruck „Warum?“ stammelte. „Weil das Windschatten fahren ist!! Hau ab von meinem Hinterrad!!“, fauchte ich, was er prompt umsetzte. Ich könnte noch viele ähnliche Geschichten erzählen. So zum Beispiel die von der 20er Gruppe, die mich in Rosegg, kurz vor dem Berg an dem Matthias stand, passierte. Wieder konnte/musste ich die Füße hochheben. Als die Jungs jedoch den Fuß des kurzen Berges erreichten, nahmen diese auch die Füße hoch, weil keiner von ihnen die Truppe oben weiter ziehen wollte. Binnen Sekunden war Stau und ich – total verarscht – fast als Auffahrtäter bremsend. Bremsen, wo man eigentlich fahren, treten, Gas geben will!!!

Gruppe nach Rosegg am Berg. Gott sei Dank mein letzter Kontakt mit ihr. (Foto: Matthias Fackler)

Also ausgeschert, und links an der ganzen Bande vorbei. Kaum vorne angelangt, zogen die dann wieder an, weil sie ja nun wieder einen Windteiler hatten. Mit letzter Luft habe ich Matthias, der wie verrückt ein paar Meter neben mir her rannte, die Geschichte erzählt, worauf er – ebenfalls mit letzter Kraft – irgendwas schrie wie „Los Mathias fahr!! Und ihr Lutscher haut endlich ab!!“ Gott, da musste ich dann doch lachen. Das war sehr lieb. Allein, die anderen ließen sich nicht davon beeindrucken. In der folgenden ansteigenden Passage konnte ich die Jungs trotzdem loswerden. Und meine mir mittlerweile vertraute Kampfrichterin tauchte auch wieder auf. Ich sagte ihr, dass ich dass alles sehr traurig finde, worauf sie meinte, sie täte doch ihr Bestes, und ich würde doch tendenziell nach vorne kommen. „Weiß ich ja“, antworte ich, „Ich will mich ja nicht über Dich beschweren, ich brauche nur jemanden zum Reden.“

Zwei Minuten zuvor hatte ich übrigens meinen Nahmen gehört. Aber nicht von einem Marshall, sondern von Martin. Den hatte ich viel weiter vorne erwartet, und deshalb war er mir unter den Überholten nicht aufgefallen. Wir haben uns dann kurz unterhalten, wobei er jedoch meinte, dass er erst gar nicht versuchen würde, mit mir zu fahren, und somit war das ein kurzes Freundschaftstreffen inmitten der Strecke. Gegen Ende der Radrunde war es dann um mich herum sehr ruhig. Und als ich nach 4:59 Stunden Radfahren von demselben herunter sprang, war ich eigentlich sehr zufrieden – allerdings währte dieses Gefühl nur für ganz wenige Sekunden.

Denn während ich mit meinen seit Stunden in nassem Klima stehenden Füßen barfuss über den heißen Asphalt der Wechselzone lief, spürte ich, wie sich die Haut unter meinen rechten Fußballen ablöste. Oh nein, das durfte doch nicht wahr sein. Ein Blick unter den Fuß, den ich mir im Wechselzelt gönnte, machte jedoch klar, es war wahr.

Tatsächlich war mein erster Gedanke, einfach aufzuhören. Mit einer solchen Blase konnte man keinen Marathon laufen. Und erst recht konnte ich damit meine Erwartungen an mich selbst nicht erfüllen. Keine Ahnung warum ich es tat, aber ich lief dennoch los – nur um in den ersten Kurven die durch die Wechselzone führten zu spüren, dass es so nicht gehen würde. Und wenn doch, dann nur ganz ganz langsam. Joggen würde ich vielleicht können, vielleicht. Eher traben. Auf jeden Fall nicht laufen.

So sah die Blase frisch nach dem Rennen aus. Schwer zu fotografieren, deshalb habe ich versucht sie zusammen zu schieben

Ich kann Euch nicht sagen, wie sehr enttäuscht ich zu diesem Zeitpunkt war. Ohne Witz, ich hatte vor dem Rennen gebetet, dass es diesmal doch bitte alles normal verlaufen sollte. Allein, der Adressat meiner Bitte hatte wohl was anderes mit mir vor. Und ich wollte doch eigentlich auch mein Fell, sprich meinen kleinen 3-Minuten-Vorsprung vor Martin, zumindest für einen guten Preis verkaufen. Aber alle meine Erwartungen, schienen sich mit den wenigen Sekunden barfuss über den Asphalt der Wechselzone erledigt zu haben.

Jetzt muss man noch erwähnen, dass die Klagenfurter Strecke total viele kleine verwinkelte Ecken hat. Keine Ahnung, 30? Dazu eine Passage von 30 Metern, die über eine quer hängende Wiese in einem Freibad verläuft. Ich konnte schon so kaum auftreten, aber in jeder dieser Ecken und Passagen, und waren es auch nur ein paar Meter über schlechten Asphalt, dachte ich, man reißt mir die Haut unterm rechten Fuß weg – ohne Narkose, oder irgendeine Alternative Bewegungsform, mit dem ich hätte diesem Schmerz ausweichen können.

Als ich nach nur 2 Kilometern das erste Mal bei Anna, Maria, ihrer Familie, Martins Familie und Susanne und Thomas aus Wedel (die sind auch extra wegen uns nach Österreich gereist – auch hier 1000 Dank für Alles!!) vorbei kam, war ich total gefrustet, genervt, hatte Tränen in den Augen. Ich fand das alles ungerecht. Hätte der Veranstalter nicht Teppiche in die Wechselzone legen können? Hätte er nicht bei der Wettkampfbesprechung wenigstens noch einmal darauf hinweisen können? Fragen ohne Antworten. Ich fand einfach alles zum heulen. Ich würde so keinen guten Marathon laufen können, und neben alle denjenigen die mich eh schon auf den ersten 2 Kilometern passiert hatten, würde es auch nur noch ein paar weitere Minuten dauern, bis Martin an mir vorbei stürmen würde. So langsam wie ich war, würden wir noch nicht mal Zeit für einen kurzen Plausch haben.

Tatsächlich aber kam es anders. Irgendwo zwischen Kilometer 10 und 17 – wo die Strecke etwas weniger Kurven beinhaltete und Bäume Schatten spendeten, konnte ich mich fangen. Und ganz langsam aber sicher nahm ich ein vernünftiges Tempo auf. Beim Wendepunkt nach 17/18 Kilometern, traf ich Martin und hatte ungefähr 3 bis vier Minuten Vorsprung. Ich sah ihn schon von weitem und feuerte ihn an – und er mich ebenso. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich zwei Gedanken. Einen Guten und einen nicht so Schönen. Der nicht so Gute war, dass Martin anscheinend absolut nicht auf Kurs zur Traumzeit war, was ich sehr schade fand. Der Bessere war, dass es zumindest noch ein paar Kilometer dauern würde, bis er mich erwischte, weil ich wie gesagt etwas flotter geworden war, und zumindest kein absolutes Mist-Rennen machen würde.

Wie in jedem Ironman-Rennen wieder an meinem Handgelenk: Mein Startbändchen mit der Aufschrift "Wille ist Alles!" Und da habe ich verdammt oft beim Laufen drauf geguckt!!

Von Meter zu Meter konnte ich nun mehr Fahrt aufnehmen (zumindest gefühlt!), und auch wenn ich von Beginn an durch jede Verpflegungsstelle ging (was ich ohne Blase und Frust nicht gemacht hätte, aber die Traumzeit war ja auch bei mir längst verpfuscht), so konnte man das, was sich zwischen den „Labestationen“ (österr.) abspielte nun wirklich mit Laufen bezeichnen. Irgendwo bei Kilometer 21, auf der heißen Westschleife hatte ich gefühlt wieder ein wenig eingebüßt, kam ich wieder bei Anna und den Anderen vorbei, und das tat richtig gut. Anna sprintete neben mir her, und schon mein Blick auf ihre Anstrengung verriet mir, dass ich nun endlich gut unterwegs war. Zu diesem Zeitpunkt lag Martin 8 Minuten hinter mir zurück, und so leid es mir für ihn tat, dass er auch sein Traumziel nicht erreichen würde, so sicher war ich mir, dass ich von hier an immer stärker werden würde. Es ist schon verdammt komisch, wie sich die Dinge während eines solchen Rennens verändern. Aber es ist eben auch genau so, wie ich es dem Team im vergangenen Jahr immer gesagt habe: Man macht viele Höhen und Tiefen durch an einem solchen Tag. Und das Wichtigste ist, immer die Ruhe zu bewahren. Phasen kommen und Phasen gehen, Gute und Schlechte, und durch jedwede muss man durch.
Eben noch hatte ich nicht mehr aus dem Wechselzelt hinaus laufen wollen, und nun, eineinhalb Stunden und unendliche viele Schmerzmomente später, spürte ich enorme Zuversicht in mir.

Und nun komme ich zu Wien-Martin: An einer Kurve hinter der Wechselzone, direkt zu Beginn der Laufstrecke, stand ein junger Mann, der mich gezielt und wahnsinnig positiv anfeuerte. Das hat man heutzutage natürlich öfter, denn unsere Namen stehen ja auf der Startnummer. Aber irgendwas war besonders, das spürte ich. Ich dachte, er feuere mich an, weil er sah, dass ich es zu Beginn des Marathons wirklich sehr dringend nötig hatte – und das hatte ich, wie erwähnt. Bei Kilometer 10 das gleiche Spiel. Schon da freute ich mich, diesen Kerl zu sehen, der sich anscheinend auf mich eingeschossen hatte. (So was ist mir übrigens in Zürich auch schon einmal mit einem wildfremden Zuschauer passiert. Da freute ich mich bei jeder Runde darauf, wieder dort vorbei zu kommen, wo ein bestimmter Zuschauer immer irre freundlich lächelte und unermüdlich klatschte.)

Dieser Zuschauer in Klagenfurt muss, weil er ja anscheinend genau beobachtete, registrieren, wie sich mein Zustand, meine Blicke und meine Körpersprache veränderten. Und als ich bei Kilometer 27 bei ihm vorbei kam, da hatte sich mein anfangs verzweifelter Blick – wie ich glaube – schon deutlich zum Positiven hin verändert. Als ich dann, 600 Meter vor der Ziellinie und kurz vor dem großen Regen, wieder dort vorbei kam, und mich der Typ erneut sah, da zeigte ich mit ausgestrecktem Arm auf ihn, und wollte ihm mit nickendem Kopf und wissendem Blick zeigen, dass ich ihm dankte. Nun im Nachhinein – siehe langen Kommentar im vergangenen Blog-Eintrag – weiß ich, dass es unser treuer Blog-Leser Wien-Martin war. Und nun frage ich mich, ob er gesehen hat, dass ich nach meinem letzten Gruß an ihn, so gut gelaunt und zufrieden war, dass ich einen von hinten heranstürmenden Athleten bereitwillig die Innenbahn einer Kurve überließ, weil ich 1. mich nun nicht mehr auf der engen Innenbahn quälen wollte, und 2. es mir nicht mehr auf den einzelnen Platz ankam, weil ich so glücklich und zufrieden war, dass ich dieses zwischenzeitlich vermaledeite Rennen doch noch wenden hatte können.

Martin, wenn Du die eben beschriebene Szene bemerkt hast, dann lass Dir sagen, neee, der Typ hat mich nicht mehr gefangen, ich bin nach unserem letzten Gruß so schnell und Energie geladen gelaufen, dass er es einfach nicht mehr hinbekommen hat.

Ein zwei Kurven noch, Martin und Christin 100 Meter vor dem Ziel noch abgeklatscht, die Anderen Freunde nicht mehr richtig wahrgenommen, weil das Glück einfach unbeschreiblich groß war, und ab auf die Zielgerade. Gott, ich war so glücklich, dass ich – zum ersten Mal in meinem Leben bei einem Ironman-Rennen – sogar einem anderen Athleten, den ich locker hätte übersprinten können, den Vortritt ließ. Dann die ein Meter hohe Rampe hoch (9:49 Stunden), und alles nur noch bunt und hell, und prickelnd und leicht, und gute Laune, Freude, Glück!

Dann kam Anna, und alles war noch besser. Und von der Massagebank aus, sah ich auf einem großen Monitor, Martin (nach 10:11 Stunden) mit seiner Nichte Jael ins Ziel laufen – so wie er es ihr immer versprochen hatte. Das war super! Ich also von der Bank runter (mein Gott, wie schwer war das?!!) und in Alufolie gehüllt raus in den Regen, um ihn zu umarmen. Das war ein langer Weg, den wir zusammen gegangen sind – nicht nur an diesem Tag!

Der Rest war dann sehr cool. Wir haben noch im Massagezelt auf Fürst-Rainer (super Leistung von 10:37 Stunden im ersten Ironman) und Axel (ebenfalls sehr gute 12:10 Stunden) gewartet. Für mich ist die Zeit in diesem Zelt eigentlich immer die Schönste. Dort isst und trinkt man etwas, und man lächelt die ganze Zeit. Die Helfer und Service-Leute lächeln zurück und alles ist Sonnenschein – auch im strömenden Regen von Klagenfurt.

So sieht der Fuß nach "Operation-Hautweg" aus

Juut, ich glaube ich habe eh schon zu viel geschrieben – und doch viele Gedanken unterdrückt – so dass ich für heute mal aufhöre. Wenn Ihr mögt, dann schreibe ich am Mittwoch oder Donnerstag weiter. Dann kann Martin noch was beisteuern, und ich kann auch noch mal einiges Grundsätzliches Revue passieren lassen.

Für heute aber muss es reichen. Ich hoffe, Ihr könnt mit meiner Sicht der Dinge ein paar Lücken in der Live-Berichterstattung aus Klagenfurt füllen.

Und vergesst nicht: Mittwoch, 18.30 Uhr auf dem Altonaer Balkon, Post-Ironman-Grillen. Martin wird da sein, Fürst-Rainer, Dirk Radtke (war am Sonntag in Roth am Start) und einige andere Trainingspartner und Blog-Leser. Jeder bringe bitte Essen und Trinken für den Eigenbedarf mit!

Also bis Mittwoch. Herzlichst, Euer mathias

Mittwoch, 1. Juli 2009

Und Tschüss auf Wiedersehen!

Liebe Leute,

so, die letzte Blog-Worte aus Hamburg. Es ist bald 20 Uhr und ich habe (hallo Tim:) noch keine Schuhplatten gewechselt (mach ich auch nicht mehr), das Rad noch nicht end-fertig gemacht, noch nicht gepackt und überhaupt, habe ich noch nix richtig geschafft. OjeOje.

Erstmal bin ich nämlich heute geschwommen. Ganz gemütliche 2200 Meter. Wobei mir immer die Bewegung von Michael Phelps durch den Kopf gingen. Müsst Ihr mal bei Youtube gucken. Suchen nach: "Michael Phelps, im Körper der Topathleten", oder einfach hier klicken. Es gibt so um die fünf Teile, und sie sind sehr sehenswert – ganz davon ab, ob man den jungen Mann mit irgendwelchen Mitteln in Zusammenhang bringt oder nicht.
Nun ja, geholfen hat mir das Visualisieren allerdings nicht besonders viel. Irgendwie kam ich genau so schnell oder auch langsam durchs Wasser wie sonst auch.

Später am Tag sagte ich übrigens zu Martin: "Junge, heute war ich der Schnellste im Schwimmbad." Seine Antwort: "Ja, war schön leer dort, ne?!"
Ja macht man so was mit einem guten Freund, alten Herr, lieben Menschen? Grummelgrummel.

Martin ist dann übrigens heute schon mit Maria Richtung Heidelberg gefahren, wo sie einen Zwischenstopp im Haus seiner Eltern einlegen. So wird die lange Fahrt schön aufgeteilt. Bei uns muss es leider in einem Rutsch gehen.



Lockeres Pedalieren auf dem Deich

Kaum dass Martin (mit Annas Rad im Gepäck) abgefahren war, habe ich mich auf mein Basso geschwungen. Ich musste die Kiste mit den Laufrädern und den neuen Bremsgummis doch auf jeden Fall noch ausprobieren. Wie ich immer sage: Lieber nix dem Zufall überlassen. Das hatte ich auch schon bei der Beklebung der Räder gesehen. Nach Infos des Verleihenden sollten sie ohne Lücke geklebt sein, weil sie ja ach so leicht runter gehen. Tatsächlich haben Anna und ich mit unseren vier Händen Minuten lang gedrückt und gezogen, bis wir endlich ein Packende hatten. Niemals hätte man die im Rennen mit zittrigen Händen alleine runter bekommen. Niemals!

Also rauf auf dem Deich wo ich mit Bergedorf-Björn verabredet war. Schön locker wollten wir fahren, und das sind wir dann auch. Der beigelegte Film sollte Spaß und Lockerheit eigentlich vermitteln. Erst später, haben wir dann mal für 8 bis 10 Minuten aufgedreht. Das hieß dann aber auch 48 Sachen. Und bammm, war ich wieder im Eimer. Herrjee. Also auf dem Rückweg wieder Hausfrauentempo. Juut, habe ich mich also noch einmal wachgerüttelt, und nun heißt es ausruhen und abwarten.

Iss et nich schön?! Mit Zipps wird jedes Rad zur Rakete – zumindest optisch

Für die morgige Fahrt haben wir schon Reissalat und 9 (in Worten neun) riesige Schnitzel vom Fleischer bereitgelegt. Da freue ich mich jetzt schon diebisch drauf. Mampf, weg damit. Es wird hier wohl so um 6 Uhr früh losgehen. Wie schon im vergangenen Blog berichtet, werden wir (also Anna) versuchen, das Rennen über Twitter abzusetzen. Das sollte für Euch eigentlich ne super Sache sein. Und für diejenigen, die ein iPhone besitzen, oder irgendein anderes Handy der neueren Generation, könnte es sogar super-easy werden, weil Ihr Euch die Kurzmeldungen dann aufs Handy holen könnt. Sollte dann noch ein Link dranhängen, einfach drauf klicken und schon erscheint (meist) ein Foto.

Andere Interessierte können hier nachschauen. Für alle diejenigen, die nur auf den Blog schauen möchten, wird Maik bis Mittags versuchen, die Twitter-Sachen, per copy&paste als Kommentare im Blog zu veröffentlichen.
@RoadrunnerHH alias Florian: Ab Mittag wäre es toll, wenn Du das übernehmen könntest!

Somit sollten alle Bescheid wissen, was es bei uns in Klagenfurt so gibt. Ich werde auch versuchen, dort unten ein oder zweimal zu bloggen, kann dies aber nicht versprechen, da ich nicht weiß, ob ich einen Internetzugang finde – und ob ich mich (zum Beispiel nach dem Rennen) überhaupt irgendwohin bewegen möchte oder kann! Mal sehen.

So, dann hätte ich hier noch schöne Grüße an Gabriele. Natürlich erinnere ich mich (und Martin sicher auch). Schön, dass Du immernoch dabei bist. Und die Transalp ist eine feine Sache – aber auch sehr hart. Ich bin sie jetzt zweimal gefahren, und es ist echt kein Pappenstiel. Wobei Du ja da weniger Probleme hast – wenig Gewicht, viel Power, viel Ausdauer, damit kann man es schon angehen!

Jutchen, was ist noch zu sagen? Nix mehr, muss jetzt auch langsam loslegen.

Also, wir hören!

Herzlichst, Euer mathias

Dienstag, 30. Juni 2009

Fast vergessen – wenn das Hirn wegtrainiert ist

Liebe Leute,

die Spannung steigt weiter, und mir ihr scheint sich ein wenig mein Hirn aufzulösen. Ich kann mich beim besten Willen nicht mehr daran erinnern, was ich in der vergangenen Woche trainiert habe – zumindest nicht an jede Einheit. Da hilft nur eins, warten bis Anna nach Hause kommt und hoffen, dass ihr noch die eine oder andere Trainingseinheit einfällt. Wie soll ich Euch sonst meine Woche darlegen?!

Und von wegen Hirn und Gedächtnisleistung: Fast hätte ich vergessen, Blog zu schreiben. Das muss man sich mal vorstellen! Das ist natürlich auch der Grund, warum ich einen halben Tag zu spät dran bin. Naja, ich hoffe, Ihr könnt damit leben.
Das Schlimme ist, ich will gar nicht wissen, was ich in den nächsten Tagen noch alles vergesse. Klamotten und Radutensilien, die ich fürs Rennen benötige. Ersatzteile, Schuhe, Trikots, Riegel. Was wenn ich meine Startnummer vergesse, die mir noch wage mit 1732 im Hirn hin und her wabert. Oder wenn ich das Rad zu Hause lasse?! Ach, das wird nicht passieren, Anna und Fürst-Reiner sind ja dabei. Aber ein Startnummernband, das Bändchen für den Time-Chip an der Fessel oder die Schnellverschlüsse für die Laufschuhe, das alles kann schon noch leicht unter die Räder kommen, also vergessen werden. Vielleicht sollte ich mal anfangen, mir einen Zettel zu schreiben. Besser ist besser. Und in der Zwischenzeit schauen wir mal was Martin so alles angestellt hat:


"Hallo Leute!
Ja, es geht los! Hosen voll! Das die Nervosität ganz erheblich steigt, durfte ich gestern Nacht am eigenen Leib erfahren. Von 1 Uhr nachts bis morgens um 5 lag ich wach. Hellwach. Nix zu machen. Meine Gedanken kreisten immer wieder Richtung Klagenfurt. Das Kopfkino, wie es Thomas letztes Jahr so schön nannte, hat ja eigentlich nur Vorteile. So kommt man wenigstens in Stimmung und bereitet sich automatisch (wenn auch unbewusst) mental auf den Wettkampf vor. Das mich das Gedankenspiel allerdings um meinen wohl verdienten Schlaf brachte, nervte gewaltig. Zumal ich wirklich top-optimistisch bin, was unser Rennen nächsten Sonntag betrifft. Kein Grund, deswegen nicht zu schlafen. Wenn alles gut läuft, kann es ein richtig guter Tag werden. Wumms! Aber wir werden sehen.

Wie letzte Woche schon angekündigt, lief diese Woche was das Training betrifft nicht so viel. Das lag zwar auch an meiner Geschäftsreise nach England, aber nicht nur. Denn ich war vor dem Flug Montag morgen noch in die Schwimmhalle gegangen und habe, wie gewohnt, meine Intervall- und Technik-Einheit absolviert. Da ich wusste, dass ich Abends in Southampton keine Termine haben würde, hatte ich meine Laufschuhe eingepackt und bin noch eine Stunde ruhig am Meer entlang gelaufen. Schön, mal wieder richtig salzige Meerluft zu schnuppern.

Martin auf dem Schiff, fest das Ruder in der Hand

Am nächsten Tag stand dann Segeln auf dem Plan. Die Sonne schien und alle an Bord liefen trotz satten fünf Windstärken barfuss an Bord rum. Ist ja auch toll, Teakdeck an den nackten Sohlen zu spüren. Ich stand am Ruder und wollte die Steuerräder wechseln, als ich ausrutschte und mir mit voller Wucht den rechten großen Zeh am Kapitänsstuhl anschlug. Im ersten Moment dachte ich, "das war’s. Kein Ironman für mich, dieses Jahr. Zeh gebrochen!"
Hat das weh getan! Richtig brutal. Mir blieb nicht anderes übrig als gute Miene zum bösen Spiel zu machen, die Zähne zusammen zu beißen und schnell in meine warmen, schützenden Segelschuhe zu schlüpfen. Abends im Hotelzimmer war der Zeh dann auch schon schön blau und dick. Aber, alles halb so wild. Ich konnte ihn bewegen. Und in die Joggingschuhe schlüpfen und laufen ging auch. PUH! Das war knapp.

Was lernen wir daraus?! Nach acht Monaten Vorbereitung und vielen, vielen Stunden Training nie ein Risiko eingehen. Vor allen Dingen so kurz vor dem Wettkampf. Seitdem gehe ich auch nur richtig warm eingepackt (trotz 20 Grad) vor die Tür. Auf Erkältung hab’ ich nämlich auch keine Lust.

Hier mal wieder meine Woche in Zahlen:

Montag: 2600 Schwimmen, Intervalle
Montag: 57 Minuten Laufen, 10 Kilometer
Dienstag: nix
Mittwoch: 1:28 Stunden Laufen, 18 Kilometer
Donnerstag: 2600 Meter Schwimmen, Intervalle
Freitag:: 3000 Meter Schwimmen
Freitag: 53 Minuten Laufen, 11 Kilometer
Samstag: 3:20 Stunden Rad, 109 Kilometer
Sonntag: 2:15 Stunden Rad, 71 Kilometer

Training Gesamt: 11:53 Stunden

Diese Woche wird sicher nicht mehr viel passieren. Ausruhen und regenerieren ist angesagt! Am Mittwoch machen wir uns dann alle auf den Weg nach Klagenfurt.

Wir hören uns wieder nächsten Montag. Hoffentlich mit tollen Neuigkeiten. Drückt uns die Daumen. Ein bisschen Glück schadet nie.

Pa’a!
Martin"

Uiiii, das sieht nach einer ganz normalen Woche aus. Das ist ein doch nicht unerheblicher Unterschied zu meinen vergangenen sieben Tagen. Die sehen nämlich, so weit ich mich erinnere und Anna fällt auch nichts mehr ein, folgendermaßen aus:

Montag: 3800 Meter Schwimmen
Dienstag: Keine Ahnung
Mittwoch: 1:30 Stunden Laufen, 17 Kilometer
Donnerstag: ?
Freitag: 1 Stunden Laufen, 11 Kilometer
Samstag: Nichts, weiß ich genau!
Sonntag: 2:36 Stunden Rad, 78 Kilometer

Gesamt: Rund 6 Stunden.

Ja darf es wahr sein?! Aber irgendwie hat es sich so ergeben. Und ich kann denken und noch mals denken, aber da war wohl nicht mehr. Hm. Das Dumme ist darüber hinaus, dass ich mich trotzdem total müde fühle. Herrjee, das gibt es doch nicht. Aber es ist tatsächlich so, dass mir die ganze Sache in den vergangenen zwei Wochen doch recht schwer fiel. Irgendwie kam immer was dazwischen oder ich hatte einfach keine Lust. Und im Gegensatz zu Martin konnte ich mich dann anscheinend auch nicht raus quälen. Jo, so ist er der Müller. Kann man nix machen.

Was gibt es sonst: Mittlerweile habe ich fast alle Puzzle-Teilchen zusammen, so dass es doch bald los gehen kann. Angefangen beim Rad: Zwei wunderbare Zipp-Laufräder haben mich auf Leihbasis erreicht, und nachdem ich mit Normans Hilfe die Bremsbacken ausgetauscht, und darüber hinaus die Reifen noch einmal neu geklebt habe, sieht die Kiste jetzt so aus, als könne man sich damit recht flott über eine 180 Kilometer langen Radstrecke bewegen. Ob ich es kann, wird sich noch zeigen, aber am Rad wird es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht liegen, wenn es nicht klappen sollte.

Mein Basso – iss et nich schön?! Wrrrroooooommmmmm!

Dann habe ich mir noch auf den letzten Drücker eine neue Tri-Pant (neudeutsch für kurze Sport hose mit dünnem Radeinsatz) gekauft. Gelandet bin ich schließlich bei Skinfit, die sehr angenehm dünnen Stoff hat. Ich hoffe morgen ist noch mal schönes Wetter, so dass ich sie für eine kurze Proberunde mit dem Rad testen kann.
Was die Oberbekleidung betrifft, so werde ich wohl mein Uralt-Shirt tragen, welches ich tatsächlich bei allen meinen Langdistanz-Rennen getragen habe. Anna meint, da stecke gute Energie und gute Erinnerungen drin – und ich meine das auch. Aah, fast vergessen – schon wieder – neue Schuhplatten muss ich noch schrauben. Wieder eines dieser vielen kleinen Puzzle-Teilchen.

Müsli-Riegel habe ich auch schon gebunkert. Wahrscheinlich werde ich mit den Outsnack ins Rennen gehen. Die haben vielleicht nicht so tolle Energiewerte wie Powerbars, aber ich finde es ziemlich gut, dass da Haferflocken drin verarbeitet sind, man also noch was zum kauen hat.

Apropos Kauen: Bitte notieren, am 15. Juli, das ist ein Mittwoch, werden wir auf dem Altonaer Balkon, das ist die Grünfläche vor dem Altonaer Rathaus mit Blick auf den Hafen, ein Post-Ironman-Grillen veranstalten. Ich bringe den Grill mit, ansonsten muss jeder für Fleisch, Würstchen und Getränke selbst sorgen. Wäre doch schön, wenn wir da eine bunte Runde aufmachen könnten. Wie gesagt: 15. Juli, sagen wir ab 18.30 Uhr.

So, was habe ich noch vergessen. Ach ja, den Renn-Live-Ticker. Maik hat in Aussicht gestellt, dass er sich darum kümmern würde, weiß aber noch nicht genau, ob er den ganzen Tag über verfügbar ist. Wir werden das noch klären. Es sollte aber möglich sein, dass Ihr über die Kommentare auf dem Laufenden gehalten werdet. Also, Sonntag nichts vornehmen – lieber Blog lesen!
Gerade rät mir mein Freund Rolando, dass ich vielleicht über Twitter den Live-Ticker abwickel. Vielleicht sollten wir das mal ausprobieren. Klickt doch mal auf www.twitter.com/paa_biz

Oje, wenn ich jetzt aufhöre zu schreiben, dann habe ich bestimmt wieder was vergessen. Aber ich muss noch ein paar Dinge wuppen, auch außerhalb des Sports, und die Zeit verfliegt.

Mein Rat: einfach den RSS-Feed abonnieren, dann seid Ihr immer auf dem Laufenden.

Aaaah, sisste wohl, fast vergessen. Habe eben Inventur gemacht. Eigentlich sollte mich diese motivieren, tatsächlich jedoch hat sie mir Angst gemacht. Hier meine Trainingsdaten für das Jahr 2009 (vom 1. Januar an bis einschließlich heute):

Geschwommen bin ich 89900 Meter. Das sind im Wochendurchschnitt 3300 Meter. Naja, das ist nicht viel, eher sogar wenig. Schwimmprofis machen das in einer Woche! Aber wer mich kennt, der weiß, dass ich da immer ein wenig faul bin. Kann man nun eh nicht mehr ändern!

Rad gefahren bin ich 5257 Kilometer. Das hört sich eigentlich ganz anständig an. Es sind pro Woche 194 Kilometer. Also grob gesagt, zweimal radeln pro Woche. Ich glaube damit kann man schon einigermaßen kräftig drücken.

Jetzt kommt das was mir richtig Angst macht: Gelaufen bin ich sage und schreibe 772 Kilometer. Das sind pro Woche 28 Kilometer. Ähem. Was soll ich sagen: Jedem aus unserem Pa’a-Team hätte und habe ich mehr abverlangt. Aber irgendwie – ich denke vor allem an die Schienbeine – war nicht mehr möglich. Und jetzt, da die Dinger nicht mehr schmerzen, ist es zu spät. Sei’s drum.

Der Rucksack ist geschnürt, und mit dem was drin ist muss ich zurecht kommen. Und das werde ich auch.
Update: Hier kommt noch (nachgereicht) eine Inventur von Martin. Das hört sich in einem Satz so an:
"Bin in der Vorbereitung seit September (wobei von September bis November echt richtig wenig passiert ist) 183 Kilometer geschwommen, 5862 Kilometer Rad gefahren und 1417 Kilometer gelaufen."

Huiuiuiiii, zumindest die Lauf und Schwimmkilometer hätte ich wohl auch gerne. Aber wie gesagt, das Package ist fertig. Wie sage ich immer im Spaß und um mir selbst Mut zu machen:
Das wird ein Gemetzel! Haha.

In diesem Sinne. Bleibt dran! Das wird ein langer, harter, schmutziger Tag in Klagenfurt.

Herzlichst, Euer mathias

Montag, 22. Juni 2009

Die Spannung steigt

Liebe Leute,

huiii, die Spannung steigt. Nur noch zwei Wochen, nein, nicht mal mehr das. In zwei Wochen lecken wir schon unserer Wunden! Und hoffentlich hat es sich dann gelohnt. Ich zumindest werde langsam hibbelig. Nicht wirklich nervös, aber Schiss habe ich schon ein wenig. Weil ich doch weiß, wie weh das immer tut. Oh mann.

Jedenfalls liegt die härteste und meiste Arbeit nun hinter uns. Der letzte lange Lauf ist getätigt, und das Schrittweise Runterfahren des Trainings gipfelt bei mir heute direkt schon wieder in ein unbeschreiblichen Faulheit, so dass ich nicht weiß, ob ich heute überhaupt noch eine Trainingseinheit hinbekomme. Irgendwie kommt mir das sehr bekannt vor. Denn früher war ich immer so. "Och, heute trainieren? Nö, kann ich doch auch noch morgen, oder vielleicht übermorgen machen." Reinbek-Maik wird sich vielleicht aus dem 2005er Projekt daran erinnern.

Nun war ich – wie ich meine – für meine Verhältnisse in den vergangenen Monate eigentlich recht gut dabei. Manchmal kannte ich mich schon fast selbst nicht mehr. (Abgesehen von meiner auch heute noch anhaltenden Schwimm-Faulheit) Aber gerade jetzt, kommt der alte Schlendrian doch wieder zu Tage. Also beginnen wir hier erstmal mit den Fleißigen – Martin:

"Hallo Sportsfreunde!
Eine kleine Zusammenfassung der letzten Woche, die ich sporttechnisch als eher zäh empfunden habe. Zur Zähigkeit hatte insbesondere das absolut unterirdische Wetter beigetragen. Man musste die letzten sieben Tage ja wirklich bei jeder Freilufteinheit damit rechnen klatschnass zu werden. Ich bin zwar nicht aus Zucker, dennoch wurde der Sportspaß so ordentlich ausgebremst.

Trotzdem sind zehn Einheiten zusammen gekommen:

Montag: 2600 Meter Schwimmen, 10 x 100m Intervalle
Montag: 59 Minuten Laufen, 11 Kilometer
Dienstag: 71 Kilometer Rad, 2:14 Stunden, Pa’a-Challenge 37:40 Minuten
Mittwoch: 2600 Meter Schwimmen,
Mittwoch: 2:08 Stunden, 27 Kilometer Laufen
Donnerstag: frei
Freitag: 2600 Meter Schwimmen, Intervalle
Freitag: 52 Minuten Laufen, 11 Kilometer, 4 x 3min Intervalle
Samstag: 2:11 Stunden Rad, 71 Kilometer
Samstag: 35 Minuten Laufen, 8 Kilometer
Sonntag: 3 Stunden Rad, 92 Kilometer

Zeit gesamt: 15 Stunden

Martin auf dem Deich. Mensch, wir sind gekleidet wie im Dezember – und es ist Juni. Ende Juni!

Die nächsten drei Tage bin ich mal wieder geschäftlich unterwegs und werde am Dienstag den Solent (Isle of White, Südengland) auf einer 30 Meter Hightech-Slup aus Karbon unsicher machen. Ich freue mich drauf; ein wenig Abwechslung tut immer gut. Am Mittwoch bin ich aber wieder in den Laufschuhen.

Bis nächste Woche!
Viel Spaß auf dem Deich und viel Erfolg bei der Pa’a.-Challenge. Gebt Alles! Wir wollen neue Bestzeiten sehen.

Pa’a!
Martin"

Na juut, Trainingsfleiß ist die eine Sache, – dafür schreibe ich mehr. Nur leider, – gut geschrieben wird mir das am 5. Juli in Klagenfurt wohl kaum. Nun ja, muss ja auch nicht. Denn ganz so faul war ich in dieser Woche auch nicht. Wobei, wenn Ihr genau hinschaut, dann werdet Ihr erkennen, dass da überall noch was reingepasst hätte.

Zum Beispiel am Montag, wo ich mich mal mit einer Schwimmeinheit begnügt habe. Und das, obwohl ich auch am Sonntag nur gegrillt habe, und am Samstag auf Lanzarote eine 25-Kilometer-Kaffeetour (im wahrsten Sinne des Wortes) absolviert hatte. Eigentlich also keine Vorgeschichte, die einen mit einer Schwimmeinheit zufrieden sein lassen könnte. Es sei denn, man heißt Mathias Müller – ich hatte einfach keine Lust zu mehr.

Dafür hat es ja dann am Dienstag mit unserer Pa’a-Challenge richtig gekracht (vorheriger Bericht). Da war ich dann aber auch gleich wieder so stolz, dass ich am Mittwoch, trotz viel Zeit, nur gelaufen bin. Immerhin 25 Kilometer. Dieser Lauf war im übrigen recht durchwachsen. Ich hatte von Beginn an – wie soll ich sagen – geschäftliche Probleme, und irgendwie war somit das gesamte System recht unrund. Und ich war nur heilfroh, dass ich abbog, als Dirk Radtke und Martin beschlossen, die nächsten knapp 10 Kilometer schnell zu laufen – wohl gemerkt, im Langen Lauf!

Der Donnerstag schlug wieder nur mit einer Schwimmeinheit zu Buche. Mist, eigentlich wirklich zu wenig für die entscheidenden Phase. Aber Kopf und Körper wollten irgendwie Ruhe, und die habe ich ihnen besorgt. Und auch am Freitag habe ich dieses Ziel verfolgt, indem ich nur einen lockeren Jogg an die Elbe legte, und im Gegenzug auf jegliches Schwimmen verzichtete.

Daran war aber auch ein wenig Annas Altonale-Engagement schuld. Denn dort hatte sie einen Stand, an dem sie mit ihrer Freundin Wiebke handbedruckte Schals, Shirts und Baby-Strampler verkaufte. Ich kann Euch sagen: Unsere Wohnung sieht seit zwei Monate aus wie eine Werkstatt, und ich bin froh, wenn es nun ein wenig ruhiger wird. Wobei die Sache weiter läuft, denn auf der Altonale waren sehr viele Leute interessiert, und so wie einige von Euch mal unsere Pa’a-Shirts per Mail geordert haben, so wird auch dies nun on- und offline weiter laufen. Interesse? Dann klickt mal hier.
Und warum hindert mich das am Schwimmen? Weil ich natürlich hier und da mitgeholfen habe wo ich konnte. Logisch.

Am Samstag war ich dann radelnd mit Reiner (startet auch in Klagenfurt), Dirk (Roth) und den Kurz-Athleten Jens und Thomas im Hamburger Norden unterwegs. Das war eine Einheit. Erstmal weit raus, und als wir dann am weitesten von Hamburg entfernt waren hieß es plötzlich "Jetzt 10 Minuten schnell!" Zuerst war ich etwas unentschlossen, aber dann habe ich mich nicht lumpen lassen, und bin mit gedrückt. Was soll ich sagen: Oberschenkel zum Platzen gespannt, Schnappatmung, brennende Lungenflügel, Rotz auf Trikot, Hose, Oberrohr.

Trotzdem ging es recht gut. Und anschließend wurde ja wieder ruhig gefahren – bis, ja bis die Ansage lautete: "Jetzt 20 Minuten schnell!" "Och nöö", dachte ich, "das hat doch eben schon so weh getan." Aber es half ja nix. Also Kopf runter und das gleiche Spiel noch mal von vorne – nur doppelt so lang. Überlebt habe ich es dennoch. Den 30-Minüter wollte ich jedoch nocht mehr mit heizen. Da habe ich dann direkt mein eigenes Ding gedreht, und irgendwie war es aufgrund des einsetzenden Regens auch sicherer so. Und das hat vielleicht geregnet. Also so was von einem Regen!

Nun denn, nach 30 Minuten war der Intervall vorbei und die anderen waren in der Gruppe auch nur eineinhalb Minuten schneller als ich. Damit konnte ich leben. Denn das von mir angeschlagene Tempo, so mutmaßte ich, würde ich auch fünf Stunden lang fahren können. Ja, klingt optimistisch, muss man aber ja auch sein!

(Achtung: Hier rechts geht es auch zu Annas Druckereien!) ––>>

Im Gegensatz zum endlichen Intervall, hörte der Regen jedoch erst eine weitere Viertelstunde später auf. Ich hatte mittlerweile 90 Kilometer auf dem Tacho und mir war leidlich kalt. 20 Kilometer später, zumindest die Beinlinge waren etwas getrocknet, hat es uns dann eingangs der Stadt noch mal bitter und kalt erwischt. Ätzend. Nach 130 Kilometern wusste ich jedenfalls nicht schnell genug in die heiße Wanne zu kommen. Die Klamotten flogen nur so durch die Wohnung, und husch-husch, zack-zack, saß ich auch schon im heißen wohligen Nass.

Anschließend schnell, sehr schnell (ich wollte ja zu Anna und Wiebke auf den Stand) einen riesigen Teller Nudeln, warm angezogen und wieder los. Mann oh Mann, so eine Tour kann einem vielleicht die Energie aus dem Körper ziehen. Woran man das merkt? Zum Beispiel, daran, dass ich keine drei Stunden später – in der Zeit hatte ich dann schon einen Kaffee und Kuchen in mir platziert – noch eine Portion Fritten-Currywurst-Majo verdrückte. Und das hat geschmeckt!

Kopf runter und ab geht die wilde Luzie

Nach einigen Stunden am Stand und ein paar Bierchen zum Abschluss des Tages habe ich dann recht gut geschlafen. Und am nächsten Morgen sollte es eigentlich wieder aufs Rad gehen, und diesmal gar für 5 oder 6 Stunden. Als ich das Wetter sah, setzte ich jedoch eine SMS an alle anderen ab, dass ich dafür nicht zu haben sei. Martin ging es ähnlich, und so setzten wir Beiden uns gegen Mittag für ein Ründchen auf den Hobel. Immerhin 98 Kilometer kamen dabei für mich raus – und das, wie ich meine, noch fast zu schnell. Aber so ist es nun mal: Mit Martin geht eigentlich nie eine Einheit unter 30 Km/h weg. Sei’s drum.

Und so ist dies hier meine Woche:

Montag: 32oo Meter schwimmen
Dienstag: 2:30 Stunden Rad, 78 Kilometer; Pa’a-Challenge: 36:06 Minuten
Mittwoch: 2:08 Stunden Laufen, 25 Kilometer
Donnerstag: 3100 Meter Schwimmen
Freitag: 1 Stunde Laufen, 11 Kilometer
Samstag: 4:18 Stunden Rad, 129 Kilometer
Sonntag: 3:15 Stunden Rad, 98 Kilometer

Das macht gesamt: 15 Stunden

Naja, das geht doch. Wollen wir mal nicht so streng sein. Aber an keinem Tag zweimal Sport. Hm. Nee, es bleibt dabei, das ist faul.
Und trotzdem komme ich auch heute nicht aus dem Schlamm, richte mir eher den bequemen Spruch her "was ich jetzt nicht hab, krieg ich in den letzten 13 Tagen auch nicht mehr."

Also locker bleiben. Vielleicht noch ein Franzbrötchen essen? Eine Tasse Kakao? Beides? Beides!

Herzlichst, Euer mathias

Mittwoch, 17. Juni 2009

Neues vom Deich

Liebe Leute,

dies ist mal wieder eine Extra-Meldung. Warum? Weil Martin und ich gestern zusammen Rad gefahren sind.

Aber der Reihe nach: Ich hatte ja schon angemerkt, dass ich mich derzeit etwas müde fühle und nicht so richtig motiviert bin. Keine Ahnung woher das kommt. Es ist aber so. Und nachdem ich am Montag nur geschwommen bin hing ich auch gestern schon wieder spürbar in den Seilen. Jede Menge Orga-Dinge auf dem Schreibtisch, dazu eine Prise Müdigkeit, und schon sieht es ganz schlecht aus mit dem Training. "Herrjee, das muss doch nun noch zu schaffen sein, für die paar Wochen", sagte ich mir ständig. Aber es war nix zu machen, ich bekam den Allerwertesten nicht angehoben.

Insgeheim hoffte ich, dass Martin vielleicht anruft und mich fragt, ob ich nicht Lust habe, mit ihm zu radeln. Wobei Hoffen und Bangen so gleich wieder in einen Kampf eintraten. Denn wie ich ja nur zu gut weiß, Martin ist gut drauf und will immer Gas geben, während ich doch eher der Gemütliche im Training bin.

Nun ja, gegen Mittag leuchtete plötzlich mein E-Mail-Zeichen auf: Martin. Ob ich nicht Lust hätte auf eine (Achtung!:) Ballerrunde auf dem Deich. Oje, ich wusste echt nicht, ob ich mich freuen sollte oder Angst haben. Die Freude hat jedoch erst einmal gesiegt, denn ich wollte schon unbedingt ein wenig Bewegung. Seine Anmerkung zum "neues Fahrgefühl ausprobieren", versetzte mich jedoch gleich wieder in Angstschweiß, denn übersetzt hieß dies so viel wie "ich komme mit Aero-Vorderrad und Scheibe"!

Ich – immerhin – habe mir mein bestes Dress angezogen. Wenigstens gut aussehen wollte ich. Und um 18 Uhr haben wir uns dann am Golfplatz getroffen. Der Wind schien günstig zu stehen, und auf meine Frage, ob er denn die Challenge fahren wolle, nickte er motiviert. Wieder dachte ich "Oje", aber was sollte es, manchen Dingen muss man sich einfach stellen. Damit wir jedoch nicht nur auf den anderen schielen, sondern uns während der Challenge ganz auf uns konzentrieren konnten, setzten wir die Startzeiten fünf Minuten auseinander.

Martin mit Wettkampflaufrädern auf einem der kleinen Deiche

Martin fing an und heizte mit Volldampf und Kanonenrohr durch die imaginäre Zeitschranke, während ich ein wenig unentschlossen (niemand konnte mich ja zwingen Vollgas zu geben) und nervös hin und her fuhr. Eine kleine Gruppe von drei Radlern und zwei Einzelfahrer füllten noch die Lücke zwischen Martin und mir, und dann war ich auch dran. "Was soll’s", dachte ich, probieren geht über studieren. Also Anlauf nehmen und mit Karacho am Startschild vorbei.

Ich bin los, als ginge es um ein Ein-Kilometer-Zeitfahren, und so fühlten sich meine Oberschenkel auch nach Tausend Metern an. Ich musste also ein wenig kürzer Treten, war aber immer noch recht fix. Schon bald hatte ich den ersten Einzelfahrer eingeholt. Irgendwie war es mir fast peinlich. Denn wenn so ein Typ mit tief gesenktem Haupt und Schnappatmung an mir vorbei fährt, dann frage ich mich ja auch immer, ob mit dem alles in Ordnung ist. Aber egal, sollte er denken, was er wollte, ich hatte einen Auftrag zu erfüllen, und der hieß "so schnell ich kann den Deich hinunter."

Dann tauchte der zweite Einzelfahrer vor mir auf. Uii, der sah aus, als wäre er sehr fit. Und kaum war ich an ihm vorbei, hing er auch schon an meinem Hinterrad. Dafür musste er von rund 40 Sachen auf stellenweise 47 beschleunigen. Zusammen sind wir dann an der Dreiergruppe vorbei, wobei ich ihn erst nach diesem Überholvorgang überhaupt bemerkte. Sollte er doch ruhig mitfahren, Hauptsache ich blieb vorne – Zeitfahren ist Zeitfahren, Lutschen nicht erlaubt. Nach drei/vier Minuten löste sich dann jedoch sein Schatten von meinem, und zwar nach hinten weg. Auch gut.

Wie gesagt, der Wind stand günstig gestern. Wobei er nicht so stark war, wie bei meiner 37:45-Challenge – meine ich. Als es zum Zollenspieker ging, war ich schon den einen oder anderen Kilometer mit 46 oder 47 unterwegs. Heidewitzka!
Im Gegensatz zu Martin, der mir später erzählte, dass es ihn unheimlich motiviert hätte, dass ich da irgendwo hinter ihm gefahren sei (wobei der Abstand mit fünf Minuten ja doch wirklich groß gewählt war), war ich die ganze Zeit bei mir. Um genauer zu sein, bei meiner alten Leistung von 37:45 Minuten. Denn als ich beim Zollenspieker war, und schon mehr als die Hälfte der Strecke sehr gut unterwegs war, da wusste ich, dass mich der am Ende der Strecke seitlich und auch seitlich voraus auftreffende Wind, schon dauerhaft auf unter 36 km/h drücken musste, wenn er mir einen Strich durch die gute Fahrt machen wollte.

Mathias auf dem Rückweg von der Pa’a-Challenge

Wie auch immer, die letzten Kilometer waren erwartet schwer. Plötzlich tauchte immer öfter die 3 vorne auf dem Tacho auf, und ich versuchte mit aller Kraft das Ding wieder zur 4 werden zu lassen. Und dann endlich kam die allerletzte Gerade, dann das Bushaltestellenschild, und durch war ich. Das musste, so dachte ich ziemlich erschöpft, eigentlich geklappt haben.

Das Ende vom Lied: Als ich noch japsend und nach Luft ringend vor Martin stand, sagte er mir seine erreichte Zeit: 37:40 Minuten! Damit hatte er die Pa’a-Challenge in der Hand, denn meine bisherige Bestzeit war ja fünf Sekunden langsamer gewesen. Ganz nebenbei hatte er seine alte Bestzeit mal eben um rund 2 Minuten unterboten! Ziemlich cool, oder?!!
Allerdings hatte mich mein Gefühl nicht getäuscht, und der Blick auf die Zusammenfassung in meinem GPS bestätigte, dass ich noch einen drauf gelegt hatte. Wäre ich mit 37:30 durchs Ziel gefahren, – Leute – ich wäre hoch zufrieden gewesen. Tatsächlich stand da: 36:06 Minuten, was einem Schnitt von 44,62 Km/h entspricht. Und das fand ich dann doch sehr abgefahren – im wahrsten Sinne des Wortes.

Aktuelle Pa’a-Challenge im Display des GPS – bitte nicht vergessen: Rückenwind!

Unterm Strich denke ich, dass wir beide derzeit mit dem Rad recht ordentlich unterwegs sind. Wobei die Challenge kein wirkliches Zeichen für unsere Leistungsfähigkeit über 180 Kilometer ist. Weder in Bezug auf die Streckenlänge (Die Pa’a-Challenge hat 26,85 Kilometer) noch auf die Windbedingungen (die bei einer guten Pa’a-Challenge immer sehr gut sein müssen, also Rückenwind). Letztlich ist es nur eine Randbetätigung, ein Spaß, ein Trainingsinstrument. Von welchem ich mir indes, sehr viel verspreche. Denn zum Beispiel haben die letzten Challenge-Fahrten Martins Gefühl für persönliche Höchstleistung deutlich verändert. Er ist nun einfach mutiger, traut sich mehr, an seine Grenze heran zu gehen, als noch vor einigen Monaten. Und die gleiche Entwicklung hat er auch in den anderen beiden Disziplinen hingelegt.

Schade nur, dass ich dieses Instrument selber nicht so genutzt habe, wie ich es mir eigentlich vorgenommen hatte. Denn eigentlich wollte ich schon seit zwei Monaten zweimal pro Woche das Ding fahren. Sei’s drum, es läuft nun mal nicht immer alles so wie man es sich wünscht. Ich werde also mit dem an die Startlinie gehen, was ich habe, nicht mit dem was ich mir einst erträumte. Aber – das muss reichen, wofür auch immer. Am liebsten, um ein Rennen zu bestreiten, welches sich einfach gut an fühlt. Wobei ich ein solches eigentlich erst einmal 1998 in Roth hatte. Damals war alles wie aus einem Guss. Und auch damals hatte ich keine optimale Vorbereitung. Es besteht also Hoffnung.

In diesem Sinne. Mit den herzlichsten Grüßen, Euer mathias

Montag, 15. Juni 2009

In heimischen Gefilden

Liebe Leute,

hui, nun bin ich wieder hier in Hamburg. Und ich bin richtig froh, dass ich mir schon vorab zwei Tage Ruhe verordnet hatte, – bei dem Wetter hat man ja nun nicht gerade richtig Lust zu trainieren. Um so erstaunlicher, was Freund Martin hier veranstaltet. Aber seht selbst:

"Leute,

ich freue mich. Wir sind im Trainings-Endspurt. Noch zwei Wochen gut durchziehen und dann langsam runterfahren. Wie mir Mathes heute erzählt hat, haben wir nur noch einen Langen Lauf vor unserem Wettkampf. Na, wenn das nicht schön ist!

Mal schauen, ob ich die nächste Woche eine ähnliche Woche hinbekommen, wie die Letzte. Die war nämlich ganz anständig, trotz Ruhetag (den ich im übrigen sehr genossen und fast zelebriert habe):

Montag: 2600 Meter Schwimmen, Intervalle 10 x100
Montag: 71 Kilometer Rad, 2:13 Stunden (Pa’a-Challenge: 40:40 Minuten)
Dienstag: 26 Kilometer Laufen, 2:00 Stunden
Mittwoch: 2600 Meter Schwimmen, Intervalle
Mittwoch: 71 Kilometer Rad, 2:09 Stunden, 33,50 Schnitt, (Pa’a: 41:40 Minuten)
Donnerstag: frei!
Freitag: 2600 Meter Schwimmen, Intervalle
Freitag: 13 Kilometer Laufen, 1:02 Stunden
Samstag: 109 Kilometer Rad, 3:23 Stunden(Pa’a: 39:40 Minuten)
Samstag: Koppel-Laufen, 1 schnelle Runde Wettkampftempo 35:20 Minuten, 8,5 Kilometer (Alsterrunde: 32:30 Minuten)
Sonntag: 110 Kilometer Rad, 3:21 Stunden

Gesamt: 17:43 Stunden

Schwimmen: 7,8 Kilometer
Rad: 361 Kilometer
Lauf: 48 Kilometer

Ja, da sieht man mal wieder was so ein paar Radeinheiten nach der Arbeit rausholen. So kommen die Stunden zusammen. Plus, die schnellen Einheiten auf dem Deich bringen mir mittlerweile fast Spaß.
Mal schauen, was diese Woche drin ist. Habe gerade meine Karbon-Scheibe montiert. :-)

Bis nächste Woche!
Lieben Gruß,
Martin"

Ja aber Hallo! Das hört sich doch wirklich super an. Da hat er mir immer nach Lanza gefunkt, dass hier so ein schlechtes Wetter ist, und dabei trainiert er hier mehr als ich auf der Insel. Ihr werdet sehen.

Aber was mich echt freut ist, dass er sich die Sache mit den Intervallen zu Herzen genommen hat – und das in allen Disziplinen. Nach wie vor, beziehungsweise mehr denn je, bin ich davon überzeugt, dass Martin in Klagenfurt richtig schnell sein kann. Oh bitte, drückt auch Ihr ihm doll die Daumen. (Und wenn Ihr dann noch einen frei habt, dann könnte ich auch noch einen brauchen.)

Tatsächlich ist es ja bald so weit. Gerade mal noch drei Wochen. Einmal noch lange laufen, ein paar mal auf den Deich und einige Kacheln zählen und schon geht es ab nach Kärnten. Ich werde alle meine Pa’a-Shirts einpacken. Und am liebsten hätte ich noch einen Aufnäher fürs Trikot und einen Aufkleber fürs Bike. Mal sehen, ob das noch was geht. Darüber hinaus benötigen wir dann nur noch so viele Mitreisende wie möglich, und eben alle Eure Daumen.

Ach, aber wir wollen jetzt auch nicht zu weit nach vorne schauen. Wie verliefen eigentlich meine letzten Tage auf Lanzarote?:
Letzter Stand war ja meine Ironman-Kurs-Runde. Mit nem 30er Schnitt (entschuldigung: 29,86) war ich echt zufrieden. Nur, die Sonne kann eben nicht immer scheinen, und schon am folgenden Tag wartete die Ernüchterung in Form meines langen Laufes auf mich. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich je für einen Zwei-Stunden-Lauf so kämpfen musste. Eine Schinderei sondergleichen. Zudem extrem langsam. Für die Halbmarathon-Strecke benötigte ich 15, wenn nicht 20 Minuten mehr, als eine Woche zuvor. Ich war einfach schlapp, schlapp, schlapp.

Der (alte) Mann und das Meer

Keine Ahnung wie oft ich aufhören wollte. Wisst Ihr, – wenn man querfeldein läuft in einer Region, wo weit und breit kein Baum, kein Fluss, kein Tier, keine Grünpflanzen und erst recht kein Mensch ist, dann spielt man desöfteren mit dem Gedanken "Was soll’s, ich kann doch auch gehen." Nun ja, zu diesem Äußersten ist es nicht gekommen, aber ich kann Euch sagen, dass ich bei 2 Stunden und einer Sekunde sofort auf die Stopuhr gedrückt habe und stehen geblieben bin. Somit war der Lange Lauf diesmal höchstens 23 Kilometer lang. Gott, war ich gefrustet. Und auch das Wissen um ein paar harte Einheiten zuvor, konnte mich nicht so recht aufbauen.

Naja, geschenkt. Abends noch mal in den Pool und ab in die Kiste. Ach nee, an dem Abend war ja Karaoke-Party. Und wenn ich auch nicht gesungen habe, so standen doch eine Menge Erfrischungsgetränke in meinem Weg herum, denen ich bis vier Uhr morgens auch nicht so richtig gut ausweichen konnte. Am nächsten Morgen war mir dann klar, dass Singen wohl die bessere Alternative gewesen wäre. Sei’s drum.

62 Kilometer bin ich dann am Nachmittag spazieren gefahren. An mehr war nicht zu denken. Nein, nicht weil es mir nicht gut ging, sondern aufgrund des Windes. Der wehte an diesem Tag so stark, dass ich zwischen Tias und San Bartolome mehrfach aus dem Klickpedal raus musste, weil mich der Seitenwind in den Graben werfen wollte. Wahnsinn!
Eine besondere Einheit hatte ich mir dann für den Freitag überlegt: Morgens ab ins Auto, runter nach Playa Blanca, rauf auf die Fähre, rüber nach Fuerteventura, rauf auf den Sattel und los. Mit dabei Dr. Dieter aus Köln, den ich am Karaoke-Abend kennen gelernt hatte. Dort sind wir dann eine schöne und ruhige 124er Runde gefahren. Am nächsten Tag noch mal eine 25er-Kaffeefahrt und das war es dann. Hier also meine Woche:

Montag: 1:01 Stunden laufen, 12 Kilometer
Montag: 2300 Meter schwimmen (Achtung, ich berechne nur 45 Minuten)
Dienstag: 5:54 Stunden Rad, 176 Kilometer
Dienstag: 2100 Meter schwimmen
Mittwoch: 2 Stunden laufen, 23 Kilometer
Mittwoch: 2100 Meter schwimmen
Donnerstag: 2:41 Stunden Rad, 62 Kilometer
Freitag: 5 Stunden Rad, 124 Kilometer
Samstag: 1 Stunde Rad, 25 Kilometer
Sonntag: Frei und Grillen bei Thomas Hillig (wo auch Martin war)

Gesamt: 20 Stunden

Oder:
Schwimmen: 6,5 Kilometer
Rad: 387 Kilometer
Laufen: 35 Kilometer

Oje, das ist nicht wirklich viel, oder?! Aber der Samstag ist ja auch Reisetag und der Sonntag nun mal zwingend frei. Lasst mich mal kurz sehen, was die Reise nach Lanza insgesamt gebracht hat:

Schwimmen: 17,8 Kilometer
Rad: 1013 Kilometer
Laufen: 87 Kilometer

Ein letztes Foto vom Mirador del Rio

Nein, dass ist nicht wirklich viel. Aber daran sind ja auch meine lieben Sportsfreunde schuld, die nicht mit mir kommen wollten, und mit deren Hilfe ich sicherlich fleißiger gewesen wäre. Wobei ich mit dem Radfahren ganz zufrieden bin, denn aufgrund der Verbindung von Arbeit und Radeln war da nicht viel mehr drin. Beim Schwimmen vielleicht noch so ein zwei Einheiten, und beim Laufen, – nun ja – das hätte echt so zwei mal mehr sein können. Tja, letztlich muss ich mich ja vor mir selbst verantworten. So ist es nun mal, wenn man mit mir in einer Haut lebt.

Ich bin jetzt schon gespannt, was diese Woche hier bringt, denn ich habe – Gott sei Dank – wieder einiges auf dem Schreibtisch. Ach ja, wer sich von Euch für Kunst interessiert, der sollte mal beim Künstler Herman aus Paderborn vorbei schauen. Er malt lässige Bilder, auch über Radsport, ist darüber hinaus leidenschaftlicher Radler und auch sonst ein sehr Netter!

Aah, da fällt mir noch eine schöne Geschichte ein. Neben Herman und Dr. Dieter habe ich an drei Abenden auch mit Angela aus Wuppertag zusammen gesessen. Ihr habe ich dann von meinem Buch und dem Lanzarote-Projekt erzählt, und weil sie so interessiert war, habe ich ihr auch die Filme gezeigt. Sie war begeistert!
Als ich am nächsten Abend ins Restaurant kam, wo die anderen Drei schon saßen, erzählte sie mir, dass sie statt ihrer üblichen 30 Minuten auf dem Laufband, heute 45 Minuten geschafft hätte: "Mathias, alles wegen Dir und Eurem Projekt!" Nun, ein wenig stolz war ich schon. Das ist eine Leistungssteigerung von 50 Prozent. Und dann kann ich auch noch hinzufügen, dass Dr. Dieter, bis zu unserem Fuerte-Ausflug auch nur immer 70 Kilometer gefahren war – weitestgehend flach wohlgemerkt. Bei unserem 124er hatte er hingegen auch noch 1500 Höhenmeter weggeschafft.
Jedenfalls habe ich mich über diese beiden Erlebnisse und Leistungen sehr gefreut.

So sahen ein Großteil meiner Pausen auf Lanzarote aus

So, das soll es nun mal wieder gewesen sein für heute. Wobei, – noch kurz zu den Kommentaren. Erst einmal Danke für die aufmunternden Worte von allen! Dann einen schönen Gruß an Soeren. Wobei wir uns freuen, Dich wieder zu sehen. Komm doch einfach auch in Klagenfurt vorbei – ist doch nicht soo weit von Bukarest, ähem.
Und dann an unseren Roadrunner Florian. Tja, alle Jahre wieder kommt es zu diesem Punkt. Zu welchem? Nun, Du sprichst die Winterlektüre an. Wer weiß, ob ich im Winter schreibe. Gut möglich, dass der Blog mit Klagenfurt und einer Rückschau endet. Das wird schwer, auch für mich (war es auch 2005, Maik wird sich erinnern), aber doch wohl unvermeindlich. Es sei denn es gibt wieder irgendwelche Verrückte, die sich mir anvertrauen möchten. Oder sonst ein Projekt. Ach, alles Schnee von morgen.

Was zählt ist aber das Jetzt und Hier. Und das heißt für mich: Heute nix mehr Training, aber sehr wahrscheinlich eine Nussbeißer-Schokolade. Hmm, der erste Biss ist schon getan.

Gehabt Euch wohl und lasst es Euch schmecken!

Herzlichst, Euer mathias