Liebe Leute,
Ihr werdet es nicht glauben, aber fast hätte ich vergessen zu schreiben. Und das liegt/lag nicht daran, dass ich zu viele andere Dinge im Kopf habe/hatte – es gibt zwar viele Dinge, aber nicht zu viele – sondern einfach daran, dass ich meine letzte Trainingseinheit schon so lange her ist, dass ich mich kaum daran erinnern kann. Fast weiß ich noch nicht mal mehr, wie man "Sport", insbesondere "Sport treiben" oder auch "trainieren" schreibt!!
Vergangenen Montag, also exakt vor sieben Tagen, nein fast acht, habe ich die letzte Trainingseinheit (auch so ein Wort, welches ich gerade erstmal nachschlagen musste) absolviert. Das war ein Jogg über 1:10 Stunden mit Volker hier unten an der Elbe.
Das ist zwar sehr frustrierend, aber richtig böse kann ich mit mir nicht sein; und Ihr mit mir auch nicht. Warum nicht?:
Nun, alles fing ja mit meiner Reise zur boot-Düsseldorf an. Es war ohnehin klar, dass ich dort nicht die Ruhe zum Sporteln finden würde, und im nachhinein war das auch eine absolut richtige Entscheidung. Immerhin, die drei Tage auf der Messe haben einige gute Kontakte zu Tage gefördert und mich doch ein gutes Stück weit ermutigt, dass ich es in der Selbständigkeit schaffen könnte.
Darüber hinaus war der Besuch dort unten auch schön, weil ich 1. meine zwei Freunde Christian und Peter mal wieder gesehen habe, und 2. ich zwei der Tage und eine halbe Nacht mit Martin (wenn der noch länger hier nichts von sich hören lässt, muss ich bald Lanzarote-Martin schreiben, damit Ihr überhaupt noch wisst, wen ich meine; ähem) dort unten verbringen konnte.
Am Freitag bin ich dann so früh es ging abgereist, um hier in Hamburg noch ein Läufchen absolvieren zu können. Meine Rechnung sah zu diesem Zeitpunkt noch so aus, dass ich die eine Stunde vom vergangenen Montag mit einer weiteren Laufstunde am Freitag, zwei Stunden irgendwas am Samstag und drei Stunden Rad am Sonntag zu einer Woche von immerhin sieben Stunden hätte ausbauen können. Aber – Pustekuchen!
Ich war noch nicht ganz in meinen vier heimischen Wänden – draußen schneite es, was normalerweise ein Top-Garant dafür ist, dass ich laufe – da bekam ich Halsschmerzen, und einen Kopf, der sich anfühlte, als würde die Deutsche Bahn darin Gleise verlegen. Tja, und das ist auch schon fast das Ende der Geschichte: Heute ist Montag, drei Tage sind seit dem vergangen, und ich bin immer noch krank und reisse mich zusammen, dass ich vernünftig bin und eben nicht trainiere.
Also, – ist doch kein Wunder, dass ich eben fast vergessen hätte zu schreiben, oder?! Aber Gott sei Dank, es gibt ja noch Volker:
"Hallo Leute,
Alles ist relativ – erst Recht die Zeit:
Der alte Albert wusste es ja schon sehr lange: Zeit ist relativ. Und bei den immer wiederkehrenden Trainingseinheiten kann ich dass am eigenen Leibe (und Geiste) spüren. Oder wie ist es sonst zu erklären, dass ein 70 Minuten-Lauf mit Mathes an der Elbe für mich wie im Fluge vergeht, die ersten 70 Minuten auf der Rolle am Dienstag (von insgesamt 150 Minuten) mir aber vorkommen wie eine stundenlange Ödnis?! Das kann doch nicht nur an den guten Gesprächen liegen? Also, wenn es nach mir geht, dann trainiere ich nur noch mit Mathes! Zumal der sich am Montag ja auf seine Bootsmesse verabschiedet hatte und ich den Rest des Trainingspensums alleine erledigen musste.
Zum Glück hatte er mir ja einen eindeutigen Auftrag erteilt. „Am Mittwoch läufst Du auf jeden Fall zwei ganz gemütliche Runden um die Alster, und wenn es unbedingt sein muss, dann darfst Du eine schnelle Runde in 36 Minuten dazwischen packen.“ Leichter gesagt als getan, denn mit der Zeit ist es halt relativ und mein Zeitgefühl ist eher im Allerwertesten als relativ.
Die erste Runde war nach 39 Minuten vorbei, obwohl ich hätte wetten können, dass ich eher bei 43 Minuten rauskomme. Ich habe mich die ganze Runde immer wieder gebremst, und bin trotzdem zu schnell gewesen. Dann die zweite Runde: wie schnell muss man Laufen um die 7,5 km in 36 Minuten abzuspulen? Keine Ahnung, also bin ich einfach drauf los gestiefelt und habe nur darauf geachtet, dass der Puls nicht über 170 Schläge kommt. Tja, und dann standen 32:30 Minuten auf der Uhr. Uups, leider viel zu schnell. Darauf wollte ich dann die dritte richtig ruhig angehen – am Ende standen wieder 39:30 Minuten zu Buche.
Mist, Zeitgefühl kann man das nicht gerade nennen. Leider habe ich mir bei dem Lauf auch am linken Fuß bedingt durch die neuen Einlagen eine richtig fette Blase gelaufen. Oder besser gesagt: Der ganze Innenfuß ist eine einzige Blase. Und Waldorf und Sattler lassen grüßen: mein rechtes Kreuzband-OP-Knie schmerzte richtig doll. Aber erst hinterher bei Treppe runter laufen. Der Schmerz war abends aber schon wieder weg.
Donnerstag bin ich dann wieder auf die Rolle (120 Minuten), und Freitag war dann ein echter Frusttag: denn nach eine Alsterrunde musste ich aufgrund der mittlerweile blutigen Blase unter dem linken Fuß abbrechen und bin zur Kompensation noch 120 Minuten auf die Rolle. Samstag und Sonntag war, wie so oft bei mir als Familienvater, Regeneration angesagt. Und zwei Tage ohne jeden Sport kommen mir mittlerweile richtig lange vor. Wie gesagt – Zeit ist relativ!
Zusammenfassend:
Montag: 1:10 Stunden Lauf
Dienstag: 2:30 Stunden Rolle
Mittwoch: 2 Stunden Lauf (Eine Runde schnell)
Donnerstag: 2 Stunden Rolle
Freitag: 40 Minuten Lauf und 2 Stunden Rolle
Gesamt: 10:20 Stunden
So, und nun drückt mir die Daumen, dass meine Blase in dieser Woche wieder hin kommt.
Liebe Grüße, Volker"
Holladihoooooo! Holladihoooooo!
Volker, Volker, Deine Welt ist das Tiefstapeln. Volker, Volker, denn da unten bist Du zu Haus.
Doch, nur, Vollgas, drei/vier Alster-Runden im Sonnenschein. Volker, Volker, brauchst Du zum glücklich sein.
Und alle: Holladahiho, Holladahiho, Holladahiho, Holladahiho – HolladaaahihahihahiHolladihaho
Und im Ernst: Beste Grüße nach Reinbek zu Maik: Wen wollen wir alles im Sommer einladen zu unserer Grillparty? Denn Volker wird so einige Fläschchen Gerstensaft rein laufen. So viel steht mal fest.
Ich guck noch mal schnell oben, ob ich das richtig gelesen habe – ja, richtig, 32:30 Minuten steht da. Tempogefühl hin oder her, dass ich so weit von der anvisierten 36er Zeit für die schnelle Runde entfernt, wie die Reeperbahn von den Teresienwiese, oder Bush von Bildungspolitik.
Aber unterm Strich hat die Übung schon gesessen. Und wenn ich Volker eine 36 ins Trainingsbuch notiert hatte, dann eben nur deshalb, weil er immer meint, dass könne er nicht. Wir wissen es nun besser. Diese Mittwochs-Einheit bleibt somit weiterhin bestand seiner Trainingswoche, wobei ich die schnelle Runde eher in 35 als in 32:30 Minuten laufen würde, weil es dann doch eben zu nah am Machbaren ist, und jede Woche eine solche Belastung eher nicht optimal wäre. Aber ich freue mich schon sehr, dass es so gelaufen ist, wie es war, denn das bringt uns in der Planung für seinen Marathon ein großes Stück weiter.
Dann möchte ich mich noch kurz zu den 2:30 Stunden auf der Rolle äußern: Volker, ich mache Dir einen Kontakt zu Bukarest-Sören, ich denke er ist froh, wenn Du ihn mal besuchst, weil er einen Trainingspartner Deines Schlages sicher gut brauchen könnte. Oder Sören?!
Also ich finde das bewundernswert, gerade darum, weil es für mich ein Graus wäre, so lange auf der Rolle zu schwitzen.
Unterm Strich also eine gute Woche für Volker. Und ich sehe Martin schon demnächst an der Alster rennen, immer die Uhr im Blick, ob er die Zeit des 46-Jährigen knacken kann. Nun, sicher kann er, aber ich bin mir auch sicher, das Volker noch schneller kann. (dies soll aber bitte nicht (!) als Aufforderung verstanden werden)
Interessant ist das schon – ich sprach letztens mit Maik darüber – wie gut das Körpergedächtnis von Volker ist. Oder einfacher gesagt, wie viel Talent in dem Mann steckt. Selbst nach ein bis zwei Jahrzehnten ohne Ausdauersport, ist er nach kürzester Zeit wieder zu guten Leistungen im Stande. Mal sehen, wie lange er mich noch als Trainingspartner akzeptiert. Wahrscheinlich fordert er mich demnächst auf, mit dem Rad neben ihm her zu fahren.
Jutchen, dass ist es nun leider schon für diese Woche. Eigentlich ein Alptraum. Aber wir wären nicht wir, wenn wir nicht trotzdem, weiterhin, oder gerade deshalb an uns glauben würden!
Gut möglich, dass ich noch zwei oder drei Tage pausieren muss. Und wenn?! Mit Volker kann ich Mittwochs eh nicht mehr mithalten, und bis Klagenfurt ist es noch ein gutes Stück Weg.
Wie heißt es doch so schön: Pa’a – Kämpf’ für Dein Ziel!
Das werde ich! Und Ihr?
Herzlichst, Euer mathias
Montag, 26. Januar 2009
Montag, 19. Januar 2009
Ruckeln und Zuckeln
Liebe Leute,
manchmal fühlt sich die Sache hier an, als sei etwas Sand im Getriebe. So zum Beispiel an diesem Morgen, an dem zwar die Sichel des Mondes wunderbar durch mein Schreibtischfenster leuchtet, ich mich aber doch noch etwas müde fühle, denn kurz nach sieben Uhr ist nicht meine normale Zeit zum Schreiben. Aber, ich muss heute nach Düsseldorf zur boot-Messe, wenn ich termingerecht bloggen möchte, dann bleibt mir nur dieser Weg (was sind das eigentlich für Vögelchen, die da piepen, und die ich sonst nie höre/verschlafe?)
So, da hatte sich in dieser Woche ja ein schönes Plauderründchen zwischen Tim, Volker und Maik im Kommentarraum entwickelt. Unter Strich kommen dabei ein paar Dinge für mich klar zum Vorschein:
1. Den Vorschlag von Maik finde ich super. Für jede Minute die Volker und Tim unter ihren Understatement-Zeiten bleiben, gibt es ein Bierchen, welches für späteren, gemeinsamen, um nicht zu sagen gemeinnützigen, Verzehr bestimmt ist.
2. Versuche, mich zum Schwimmen zu bringen, sind nicht mit guten Erfolgsaussichten versehen. Und schon mal gar nicht, wenn man Bierprämien aussetzt, falls ich nicht (!) schwimme. Vielleicht sollten die Beteiligten es mal anders herum versuchen. Wahlweise sind auch Rittersport-Marzipan, Mozartkugeln, selbst gebackene Bergische Waffeln oder derlei Dinge erfolgsversprechend.
3. Tim ist zwar noch nicht so lange dabei, aber ich habe mich schon zu Beginn der Woche gefragt, wo er, wenn er 40 Minuten auf 10 Kilometer laufen kann, beim Marathon die ganze Zeit vertrödeln will?! Ich glaube, ich würde mich zu Beginn des Laufes mal hinter dem Mann mit dem Luftballon wo "3:20" drauf steht aufstellen. Dies nur als Tipp.
4. Und Volker – ach, liebe Leute, ihr lest ja selbst jede Woche, was er hier veranstaltet. Anfang dieser Woche ist er 2 Stunden Rolle gefahren, um anschließend noch 90 Minuten zu laufen. Im Ernst, ich finde das super, und es ist eine Freude zu sehen, wie er sich körperlich und auch mental entwickelt. Aber ich möchte im Juli einen Ironman bestreiten, und trainiere nicht so hart wie er? Stellt sich die Frage, trainiere ich zu wenig? Trainiert Volker zu viel?
Ich meine, zwei Stunden auf der Rolle, das hat ja Bukarest-Soeren-Charakter!! (an dieser Stelle die besten Grüße!)
Und mal sehen, was Volker diese Woche zu berichten hat:
"Meine Mucki-Woche:
Liebe Leute,
was soll ich euch sagen? Die letzte Woche war absolut geil. Geil, weil ich schon am Montag Mittag über vier Stunden auf der Habenseite verbuchen konnte. Ich habe mich erstmalig in meinem Leben an das sogenannte Koppel-Training gewagt. 2,5 Stunden Rolle und direkt danach 95 Minuten Laufen. Den Wechsel habe ich Triathlon-mäßig hingelegt. Alle nassen Klamotten vom Körper gerissen, schnell neues T-Shirt drüber, ab in der Schuhe und los!
Die ersten Meter habe ich dann mal wieder gedacht, dass ihr Triathleten echt harte Hunde seid. Die erste halbe Alsterrunde war echt ziemlich unrund. Aber danach: nur Fliegen ist schöner. Ich bin auf meinem kleinen Grundlagenteppich nur so dahin geflogen. Ich mußte mich nach Mathes Standpauke letzte Woche richtig einbremsen und mich zwingen nicht noch eine dritte Runde ranzuhängen. Aber was ein phänomenales Gefühl hinterher.
Am abend habe ich dann ein neues Ritual eingeführt: Den Montags-Film im ZDF habe ich mit einer dicken Portion Mucki-Vanille-Eis von Aldi genossen! Das Eis von Aldi Echt unglaublich gut. Und wenn man am Vormittag schon über 2200 Kalorien verbrannt hat, dann kann man sich so ein feistes Eis auch ohne schlechtes Gewissen reinziehen. Das Leben ist schön. Ich bin stark. Was ein Tag!
Am Dienstag habe ich 120 Minuten auf der Rolle abgespult, erstmalig mit kleinen Intervallen. 4 mal fünf Minuten schwersten Gang im Wiegetritt. Und abends wieder ein dickes Mucki-Eis! Mittwoch waren dann ganz lockere drei Runden um die Alster dran. Ohne Speed, aber mit viel Spaß. Und abends - ihr könnt es euch schon denken - ein leckeres Mucki-Eis. Den Donnerstag Abend habe ich wieder auf der Rolle verbracht. Gleiches Programm wie Dienstag, und selbstverständlich mit einem netten Mucki-Eis beendet.
Freitag war dann ein besonderer Tag, weil Mathes und ich mal bei ihm an der Elbe gelaufen sind. Ich musste einfach mal was anderes sehen als die Alster. Und es war wirklich wunderschön. Auf der Elbe ist noch richtig dickes Packeis. Sieht schon richtig beeindruckend aus, wenn sich die dicken Container-Pötte mit uns ein Wettrennen liefern. Am Ende standen wieder nach rund 90 Minuten auf der Uhr wieder vor der Tür. Ging unglaublich viel schneller rum als an der Alster. Aber es waren auch wieder sehr interessante Gespräch drin. Und abends: wieder ein dickes Mucki-Eis! Mathes hatte mir dann für das Wochenende eine Regenerationspause verordnet, weil er meinte, mein Körper braucht auch mal eine ruhigere Phase.
Für meinen Kühlschrank galt das aber nicht, sodass ich auch Sammstag und Sonntag meine mittlerweile obligatorische Oberwohlfühl-Portion Mucki-Eis geschleckt habe. Was eine geile Woche!
Alles zusammen:
Montag: 4 Stunden (2,5 Rolle, 90 Lauf)
Dienstag: 2 Stunden Rolle (Intervall)
Mittwoch: 2:15 Stunden Lauf
Donnerstag: 2 Stunden Rolle (Intervall)
Freitag: 90 Minuten Lauf mit meinem Freund
Gesamt: 11:45 STunden Training und 2,5 Liter Mucki-Eis Vanille
Es grüßt Mucki-Volki"
Leute, das ist mal ne Ansage hier, oder?! Volker macht uns alle nass, dabei will er nur einen Marathon laufen. Sensationell, und das bei zwei Ruhetagen. Wie gesagt, er hat derzeit nicht nur das Eis, sondern auch die Motivation mit Löffeln gefuttert, scheint unser absoluter Motivations-Spezi(alist) zu sein. Vielleicht schafft er es ja doch noch, mich zur Schwimmhalle zu zerren.
Dann noch schnell ein Kommentar zu Wien-Martin: Wie war der Eisbärcup? Okay? Oder warst Du wieder bis ein Uhr beim Aprés-Ski? Ähem. Und, hat Dein "Babe" es verdient, so alleine auf der Straße stehen gelassen zu werden? Kein Wunder, dass es sich dem erstbesten an den Hals wirft.
Zurück zum Sand im Getriebe. Eigentlich läuft ja alles nach Plan. Nach recht fleißigen Wochen (für meine Verhältnisse), war der Skiurlaub in Chesieres eine willkommene Pause. Und es war ja auch von vorneherein klar, dass ich die Laufschuhe nicht hätte einpacken müssen. Leider war mir auch klar, dass mir der Wiederbeginn recht schwer fallen würde.
Und so war es zu Beginn der Woche dann auch. Montag und Dienstag konnte ich mich nicht aufraffen. Sicher spielt da derzeit auch rein, dass ich aufgrund meiner geplanten Selbständigkeit jede Menge Dinge zu bedenken und zu regeln habe, aber irgendwie meint man doch immer, dass da doch vielleicht noch ein Stündchen Zeit für einen Jogg wäre. Allein, es ruckelt und zuckelt, es scheint Sand im Getriebe zu sein. Gut allerdings, wenn man sich zwischendurch mit Menschen wie Reinbek-Maik trifft, dem es erstens, oft genau so geht, und der einem zweitens, auch mal Mut zuspricht, ist er selbst doch schon seit über einem Jahrzehnt beruflich sein eigener Herr.
Mitwoch war es dann aber an der Zeit, die Sache mit dem Sport anzugehen. Zehn Tage Pause mussten einfach genug sein. Ein Morgen-Jogg mit Volker an der Alster stand auf dem Programm. Und was soll ich sagen, kaum dass ich losgelaufen war, dachte ich, dass alles sehr schön leicht laufen würde. Ich fühlte mich großartig – für ungefähr 15 Minuten.
Schon bei unserem Treffen an der Alster, also nach einer knappen halben Stunde, hätte ich mein Alter auf 55 geschätzt, eine Blase unter dem rechten Fußballen tat ihr übriges. Nun helfen gute Gespräche mit dem Freund natürlich über so manches Tief hinweg, und so gestaltete sich auch unser gemeinsamer Jogg. Nur – welch Wunder – Volker wollte an diesem Tag nur zwei Runden laufen, was bedeutete, dass ich eine halbe Alsterrunde und den Weg zurück nach Altona alleine bestreiten musste.
Habe ich mich kaputt gefühlt!! Entgegen vorheriger Läufe, wo ich sogar nach zwei Stunden noch in allen Gelenken elastisch war, musste ich am Mittwoch Morgen in den letzten 60 Minuten um jeden Schritt kämpfen. Qual, Qual, Qual. Nicht mehr und nicht weniger. Nach 2:15 Stunden war ich dann wieder zu Hause, und fragte mich mal wieder, wie ich das wohl am 5. Juli in Klagenfurt überstehen sollte.
Das ich den Donnerstag wieder pausierte muss ich wohl an dieser Stelle nicht extra betonen. Freitag stand dann Volker morgens vor meiner Tür. Geplant war ein lockerer 90-Minuten-Lauf, was wir auch einhielten. Kalter kalter Wind setzte uns auf unserem Rückweg an der Elbe mächtig zu, und wieder einmal schien mein Körper mit dem einen oder anderen Sandkorn im Getriebe zu kämpfen.
Überhaupt, wenn Volker und ich laufen, könnte man uns mit der Kamera begleiten und man bekäme den Eindruck, die Sendung würde in einem Lazarett gedreht werden. "Mensch, mir tut es hier wieder weh", sagt der eine, was der andere sofort mit "und ich habe hier immer so ein Drücken", kontert. Aber da so ein Drücken ja nicht wirklich beeindruckend sein kann, sein darf, meint der andere postwendend "kenn ich, aber das ist nichts gegen mein Ziehen hier", und greift seinem Mitläufer irgendwo zwischen Hüfte und Kniegelenk.
Mobilat-Creme, gehört ab einem gewissen Alter vielleicht dazu – Volker (li.) und Mathias nach dem 90-Minuten-Jogg
Also, man könnte den Eindruck bekommen, es geht gar nicht ums (schnelle) Laufen, sondern mehr darum, wer hat mit den dollsten Beeinträchtigungen zu kämpfen. Und immer wenn Volker dann noch ein Wehwehchen rausholt, und mir gerade nichts Aktuelles mehr einfällt, was ihm, so meine ich zu erkennen, ein befriedigendes Lächeln um die Mundwinkel zaubert, – dann denke ich mir im Stillen "Pah, soll der erst mal mit lädiertem Zeh einen Ironman machen! Oder mit Rückenschmerzen wir verrückt! Oder oder oder! Und überhaupt!"
Irgendwie hat das was von Stadler und Waldorf bei der Muppet Show! Nun denn, sei’s drum. Wie sagt man, wenn man eines Tages morgens aufwacht und nichts tut einem weh, dann ist man tot. Wir hingegen sind schöne 90 Minuten gelaufen, neben uns die Elbe, zugedeckt mit unzähligen Eisschollen, die von zwei riesigen Container-Schiffen zur Seite geschoben wurden – schön.
Samstag Morgen dann ein lockerer Stundenlauf mit Anna. Wäre es nicht so kalt gewesen, es hätte eine schöne regenerative Einheit werden können. Immerhin, auch Anna ist in dieser Woche dreimal gelaufen, möchte auch während der fordernden Studienzeiten wieder einen gewissen Rhythmus aufnehmen. Für mich wäre das auch schön, denn ab und an ein Jogg mit der Liebsten ist doch eine sehr schöne Sache. Bevor sie dann am Nachmittag zum Jobben gegangen ist, hat sie mir noch eine Versprechen für eine Rollen-Einheit abgenommen.
Leute, das habe ich rausgeschoben, rausgeschoben und noch weiter rausgeschoben. Und erst als es zeitlich – bis zu Annas Rückkehr – richtig eng wurde, da habe ich das Gerät aufgebaut und bin 1:15 Stunden gestrampelt. Auch hier ergeben sich übrigens wahnsinnige Unterschiede. Bei mir sieht so eine Rolleneinheit wie folgt aus. 1:15 Stunden, Durchschnittspuls von 126 (also easy, easy, easy – logisch, denn je schneller je lauter, und dann höre ich den Fernseher nicht mehr) und gerademal alle Viertelstunde einen Gang höher. Heißt, bevor es anstrengend wird, ist auch schon Feierabend. Volker hingegen kurbelt 2 Stunden und macht zwischendurch Intervalle, dass er fast vom Rad kippt. Wie gesagt, schöne Grüße nach Bukarest!
Die Elbe, mit Eisschollen bedeckt
Am gestrigen Sonntag habe ich mich dann aus dem Bett geschält, um nach dem Wetter zu gucken. Martin hatte mir am Vorabend gesagt, dass ich gar nicht erst aufstehen müsse, so schlecht seien die Vorhersagen. Aber so schlecht sah es dann gar nicht aus. Also reingepellt in die Sachen und rauf aufs Rad.
Marcus (li.) und Norman während der Radrunde in den Vierlanden
Was soll ich sagen: Die Wetterberichte waren korrekt!! Und hinzu kam, dass ich mich von Beginn an schwach fühlte. Eine Runde zum abgewöhnen. Aber was soll es. Nach drei Stunden, davon zwei im kalten Regen, war ich wieder zu Hause. Und danach tot – also sagen wir, geschafft. Als erstes habe ich mir einen halben Liter Energiedrink gegönnt. Dann habe ich meinen ärgsten Hunger mit einer Dose Sardinen (wirklich wahr!) bekämpft. Und so ging das dann den ganzen Tag weiter. Ich war wie ausgebrannt.
Also, mit einigem Sand im Getriebe und Ruckeln und Zuckeln, hier meine Woche:
Montag: frei
Dienstag: schon wieder frei
Mittwoch: 2:15 Stunden laufen; 24 Kilometer; mit Volker
Donnerstag: frei
Freitag: 90 Minuten laufen mit Volker
Samstag: 1 Stunde laufen mit Anna
Samstag: 1:15 Stunden Rolle
Sonntag: 3:02 Stunden Rad; 80 Kilometer; 26,2er Schnitt
Gesamt: 8 Stunden; ganz okay, bei drei freien Tagen
Und tatsächlich sitze ich auch deshalb jetzt vor dem Computer und blogge, statt zu laufen. Und das obwohl ich bis Freitag nicht trainieren kann (wegen Düsseldorf). Ich bin einfach müde. Oh, wartet mal, das Telefon klingelt (8:45 Uhr) – – – –
nö klar, das war Volker: "Bleibt es bei unserer Verabredung? Ich bin in 10 Minuten bei Dir!"
Leute, wie ich diese Motivationstiere hasse. So geht es doch einfach nicht. Aber es hilft nichts, ich muss Schluss machen. Schnell rein in die Klamotten, der Kerl ist gleich hier. Drückt mir die Daumen, dass ich es schaffe.
Ich glaube es zwickt schon wieder hier – und da – und dort auch. Aber Volker wird bestimmt kontern können.
In diesem Sinne, gehabt Euch wohl. Bis nächste Woche.
Herzlichst, Euer mathias
manchmal fühlt sich die Sache hier an, als sei etwas Sand im Getriebe. So zum Beispiel an diesem Morgen, an dem zwar die Sichel des Mondes wunderbar durch mein Schreibtischfenster leuchtet, ich mich aber doch noch etwas müde fühle, denn kurz nach sieben Uhr ist nicht meine normale Zeit zum Schreiben. Aber, ich muss heute nach Düsseldorf zur boot-Messe, wenn ich termingerecht bloggen möchte, dann bleibt mir nur dieser Weg (was sind das eigentlich für Vögelchen, die da piepen, und die ich sonst nie höre/verschlafe?)
So, da hatte sich in dieser Woche ja ein schönes Plauderründchen zwischen Tim, Volker und Maik im Kommentarraum entwickelt. Unter Strich kommen dabei ein paar Dinge für mich klar zum Vorschein:
1. Den Vorschlag von Maik finde ich super. Für jede Minute die Volker und Tim unter ihren Understatement-Zeiten bleiben, gibt es ein Bierchen, welches für späteren, gemeinsamen, um nicht zu sagen gemeinnützigen, Verzehr bestimmt ist.
2. Versuche, mich zum Schwimmen zu bringen, sind nicht mit guten Erfolgsaussichten versehen. Und schon mal gar nicht, wenn man Bierprämien aussetzt, falls ich nicht (!) schwimme. Vielleicht sollten die Beteiligten es mal anders herum versuchen. Wahlweise sind auch Rittersport-Marzipan, Mozartkugeln, selbst gebackene Bergische Waffeln oder derlei Dinge erfolgsversprechend.
3. Tim ist zwar noch nicht so lange dabei, aber ich habe mich schon zu Beginn der Woche gefragt, wo er, wenn er 40 Minuten auf 10 Kilometer laufen kann, beim Marathon die ganze Zeit vertrödeln will?! Ich glaube, ich würde mich zu Beginn des Laufes mal hinter dem Mann mit dem Luftballon wo "3:20" drauf steht aufstellen. Dies nur als Tipp.
4. Und Volker – ach, liebe Leute, ihr lest ja selbst jede Woche, was er hier veranstaltet. Anfang dieser Woche ist er 2 Stunden Rolle gefahren, um anschließend noch 90 Minuten zu laufen. Im Ernst, ich finde das super, und es ist eine Freude zu sehen, wie er sich körperlich und auch mental entwickelt. Aber ich möchte im Juli einen Ironman bestreiten, und trainiere nicht so hart wie er? Stellt sich die Frage, trainiere ich zu wenig? Trainiert Volker zu viel?
Ich meine, zwei Stunden auf der Rolle, das hat ja Bukarest-Soeren-Charakter!! (an dieser Stelle die besten Grüße!)
Und mal sehen, was Volker diese Woche zu berichten hat:
"Meine Mucki-Woche:
Liebe Leute,
was soll ich euch sagen? Die letzte Woche war absolut geil. Geil, weil ich schon am Montag Mittag über vier Stunden auf der Habenseite verbuchen konnte. Ich habe mich erstmalig in meinem Leben an das sogenannte Koppel-Training gewagt. 2,5 Stunden Rolle und direkt danach 95 Minuten Laufen. Den Wechsel habe ich Triathlon-mäßig hingelegt. Alle nassen Klamotten vom Körper gerissen, schnell neues T-Shirt drüber, ab in der Schuhe und los!
Die ersten Meter habe ich dann mal wieder gedacht, dass ihr Triathleten echt harte Hunde seid. Die erste halbe Alsterrunde war echt ziemlich unrund. Aber danach: nur Fliegen ist schöner. Ich bin auf meinem kleinen Grundlagenteppich nur so dahin geflogen. Ich mußte mich nach Mathes Standpauke letzte Woche richtig einbremsen und mich zwingen nicht noch eine dritte Runde ranzuhängen. Aber was ein phänomenales Gefühl hinterher.
Am abend habe ich dann ein neues Ritual eingeführt: Den Montags-Film im ZDF habe ich mit einer dicken Portion Mucki-Vanille-Eis von Aldi genossen! Das Eis von Aldi Echt unglaublich gut. Und wenn man am Vormittag schon über 2200 Kalorien verbrannt hat, dann kann man sich so ein feistes Eis auch ohne schlechtes Gewissen reinziehen. Das Leben ist schön. Ich bin stark. Was ein Tag!
Am Dienstag habe ich 120 Minuten auf der Rolle abgespult, erstmalig mit kleinen Intervallen. 4 mal fünf Minuten schwersten Gang im Wiegetritt. Und abends wieder ein dickes Mucki-Eis! Mittwoch waren dann ganz lockere drei Runden um die Alster dran. Ohne Speed, aber mit viel Spaß. Und abends - ihr könnt es euch schon denken - ein leckeres Mucki-Eis. Den Donnerstag Abend habe ich wieder auf der Rolle verbracht. Gleiches Programm wie Dienstag, und selbstverständlich mit einem netten Mucki-Eis beendet.
Freitag war dann ein besonderer Tag, weil Mathes und ich mal bei ihm an der Elbe gelaufen sind. Ich musste einfach mal was anderes sehen als die Alster. Und es war wirklich wunderschön. Auf der Elbe ist noch richtig dickes Packeis. Sieht schon richtig beeindruckend aus, wenn sich die dicken Container-Pötte mit uns ein Wettrennen liefern. Am Ende standen wieder nach rund 90 Minuten auf der Uhr wieder vor der Tür. Ging unglaublich viel schneller rum als an der Alster. Aber es waren auch wieder sehr interessante Gespräch drin. Und abends: wieder ein dickes Mucki-Eis! Mathes hatte mir dann für das Wochenende eine Regenerationspause verordnet, weil er meinte, mein Körper braucht auch mal eine ruhigere Phase.
Für meinen Kühlschrank galt das aber nicht, sodass ich auch Sammstag und Sonntag meine mittlerweile obligatorische Oberwohlfühl-Portion Mucki-Eis geschleckt habe. Was eine geile Woche!
Alles zusammen:
Montag: 4 Stunden (2,5 Rolle, 90 Lauf)
Dienstag: 2 Stunden Rolle (Intervall)
Mittwoch: 2:15 Stunden Lauf
Donnerstag: 2 Stunden Rolle (Intervall)
Freitag: 90 Minuten Lauf mit meinem Freund
Gesamt: 11:45 STunden Training und 2,5 Liter Mucki-Eis Vanille
Es grüßt Mucki-Volki"
Leute, das ist mal ne Ansage hier, oder?! Volker macht uns alle nass, dabei will er nur einen Marathon laufen. Sensationell, und das bei zwei Ruhetagen. Wie gesagt, er hat derzeit nicht nur das Eis, sondern auch die Motivation mit Löffeln gefuttert, scheint unser absoluter Motivations-Spezi(alist) zu sein. Vielleicht schafft er es ja doch noch, mich zur Schwimmhalle zu zerren.
Dann noch schnell ein Kommentar zu Wien-Martin: Wie war der Eisbärcup? Okay? Oder warst Du wieder bis ein Uhr beim Aprés-Ski? Ähem. Und, hat Dein "Babe" es verdient, so alleine auf der Straße stehen gelassen zu werden? Kein Wunder, dass es sich dem erstbesten an den Hals wirft.
Zurück zum Sand im Getriebe. Eigentlich läuft ja alles nach Plan. Nach recht fleißigen Wochen (für meine Verhältnisse), war der Skiurlaub in Chesieres eine willkommene Pause. Und es war ja auch von vorneherein klar, dass ich die Laufschuhe nicht hätte einpacken müssen. Leider war mir auch klar, dass mir der Wiederbeginn recht schwer fallen würde.
Und so war es zu Beginn der Woche dann auch. Montag und Dienstag konnte ich mich nicht aufraffen. Sicher spielt da derzeit auch rein, dass ich aufgrund meiner geplanten Selbständigkeit jede Menge Dinge zu bedenken und zu regeln habe, aber irgendwie meint man doch immer, dass da doch vielleicht noch ein Stündchen Zeit für einen Jogg wäre. Allein, es ruckelt und zuckelt, es scheint Sand im Getriebe zu sein. Gut allerdings, wenn man sich zwischendurch mit Menschen wie Reinbek-Maik trifft, dem es erstens, oft genau so geht, und der einem zweitens, auch mal Mut zuspricht, ist er selbst doch schon seit über einem Jahrzehnt beruflich sein eigener Herr.
Mitwoch war es dann aber an der Zeit, die Sache mit dem Sport anzugehen. Zehn Tage Pause mussten einfach genug sein. Ein Morgen-Jogg mit Volker an der Alster stand auf dem Programm. Und was soll ich sagen, kaum dass ich losgelaufen war, dachte ich, dass alles sehr schön leicht laufen würde. Ich fühlte mich großartig – für ungefähr 15 Minuten.
Schon bei unserem Treffen an der Alster, also nach einer knappen halben Stunde, hätte ich mein Alter auf 55 geschätzt, eine Blase unter dem rechten Fußballen tat ihr übriges. Nun helfen gute Gespräche mit dem Freund natürlich über so manches Tief hinweg, und so gestaltete sich auch unser gemeinsamer Jogg. Nur – welch Wunder – Volker wollte an diesem Tag nur zwei Runden laufen, was bedeutete, dass ich eine halbe Alsterrunde und den Weg zurück nach Altona alleine bestreiten musste.
Habe ich mich kaputt gefühlt!! Entgegen vorheriger Läufe, wo ich sogar nach zwei Stunden noch in allen Gelenken elastisch war, musste ich am Mittwoch Morgen in den letzten 60 Minuten um jeden Schritt kämpfen. Qual, Qual, Qual. Nicht mehr und nicht weniger. Nach 2:15 Stunden war ich dann wieder zu Hause, und fragte mich mal wieder, wie ich das wohl am 5. Juli in Klagenfurt überstehen sollte.
Das ich den Donnerstag wieder pausierte muss ich wohl an dieser Stelle nicht extra betonen. Freitag stand dann Volker morgens vor meiner Tür. Geplant war ein lockerer 90-Minuten-Lauf, was wir auch einhielten. Kalter kalter Wind setzte uns auf unserem Rückweg an der Elbe mächtig zu, und wieder einmal schien mein Körper mit dem einen oder anderen Sandkorn im Getriebe zu kämpfen.
Überhaupt, wenn Volker und ich laufen, könnte man uns mit der Kamera begleiten und man bekäme den Eindruck, die Sendung würde in einem Lazarett gedreht werden. "Mensch, mir tut es hier wieder weh", sagt der eine, was der andere sofort mit "und ich habe hier immer so ein Drücken", kontert. Aber da so ein Drücken ja nicht wirklich beeindruckend sein kann, sein darf, meint der andere postwendend "kenn ich, aber das ist nichts gegen mein Ziehen hier", und greift seinem Mitläufer irgendwo zwischen Hüfte und Kniegelenk.
Also, man könnte den Eindruck bekommen, es geht gar nicht ums (schnelle) Laufen, sondern mehr darum, wer hat mit den dollsten Beeinträchtigungen zu kämpfen. Und immer wenn Volker dann noch ein Wehwehchen rausholt, und mir gerade nichts Aktuelles mehr einfällt, was ihm, so meine ich zu erkennen, ein befriedigendes Lächeln um die Mundwinkel zaubert, – dann denke ich mir im Stillen "Pah, soll der erst mal mit lädiertem Zeh einen Ironman machen! Oder mit Rückenschmerzen wir verrückt! Oder oder oder! Und überhaupt!"
Irgendwie hat das was von Stadler und Waldorf bei der Muppet Show! Nun denn, sei’s drum. Wie sagt man, wenn man eines Tages morgens aufwacht und nichts tut einem weh, dann ist man tot. Wir hingegen sind schöne 90 Minuten gelaufen, neben uns die Elbe, zugedeckt mit unzähligen Eisschollen, die von zwei riesigen Container-Schiffen zur Seite geschoben wurden – schön.
Samstag Morgen dann ein lockerer Stundenlauf mit Anna. Wäre es nicht so kalt gewesen, es hätte eine schöne regenerative Einheit werden können. Immerhin, auch Anna ist in dieser Woche dreimal gelaufen, möchte auch während der fordernden Studienzeiten wieder einen gewissen Rhythmus aufnehmen. Für mich wäre das auch schön, denn ab und an ein Jogg mit der Liebsten ist doch eine sehr schöne Sache. Bevor sie dann am Nachmittag zum Jobben gegangen ist, hat sie mir noch eine Versprechen für eine Rollen-Einheit abgenommen.
Leute, das habe ich rausgeschoben, rausgeschoben und noch weiter rausgeschoben. Und erst als es zeitlich – bis zu Annas Rückkehr – richtig eng wurde, da habe ich das Gerät aufgebaut und bin 1:15 Stunden gestrampelt. Auch hier ergeben sich übrigens wahnsinnige Unterschiede. Bei mir sieht so eine Rolleneinheit wie folgt aus. 1:15 Stunden, Durchschnittspuls von 126 (also easy, easy, easy – logisch, denn je schneller je lauter, und dann höre ich den Fernseher nicht mehr) und gerademal alle Viertelstunde einen Gang höher. Heißt, bevor es anstrengend wird, ist auch schon Feierabend. Volker hingegen kurbelt 2 Stunden und macht zwischendurch Intervalle, dass er fast vom Rad kippt. Wie gesagt, schöne Grüße nach Bukarest!
Am gestrigen Sonntag habe ich mich dann aus dem Bett geschält, um nach dem Wetter zu gucken. Martin hatte mir am Vorabend gesagt, dass ich gar nicht erst aufstehen müsse, so schlecht seien die Vorhersagen. Aber so schlecht sah es dann gar nicht aus. Also reingepellt in die Sachen und rauf aufs Rad.
Was soll ich sagen: Die Wetterberichte waren korrekt!! Und hinzu kam, dass ich mich von Beginn an schwach fühlte. Eine Runde zum abgewöhnen. Aber was soll es. Nach drei Stunden, davon zwei im kalten Regen, war ich wieder zu Hause. Und danach tot – also sagen wir, geschafft. Als erstes habe ich mir einen halben Liter Energiedrink gegönnt. Dann habe ich meinen ärgsten Hunger mit einer Dose Sardinen (wirklich wahr!) bekämpft. Und so ging das dann den ganzen Tag weiter. Ich war wie ausgebrannt.
Also, mit einigem Sand im Getriebe und Ruckeln und Zuckeln, hier meine Woche:
Montag: frei
Dienstag: schon wieder frei
Mittwoch: 2:15 Stunden laufen; 24 Kilometer; mit Volker
Donnerstag: frei
Freitag: 90 Minuten laufen mit Volker
Samstag: 1 Stunde laufen mit Anna
Samstag: 1:15 Stunden Rolle
Sonntag: 3:02 Stunden Rad; 80 Kilometer; 26,2er Schnitt
Gesamt: 8 Stunden; ganz okay, bei drei freien Tagen
Und tatsächlich sitze ich auch deshalb jetzt vor dem Computer und blogge, statt zu laufen. Und das obwohl ich bis Freitag nicht trainieren kann (wegen Düsseldorf). Ich bin einfach müde. Oh, wartet mal, das Telefon klingelt (8:45 Uhr) – – – –
nö klar, das war Volker: "Bleibt es bei unserer Verabredung? Ich bin in 10 Minuten bei Dir!"
Leute, wie ich diese Motivationstiere hasse. So geht es doch einfach nicht. Aber es hilft nichts, ich muss Schluss machen. Schnell rein in die Klamotten, der Kerl ist gleich hier. Drückt mir die Daumen, dass ich es schaffe.
Ich glaube es zwickt schon wieder hier – und da – und dort auch. Aber Volker wird bestimmt kontern können.
In diesem Sinne, gehabt Euch wohl. Bis nächste Woche.
Herzlichst, Euer mathias
Dienstag, 13. Januar 2009
Blog ohne Bild
Liebe Leute,
Ihr habt doch nicht etwa gedacht, ich würde nicht schreiben? Nix da. Es geht hier weiter und weiter und weiter. Aber mit unserer doch recht späten Rückkehr am Sonntag Abend, war hier am gestrigen Montag einiges zu erledigen. Wäsche waschen, aufräumen, Post abholen, und und und.
Wie auch immer, jetzt glüht der Draht wieder.
Und da muss ich gleich ein paar Kleinigkeiten los werden.
– Chrifa: "Oberaffengeil" hat mein Buch noch niemand genannt. Ich gehe davon aus, dass dies etwas gutes bedeuten soll und bedanke mich herzlich.
– Andi: Ach herrje, hat das mit dem Trick, dem Liegenlassen des Ausdrucks nicht funktioniert. Hm. Was kann man da machen? Janz einfach: In der rechten Menüleiste auf das Buch klicken, und schon bist Du bei Amazon. Das ist wie mit dem Training – nicht lange fackeln.
– Christoph aus Frankfurt a.M.: Wenn Du jetzt "unheimlich langsam läufst", wie Du schreibst, so ist das gerade richtig. Nicht verrückt machen lassen, den Mittel in Wiesbaden wirst Du schon schaffen. Wer zögert, kommt nie nach Jericho!
– Tim: 10 Kilometer in 40:42 Minuten?! Gott, ich möchte nochmal jung sein. Das ist doch eine super Zeit! Nur bitte aufpassen mit dem Training bei Erkältung. Sicherheit geht vor!!
Und weiter geht’s mit Post von Volker:
"Hallo Mathes,
ich hoffe, Euer Ski-Urlaub war super. Zumindest sah das Wetter auf dem Satelliten-Filmen immer sehr sonnig aus. Bei uns hier in Hamburg war es durchwachsen.
Der Wochenanfang war knacke kalt und tagsüber sonnig. Tolles Winterwetter. Ich habe dann am Montag zwei lockere Alterrunden in der üblichen Zeit (ca. 87. min für 16 km) hingelegt. Diese Woche wollte ich keinen langen Lauf machen, um meinen rechten Fuß zu schonen. Denn laut meinem Doc ist da eine Entzündung drin. Nichts dramatisches, muss es nur ein wenig schonen.
Dienstag habe ich dann 120 Minuten auf der Rolle verbracht. Das ist für mich immer wieder eine Schinderei, aber man gewöhnt sich dran. Und irgendwie ist es auch viel befriedigender als auf dem Sofa zu liegen. Mittwoch bin ich dann abends ohne Musik und mit neuen Einlagen zwei gemütliche Ründchen gelaufen. Ich wusste es ja vorher: an die Einlagen muss ich mich erst wieder gewöhnen. Lief trotz „mit allen Sinnen“ unrund und holprig. Zudem war der Weg ziemlich rutschig. Und weil’s dunkel war, wusste ich auch nicht, ob der dunkle Fleck vor mir ein Eisstück war oder einfach nur eine schneefreie Stelle. War also relativ anstrengend.
Donnerstag waren dann wieder 120 Minuten Rolle dran. Mittlerweile schmerzen weder Hintern noch Nacken – es fängt wieder an Spaß zu machen. Am Freitagabend waren dann wieder die obligatorischen 16 Kilometer an und um die Alster dran. Bald kenne ich da jeden Stein. Ob ich mal anders rum laufen sollte? Aber wir sind doch schon immer gegen den Uhrzeigersinn gelaufen. Dürfen wir eigentlich anders rum laufen??? Am Wochenende habe ich dann mal zwei Ruhetage (so man dass als Papa von zwei kleinen Rackern überhaupt sagen darf) eingelegt. Also alles in allem diese Woche: 4,5 StundenLaufen und 4 Stunden Rolle.
En Detail:
Montag: 16 Kilometer, 87 Minuten
Dienstag: 2 Stunden Rolle (Oh mann!, Anm. des Blog-Autors)
Mittwoch: 16 Kilometer, 90 Minuten
Donnerstag: 2 Stunden Rolle
Freitag: 16 Kilometer, 90 Minuten
Gesamt: 8,5 Stunden
Noch mal eine kleine Klarstellung zum Thema Zwischenziel: Der Marathon ist ja eigentlich nur ein Abfallprodukt meiner Bestrebung den Sport wieder fest in meinem Alltag zu integrieren. Andere Ziele habe ich derzeit nicht. Aber wer weiß, wenn Du mich mit zum Schwimmtraining nimmst, werde ich vielleicht nächstes Jahr mal eine Halbdistanz angehen, aber das ist wirklich Zukunftsmusik.
Liebe Grüße, Volker"
Nö klar, ich ihn mit zum Schwimmen nehmen – da müsste ich vielleicht erst einmal den Weg alleine ins Schwimmbad finden!!! Kann mir vielleicht jemand eine Wegbeschreibung schicken? Und, soll ich mir hier etwa Konkurrenz im eigenen Hause ran ziehen?! Ach, warum nicht, habe ich schon immer gemacht (siehe Martin). Wäre mir sogar eine riesen Freude!! Wie auch immer, das Thema mit Volkers Zielen ist nun klar. Aber ich sage Euch trotzdem: Für jede Minute, die er langsamer als 3:15 Stunden ins Ziel kommt, lasse ich mir ein Bierchen zahlen. Deal?!
Unter Strich muss man sagen, dass Volker die Motivation anscheinend echt mit Löffeln gefuttert hat. Das läuft bei mir derzeit ein wenig anders. Allerdings gibt es Gründe. Erstens muss ich mich derzeit mächtig um zukünftige Projekte kümmern, die mich hoffentlich beruflich über Wasser halten. Und das ist ja nun mal nicht unwichtig.
(Apropos: Danke Silvio für den Tipp mit Australien!! Das hört sich genial an, aber ohne Anna gehe ich natürlich nirgendwo hin. Logisch.)
Zweitens bin ich kurz vor der Abreise in den Skiurlaub eine wahnsinnig glatte Holztreppe im Hause meines besten Freundes hinabgestürzt. Und seit dem habe ich einen stark schmerzenden rechten Knöchel, dessen Wunde nicht verheilen will. Vielleicht logisch, wenn man ihn eine Woche lang jeden Tag in einen Skischuh zwängt, aber es ist wie es ist.
Hierzu lässt sich aber noch sagen, dass sich diese Schmerzen gelohnt haben. Wir hatten wunderbare Tage in Chesieres, und Anna – Ihr ahnt es schon – hat nicht nur sehr schnell, sondern auch sehr motiviert und gut gelernt. Wenn man bedenkt, dass sie zum ersten Mal auf den Brettern stand, und wir nach fünf Tagen schon fast beim parallelen Schwingen waren (zuzüglich sauberem Fahren auf den Kanten nach dem Richtungswechsel), dann kann man nur sagen: Hut ab.
Unterm Strich muss ich aber sagen, dass ich meine Jogging-Klamotten, wie schon so oft in den Jahrzehnten zuvor, umsonst eingepackt hatte. Wobei, als wir am Sonntag Nachmittag in Wuppertag drei Stunden Zeit zwischen Ankunft mit dem Auto und nächster Zugabfahrt hatten, bin ich sofort mit Peter auf ein Stündchen durch die verschneiten Wälder rund um die Ronsdorfer Talsperre losgelaufen. Das war schön!!!
Bis auf den Umstand, dass mein Freund zu Beginn immer gleich so schnell los rennt ("Wenn ich noch langsamer laufe, kann ich ja auch gehen."), während ich bekanntermaßen immer eine knappe halbe Stunde benötige bis ich in die Gänge komme. Gut, um ehrlich zu sein, hat mir auch der McDo-Fraß von einer Stunde zuvor mächtig im Magen gelegen. Aber was nicht tötet, macht uns ja härter. Zumindest zum Ende der Laufrunde fühlte ich mich wieder topfit.
Trotzdem habe ich am gestrigen Montag nicht trainiert, weil hier – siehe oben – einfach zu viel zu tun war. Und heute wird es wohl auch nix werden. Denn am Nachmittag steht ein Treffen mit Reinbek-Maik an (richtig, dem Live-Ticker-Organisator des Lanza-Projekts), und das geht gleich in eine Abendessen mit seinem Freund und Blogleser Thorsten über. Also: Keine Chance für mich heute.
Dann war ich heute Morgen noch beim Arzt, der nach vier Wochen mal wieder auf meine Schulter schauen wollte. Tatsächlich hat es sich ein wenig verbessert, aber richtig doll ist es noch lange nicht. Einen langwierigen Prozess hatte er mir ja von Beginn an vorhergesagt. Also abwarten.
Ansonsten mache ich mir aber einfach mal keine Sorgen. Denn Freund Peter hatte ein iPhone im Urlaub mit dabei. Und darauf war ein Pseudo-Biorhythmusprogramm. Und was soll ich Euch sagen: Meine Vorhersage für den 5. Juli in Klagenfurt liest sich sehr gut. Zwar werde ich wohl nur irgendwas von über 60 Prozent meiner körperliche Fähigkeiten zur Verfügung haben, aber meine Einstellung, das Gefühl, werden auf 99 Prozent vorhergesagt. Und Wille ist schließlich alles!!
In diesem Sinne. Nicht verrückt machen lassen – glaubt an Euch!!
Euer mathias
Ihr habt doch nicht etwa gedacht, ich würde nicht schreiben? Nix da. Es geht hier weiter und weiter und weiter. Aber mit unserer doch recht späten Rückkehr am Sonntag Abend, war hier am gestrigen Montag einiges zu erledigen. Wäsche waschen, aufräumen, Post abholen, und und und.
Wie auch immer, jetzt glüht der Draht wieder.
Und da muss ich gleich ein paar Kleinigkeiten los werden.
– Chrifa: "Oberaffengeil" hat mein Buch noch niemand genannt. Ich gehe davon aus, dass dies etwas gutes bedeuten soll und bedanke mich herzlich.
– Andi: Ach herrje, hat das mit dem Trick, dem Liegenlassen des Ausdrucks nicht funktioniert. Hm. Was kann man da machen? Janz einfach: In der rechten Menüleiste auf das Buch klicken, und schon bist Du bei Amazon. Das ist wie mit dem Training – nicht lange fackeln.
– Christoph aus Frankfurt a.M.: Wenn Du jetzt "unheimlich langsam läufst", wie Du schreibst, so ist das gerade richtig. Nicht verrückt machen lassen, den Mittel in Wiesbaden wirst Du schon schaffen. Wer zögert, kommt nie nach Jericho!
– Tim: 10 Kilometer in 40:42 Minuten?! Gott, ich möchte nochmal jung sein. Das ist doch eine super Zeit! Nur bitte aufpassen mit dem Training bei Erkältung. Sicherheit geht vor!!
Und weiter geht’s mit Post von Volker:
"Hallo Mathes,
ich hoffe, Euer Ski-Urlaub war super. Zumindest sah das Wetter auf dem Satelliten-Filmen immer sehr sonnig aus. Bei uns hier in Hamburg war es durchwachsen.
Der Wochenanfang war knacke kalt und tagsüber sonnig. Tolles Winterwetter. Ich habe dann am Montag zwei lockere Alterrunden in der üblichen Zeit (ca. 87. min für 16 km) hingelegt. Diese Woche wollte ich keinen langen Lauf machen, um meinen rechten Fuß zu schonen. Denn laut meinem Doc ist da eine Entzündung drin. Nichts dramatisches, muss es nur ein wenig schonen.
Dienstag habe ich dann 120 Minuten auf der Rolle verbracht. Das ist für mich immer wieder eine Schinderei, aber man gewöhnt sich dran. Und irgendwie ist es auch viel befriedigender als auf dem Sofa zu liegen. Mittwoch bin ich dann abends ohne Musik und mit neuen Einlagen zwei gemütliche Ründchen gelaufen. Ich wusste es ja vorher: an die Einlagen muss ich mich erst wieder gewöhnen. Lief trotz „mit allen Sinnen“ unrund und holprig. Zudem war der Weg ziemlich rutschig. Und weil’s dunkel war, wusste ich auch nicht, ob der dunkle Fleck vor mir ein Eisstück war oder einfach nur eine schneefreie Stelle. War also relativ anstrengend.
Donnerstag waren dann wieder 120 Minuten Rolle dran. Mittlerweile schmerzen weder Hintern noch Nacken – es fängt wieder an Spaß zu machen. Am Freitagabend waren dann wieder die obligatorischen 16 Kilometer an und um die Alster dran. Bald kenne ich da jeden Stein. Ob ich mal anders rum laufen sollte? Aber wir sind doch schon immer gegen den Uhrzeigersinn gelaufen. Dürfen wir eigentlich anders rum laufen??? Am Wochenende habe ich dann mal zwei Ruhetage (so man dass als Papa von zwei kleinen Rackern überhaupt sagen darf) eingelegt. Also alles in allem diese Woche: 4,5 StundenLaufen und 4 Stunden Rolle.
En Detail:
Montag: 16 Kilometer, 87 Minuten
Dienstag: 2 Stunden Rolle (Oh mann!, Anm. des Blog-Autors)
Mittwoch: 16 Kilometer, 90 Minuten
Donnerstag: 2 Stunden Rolle
Freitag: 16 Kilometer, 90 Minuten
Gesamt: 8,5 Stunden
Noch mal eine kleine Klarstellung zum Thema Zwischenziel: Der Marathon ist ja eigentlich nur ein Abfallprodukt meiner Bestrebung den Sport wieder fest in meinem Alltag zu integrieren. Andere Ziele habe ich derzeit nicht. Aber wer weiß, wenn Du mich mit zum Schwimmtraining nimmst, werde ich vielleicht nächstes Jahr mal eine Halbdistanz angehen, aber das ist wirklich Zukunftsmusik.
Liebe Grüße, Volker"
Nö klar, ich ihn mit zum Schwimmen nehmen – da müsste ich vielleicht erst einmal den Weg alleine ins Schwimmbad finden!!! Kann mir vielleicht jemand eine Wegbeschreibung schicken? Und, soll ich mir hier etwa Konkurrenz im eigenen Hause ran ziehen?! Ach, warum nicht, habe ich schon immer gemacht (siehe Martin). Wäre mir sogar eine riesen Freude!! Wie auch immer, das Thema mit Volkers Zielen ist nun klar. Aber ich sage Euch trotzdem: Für jede Minute, die er langsamer als 3:15 Stunden ins Ziel kommt, lasse ich mir ein Bierchen zahlen. Deal?!
Unter Strich muss man sagen, dass Volker die Motivation anscheinend echt mit Löffeln gefuttert hat. Das läuft bei mir derzeit ein wenig anders. Allerdings gibt es Gründe. Erstens muss ich mich derzeit mächtig um zukünftige Projekte kümmern, die mich hoffentlich beruflich über Wasser halten. Und das ist ja nun mal nicht unwichtig.
(Apropos: Danke Silvio für den Tipp mit Australien!! Das hört sich genial an, aber ohne Anna gehe ich natürlich nirgendwo hin. Logisch.)
Zweitens bin ich kurz vor der Abreise in den Skiurlaub eine wahnsinnig glatte Holztreppe im Hause meines besten Freundes hinabgestürzt. Und seit dem habe ich einen stark schmerzenden rechten Knöchel, dessen Wunde nicht verheilen will. Vielleicht logisch, wenn man ihn eine Woche lang jeden Tag in einen Skischuh zwängt, aber es ist wie es ist.
Hierzu lässt sich aber noch sagen, dass sich diese Schmerzen gelohnt haben. Wir hatten wunderbare Tage in Chesieres, und Anna – Ihr ahnt es schon – hat nicht nur sehr schnell, sondern auch sehr motiviert und gut gelernt. Wenn man bedenkt, dass sie zum ersten Mal auf den Brettern stand, und wir nach fünf Tagen schon fast beim parallelen Schwingen waren (zuzüglich sauberem Fahren auf den Kanten nach dem Richtungswechsel), dann kann man nur sagen: Hut ab.
Unterm Strich muss ich aber sagen, dass ich meine Jogging-Klamotten, wie schon so oft in den Jahrzehnten zuvor, umsonst eingepackt hatte. Wobei, als wir am Sonntag Nachmittag in Wuppertag drei Stunden Zeit zwischen Ankunft mit dem Auto und nächster Zugabfahrt hatten, bin ich sofort mit Peter auf ein Stündchen durch die verschneiten Wälder rund um die Ronsdorfer Talsperre losgelaufen. Das war schön!!!
Bis auf den Umstand, dass mein Freund zu Beginn immer gleich so schnell los rennt ("Wenn ich noch langsamer laufe, kann ich ja auch gehen."), während ich bekanntermaßen immer eine knappe halbe Stunde benötige bis ich in die Gänge komme. Gut, um ehrlich zu sein, hat mir auch der McDo-Fraß von einer Stunde zuvor mächtig im Magen gelegen. Aber was nicht tötet, macht uns ja härter. Zumindest zum Ende der Laufrunde fühlte ich mich wieder topfit.
Trotzdem habe ich am gestrigen Montag nicht trainiert, weil hier – siehe oben – einfach zu viel zu tun war. Und heute wird es wohl auch nix werden. Denn am Nachmittag steht ein Treffen mit Reinbek-Maik an (richtig, dem Live-Ticker-Organisator des Lanza-Projekts), und das geht gleich in eine Abendessen mit seinem Freund und Blogleser Thorsten über. Also: Keine Chance für mich heute.
Dann war ich heute Morgen noch beim Arzt, der nach vier Wochen mal wieder auf meine Schulter schauen wollte. Tatsächlich hat es sich ein wenig verbessert, aber richtig doll ist es noch lange nicht. Einen langwierigen Prozess hatte er mir ja von Beginn an vorhergesagt. Also abwarten.
Ansonsten mache ich mir aber einfach mal keine Sorgen. Denn Freund Peter hatte ein iPhone im Urlaub mit dabei. Und darauf war ein Pseudo-Biorhythmusprogramm. Und was soll ich Euch sagen: Meine Vorhersage für den 5. Juli in Klagenfurt liest sich sehr gut. Zwar werde ich wohl nur irgendwas von über 60 Prozent meiner körperliche Fähigkeiten zur Verfügung haben, aber meine Einstellung, das Gefühl, werden auf 99 Prozent vorhergesagt. Und Wille ist schließlich alles!!
In diesem Sinne. Nicht verrückt machen lassen – glaubt an Euch!!
Euer mathias
Freitag, 2. Januar 2009
Kühler Start ins Neue Jahr
Liebe Leute,
jepp, jetzt sind wir drin im neuen Jahr. Ich hoffe, Ihr seid alle gut rüber gekommen. Bei uns war es ruhig aber schön. Aber dazu später mehr.
Erst einmal kommt hier Post von Volker:
"Ja liebe Freunde,
jetzt ist 2008 schon Geschichte. Und 2009 steht mit einer echten Herausforderung vor mir: Werde ich es auf Dauer schaffen, den Sport wieder regelmäßig als Teil meines (Familien-) Lebens zu sehen und in meinen Tagesablauf zu integrieren? Das ist mein persönlicher Kampf für 2009. Und er wird wahrscheinlich erst in 2010 oder 2011 endgültig gewonnen sein.
Das alte Jahr habe ich zumindest etwas ruhiger als die letzten Wochen ausklingen lassen. Am Montag bin ich gleich wieder meine drei Alterrunden gelaufen. Leider plage ich mich seit einigen Tagen mit einem Fußproblem herum. Ich habe Senk- und Spreizfüße und durch die langen Joggs hat sich nun mein rechter Fuß gemeldet. Meistens ging es während der Läufe ganz gut und erst danach hat es gezwickt. Am Tag danach waren die Schmerzen dann immer verschwunden.
Nicht so am Montag: Dieses mal tat es schon während des gesamten Laufes weh. Habe ich vielleicht doch überzogen? Auf jeden Fall werde ich heute zu meinem Doc gehen und mir Einlagen verschreiben lassen. Hatte ich früher auch schon mal und damit kriege ich die Sache sicher in den Griff. Dienstag dann noch einmal 90 Minuten Rolle, bevor der Mittwoch den Sylvester-Vorbereitungen vorbehalten war.
Zwei neue Pa’a-Team-Mitglieder: Lenny und Volker
Das neue Jahr habe ich mit einer gemütlichen Alsterrunde eingeläutet – nur um den Fuß wieder etwas zu reizen und dem Doc heute auch sagen zu können, wo es zwickt. Am Wochenende sollen dann noch zwei weitere Runden folgen. Ihr seht, ich versuche auch 2009 am Ball zu bleiben. Und weil der Mathes Lenny und mir so nette T-Shirts geschenkt hat, haben wir uns für Euch mal richtig in Schale geworfen. Ich wünsche euch allen in 2009 viel Kraft und Liebe! Mögt Ihr Eure persönlichen Ziele erreichen.
Und drückt mir die Daumen, dass ich am 26. April mein erstes Zwischenziel (Marathon in Hamburg in ca. 3:35 Stunden) erreiche!
Euer Volker"
Hui, habt Ihr gelesen, was ich gelesen habe? Also erstens hat er mit 3:35 Stunden hier mal eine Ansage gemacht. Finde ich ganz gut. Ich frage mich nur, warum Martin am Sylvester-Abend meinte, Volker hätte was von 3:15 oder 3:10 Stunden gesagt.
Dies ist wohl eine grundsätzliche Frage der Herangehensweise. Die meisten Leute mögen wohl lieber gerne tiefstapeln. Erstens steht man damit nicht so sehr unter Druck (gerade wenn man sich wie hier im Blog in die Öffentlichkeit begibt), und zweitens steht man hinterher eben noch besser da, weil man sein angesagtes Ziel eventuell deutlich übertroffen hat.
Ich möchte an dieser Stelle einen anderen Weg beschreiten. Mein Traumziel für den 5. Juli in Klagenfurt sind 9:30 Stunden! Rums. Warum sollte ich mir auch ein Ziel setzen, welches leicht zu erreichen ist?! Nein, nein, 9:30 Stunden, davon träume ich seit langem, und so soll es auch heißen! Das heißt nicht, dass ich nicht auch mit einer Zeit von 10 Stunden oder gar 10.30 Stunden zufrieden wäre. Man weiß ja auch nie, wie sich ein solcher Renntag präsentiert, oder was alles passieren kann. Aber nach einem Ziel muss man sich strecken können/müssen. Es muss eine Herausforderung sein.
Und meine Erfahrung – auch nach unserem Lanzarote-Projekt – zeigt, dass die Öffentlichkeit (in diesem Falle Ihr Blog-Leser) sehr wohl eine Leistung einzuschätzen wisst. Und das Ihr 11:29 Stunden, zum Beispiel von Martin, extrem gut findet, auch wenn er vorher keinen Hehl daraus gemacht hat, dass er davon geträumt hat, vielleicht noch schneller zu sein.
So viel zum Thema Ziele. Aber zurück zu Volker. Da steht doch noch was zwischen den Zeilen "Und drückt mir die Daumen, dass ich am 26. April mein erstes Zwischenziel (Marathon in Hamburg in ca. 3:35 Stunden) erreiche!" Da ist doch die Rede von Zwischenziel. Aha, – aber welches ist das eigentliche Ziel. Das würde mich nun doch sehr interessieren. Mal sehen, vielleicht erzählt er es uns noch irgendwann.
Oh, nicht vergessen, die Kommentare zu einigen Kommentaren:
Tim – was bei einer Laufbandanalyse alles herauskommen kann. Da staunt man, oder?! Mancher fragt sich anschließend, wie er vorher überhaupt einen Schritt vor den anderen setzen konnte. Dann wünsche ich Dir an dieser Stelle also gesundes Laufen für die Zukunft!
Maik – da hat sich Anke aber einen rausgehauen. Tja, so sind unsere Liebsten, immer für eine Überraschung gut. Und gerade wenn man denkt, ihnen sei unser Sport egal, muss man plötzlich sehen, dass wir ihnen aber ganz und gar nicht egal sind. Das ist doch schön! Und ein zufriedener Kerl geht halt auch öfter freiwillig mit dem Hund raus (kleiner Scherz!). Alles Gute, wir sehen uns Mitte Januar.
Bianca – ja das war ich an den Landungsbrücken. Bitte entschuldige, dass ich nicht angehalten habe. Aber erstens war ich im Sprintmodus, um die Ampelphase noch zu schaffen, denn (zweitens:) will man nach drei Stunden bei der Kälte nicht mehr gerne stehen bleiben.
Susanne und Thomas – das ist ja eine glatte Sensation!! Ich freue ich riesig über diese Nachricht. Gleichzeitig macht es mich aber auch eine Spur nervöser. Wieder mehr Bekannte an der Strecke, deren Erwartungen man nicht enttäuschen will. Und das mit dem Schwimmen – tja, das liegt leider derzeit total auf Eis. Anna hat ’ne Menge Arbeit beim und neben dem Studium, und ich kämpfe mit der Schulter. Aber wir finden sonst mal wieder einen Termin.
Bayern-Flo – 1000 Dank für Dein "geiles Buch!" Ich freue mich immer sehr, wenn es mal wieder jemanden gibt, dem meine Geschichten gefallen. Diese Reaktionen sind der einzig wahre Lohn für die Arbeit, die da hinter steckt. Danke.
Bayern-Flo-2 – Thema Musik beim Laufen. Auch freut es mich, dass Du anscheinend diesen Blog hier sehr intensiv liest, denn tatsächlich war ich immer der Auffassung, dass man das Laufen besser "pur" genießt, sozusagen als sinnliches Erlebnis. Aber dazu später noch mehr.
Nun zu meiner bisherigen Woche:
Fast jedes Mal nehme ich mir vor, direkt am Montag eine Einheit hinzulegen. Indes, es gelingt mir fast nie. Das hat natürlich seinen Grund. Meist bin ich einfach von den vorherigen Tagen etwas müde und gönne mir dann auch eine Pause. Allerdings ist mein anvisierter Ruhetag pro Woche damit dann immer schon gegessen, und ich stehe ein wenig unter Druck. Gut, ich gebe zu, richtig fertig macht mich das nicht. Denn wie Ihr wisst, gönne ich mir auch gerne mal einen weiteren freien Tag (oder zwei, oder drei), aber das eigentliche Ziel ist immer, mit einem einzigen Faultag durchzukommen. Und wie gesagt, der war am Montag schon abgehakt.
Dienstag bin ich dann aber bei saukalten -4 Grad raus. Brrrr! Krass ist es an der Elbe immer bei Süd-Ost-Wind: Die Kälte beeindruckt einen schon auf dem Weg nach Teufelsbrück, obwohl die Brise während dieser Zeit von hinten kommt. Aber wehe, man dreht dann um! Oje, kalt, kälter, saukalt. Aber trotzdem schön. Denn ich für meinen Teil mag den Kampf mit den Gegebenheiten.
Vor allem wenn es, wie am Mittwoch/Sylvester, dabei auch noch wunderschön ist. Grelles Sonnenlicht, gebrochen in feinsten Wasserpartikeln des kalten Dunstes – schöner kann es an der Elbe nicht sein.
Mitternacht auf dem Altonaer Balkon
Am Abend kamen dann Martin und Maria vorbei. Fondue war angesagt, und es war ein schöner Abend. Kurz vor zwölf Uhr sind wir dann die 200 Meter zum Altonaer Balkon gegangen. Ihr könnt Euch nicht vorstellen was da los war. Tausende Menschen und noch viel mehr Böller und Knaller: irre!
Sylvester-Gesellschaft (v.l.): Anna, Maria, Martin, Mathias
Nach einer Stunde war Maria jedoch so sehr durchgefroren, dass wir wieder zur Wohnung marschierten. Und eine weitere Stunde später war auch schon Zapfenstreich. Happy New Year!
Obwohl sich unser Alkoholkonsum in Grenzen gehalten hatte, war der Neujahrstag ein Hängertag. Vierschanzentournee im Fernsehen, dazu Skilanglauf und die eine oder andere interessante Reportage – ich lag sechs Stunden auf dem Sofa. Holla-die-Waldfee.
Und obwohl man dann eigentlich meist gar nicht mehr aufstehen will, bin ich gegen 18 Uhr los zum laufen. Entgegen meinen Gepflogenheiten – und damit komme ich noch mal zurück zum Thema Laufen-mit-Musik – entschloss ich mich, mit Pink auf die Reise zu gehen. Es sollte eben nur ein ganz ruhiger Jogg werden, warum also nicht ein wenig Ablenkung?
Nun denn, Euch ist sicher schon aufgefallen, dass dieser Neujahrslauf mein Dritter Jogg hintereinander war, und das ich immer noch nicht über meine Schienbeine geklagt habe. Aber jetzt kommt es. Wenn man, nein besser, wenn ich im Dunkeln laufe, mich also nicht wie sonst auf die Informationen meiner Augen verlassen kann, und zudem noch Musik auf den Ohren habe, mir also auch meine Lauscher nicht die üblichen Informationen zum Lauftakt und -rhythmus bringen können, dann laufe ich dermaßen unrund, das geht auf keine Kuhhaut. Ich, und an dieser Stelle möchte ich wetten, dass ich auch "man" schreiben könnte, trete dann dermaßen unsanft in kleinste Bodenunebenheiten, dass Muskulatur und Bänder viel stärker belastet werden, als üblich. Und so musste ich zu Hause auch feststellen, dass sich meine Schienbeine mit dieser Art zu Laufen gar nicht gerne anfreunden möchten.
Deshalb, aus meiner ureigensten Sicht, noch einmal folgende Feststellung. Wer unbedingt möchte, soll ruhig mit Musik laufen. Aber dann bitte bei Tageslicht. Ich bin mir sehr sicher, dass Ihr Euch mit weitestgehender Behinderung der Sinne von Ohren und Augen, eines sauberen, rhythmischen und somit auch gesunden Laufstils beraubt. Probiert es ruhig noch mal aus und achtet darauf. Ich bin jetzt schon gespannt auf die Rückmeldungen.
Dementsprechend bin ich heute, am Freitag Morgen bei schönstem Wintermärchenwetter, wieder "ohne alles", nein besser mit allen Sinnen gelaufen. Und es war ein himmelweiter Unterschied im Vergleich zu gestern Abend.
Hier meine Woche bis heute, Freitag, den 2. Januar:
Montag: Frei und faul
Dienstag: 1:05 Stunden laufen
Mittwoch: 1:05 Stunden laufen
Donnerstag: 1:05 Stunden laufen
Freitag: 1:10 Stunden laufen
Das wird wohl auch die Gesamtabrechnung (4:25 Stunden) für diese Woche bleiben. Denn morgen ist die Abreise in die Heimat, und Sonntag geht es weiter nach Chesieres. Klar, natürlich nehme ich dorthin meine Laufsachen mit. Aber wollen wir mal ehrlich sein (;-)), die schleppe ich seit 20 Jahren fast in jeden Urlaub mit, und meist bleiben sie unberührt in der Tasche liegen. Na, mal sehen.
Sicher ist Euch aufgefallen, dass ich viermal gelaufen bin, und sonst nix. Dazu kann ich nur sagen, dass ich erstens, im Moment Spaß beim Laufen habe, es zweitens, zu Radeln derzeit ein wenig zu kühl ist, und ich drittens, keine Lust auf Rollentraining habe. So einfach ist das.
Und trotzdem – ja ich weiß, übers Schwimmen habe ich wieder mal kein Wort verloren – behalte ich mein Ziel im Auge. 9:30 Stunden – diese drei Ziffern werden mich über die nächsten sieben Monate begleiten. Und wenn ich es nicht schaffe? Na und?! Wer nichts versucht, wird nichts schaffen. Und wenn Volker seinen Marathon nicht deutlich schneller läuft, als ich meinen innerhalb des Ironman, dann bekommt er Haue von mir!
Jutchen, das nächste Ziel – sozusagen ein Zwischenziel – ist nun erst einmal Chesieres. Zusammen mit Frau, dem besten Freund und dessen Liebster in Skiurlaub – viel besser geht es doch nicht, oder?! Meine sportliche Verfassung wird darunter zwar etwas leiden, aber nur wer sich richtig erholt und Pausen setzt, ist zukünftig auch leistungsfähig.
In diesem Sinne, bis übernächsten Montag. Gehabt Euch wohl und seid fleißig – auch bei den Pausen!
Euer mathias
jepp, jetzt sind wir drin im neuen Jahr. Ich hoffe, Ihr seid alle gut rüber gekommen. Bei uns war es ruhig aber schön. Aber dazu später mehr.
Erst einmal kommt hier Post von Volker:
"Ja liebe Freunde,
jetzt ist 2008 schon Geschichte. Und 2009 steht mit einer echten Herausforderung vor mir: Werde ich es auf Dauer schaffen, den Sport wieder regelmäßig als Teil meines (Familien-) Lebens zu sehen und in meinen Tagesablauf zu integrieren? Das ist mein persönlicher Kampf für 2009. Und er wird wahrscheinlich erst in 2010 oder 2011 endgültig gewonnen sein.
Das alte Jahr habe ich zumindest etwas ruhiger als die letzten Wochen ausklingen lassen. Am Montag bin ich gleich wieder meine drei Alterrunden gelaufen. Leider plage ich mich seit einigen Tagen mit einem Fußproblem herum. Ich habe Senk- und Spreizfüße und durch die langen Joggs hat sich nun mein rechter Fuß gemeldet. Meistens ging es während der Läufe ganz gut und erst danach hat es gezwickt. Am Tag danach waren die Schmerzen dann immer verschwunden.
Nicht so am Montag: Dieses mal tat es schon während des gesamten Laufes weh. Habe ich vielleicht doch überzogen? Auf jeden Fall werde ich heute zu meinem Doc gehen und mir Einlagen verschreiben lassen. Hatte ich früher auch schon mal und damit kriege ich die Sache sicher in den Griff. Dienstag dann noch einmal 90 Minuten Rolle, bevor der Mittwoch den Sylvester-Vorbereitungen vorbehalten war.
Zwei neue Pa’a-Team-Mitglieder: Lenny und VolkerDas neue Jahr habe ich mit einer gemütlichen Alsterrunde eingeläutet – nur um den Fuß wieder etwas zu reizen und dem Doc heute auch sagen zu können, wo es zwickt. Am Wochenende sollen dann noch zwei weitere Runden folgen. Ihr seht, ich versuche auch 2009 am Ball zu bleiben. Und weil der Mathes Lenny und mir so nette T-Shirts geschenkt hat, haben wir uns für Euch mal richtig in Schale geworfen. Ich wünsche euch allen in 2009 viel Kraft und Liebe! Mögt Ihr Eure persönlichen Ziele erreichen.
Und drückt mir die Daumen, dass ich am 26. April mein erstes Zwischenziel (Marathon in Hamburg in ca. 3:35 Stunden) erreiche!
Euer Volker"
Hui, habt Ihr gelesen, was ich gelesen habe? Also erstens hat er mit 3:35 Stunden hier mal eine Ansage gemacht. Finde ich ganz gut. Ich frage mich nur, warum Martin am Sylvester-Abend meinte, Volker hätte was von 3:15 oder 3:10 Stunden gesagt.
Dies ist wohl eine grundsätzliche Frage der Herangehensweise. Die meisten Leute mögen wohl lieber gerne tiefstapeln. Erstens steht man damit nicht so sehr unter Druck (gerade wenn man sich wie hier im Blog in die Öffentlichkeit begibt), und zweitens steht man hinterher eben noch besser da, weil man sein angesagtes Ziel eventuell deutlich übertroffen hat.
Ich möchte an dieser Stelle einen anderen Weg beschreiten. Mein Traumziel für den 5. Juli in Klagenfurt sind 9:30 Stunden! Rums. Warum sollte ich mir auch ein Ziel setzen, welches leicht zu erreichen ist?! Nein, nein, 9:30 Stunden, davon träume ich seit langem, und so soll es auch heißen! Das heißt nicht, dass ich nicht auch mit einer Zeit von 10 Stunden oder gar 10.30 Stunden zufrieden wäre. Man weiß ja auch nie, wie sich ein solcher Renntag präsentiert, oder was alles passieren kann. Aber nach einem Ziel muss man sich strecken können/müssen. Es muss eine Herausforderung sein.
Und meine Erfahrung – auch nach unserem Lanzarote-Projekt – zeigt, dass die Öffentlichkeit (in diesem Falle Ihr Blog-Leser) sehr wohl eine Leistung einzuschätzen wisst. Und das Ihr 11:29 Stunden, zum Beispiel von Martin, extrem gut findet, auch wenn er vorher keinen Hehl daraus gemacht hat, dass er davon geträumt hat, vielleicht noch schneller zu sein.
So viel zum Thema Ziele. Aber zurück zu Volker. Da steht doch noch was zwischen den Zeilen "Und drückt mir die Daumen, dass ich am 26. April mein erstes Zwischenziel (Marathon in Hamburg in ca. 3:35 Stunden) erreiche!" Da ist doch die Rede von Zwischenziel. Aha, – aber welches ist das eigentliche Ziel. Das würde mich nun doch sehr interessieren. Mal sehen, vielleicht erzählt er es uns noch irgendwann.
Oh, nicht vergessen, die Kommentare zu einigen Kommentaren:
Tim – was bei einer Laufbandanalyse alles herauskommen kann. Da staunt man, oder?! Mancher fragt sich anschließend, wie er vorher überhaupt einen Schritt vor den anderen setzen konnte. Dann wünsche ich Dir an dieser Stelle also gesundes Laufen für die Zukunft!
Maik – da hat sich Anke aber einen rausgehauen. Tja, so sind unsere Liebsten, immer für eine Überraschung gut. Und gerade wenn man denkt, ihnen sei unser Sport egal, muss man plötzlich sehen, dass wir ihnen aber ganz und gar nicht egal sind. Das ist doch schön! Und ein zufriedener Kerl geht halt auch öfter freiwillig mit dem Hund raus (kleiner Scherz!). Alles Gute, wir sehen uns Mitte Januar.
Bianca – ja das war ich an den Landungsbrücken. Bitte entschuldige, dass ich nicht angehalten habe. Aber erstens war ich im Sprintmodus, um die Ampelphase noch zu schaffen, denn (zweitens:) will man nach drei Stunden bei der Kälte nicht mehr gerne stehen bleiben.
Susanne und Thomas – das ist ja eine glatte Sensation!! Ich freue ich riesig über diese Nachricht. Gleichzeitig macht es mich aber auch eine Spur nervöser. Wieder mehr Bekannte an der Strecke, deren Erwartungen man nicht enttäuschen will. Und das mit dem Schwimmen – tja, das liegt leider derzeit total auf Eis. Anna hat ’ne Menge Arbeit beim und neben dem Studium, und ich kämpfe mit der Schulter. Aber wir finden sonst mal wieder einen Termin.
Bayern-Flo – 1000 Dank für Dein "geiles Buch!" Ich freue mich immer sehr, wenn es mal wieder jemanden gibt, dem meine Geschichten gefallen. Diese Reaktionen sind der einzig wahre Lohn für die Arbeit, die da hinter steckt. Danke.
Bayern-Flo-2 – Thema Musik beim Laufen. Auch freut es mich, dass Du anscheinend diesen Blog hier sehr intensiv liest, denn tatsächlich war ich immer der Auffassung, dass man das Laufen besser "pur" genießt, sozusagen als sinnliches Erlebnis. Aber dazu später noch mehr.
Nun zu meiner bisherigen Woche:
Fast jedes Mal nehme ich mir vor, direkt am Montag eine Einheit hinzulegen. Indes, es gelingt mir fast nie. Das hat natürlich seinen Grund. Meist bin ich einfach von den vorherigen Tagen etwas müde und gönne mir dann auch eine Pause. Allerdings ist mein anvisierter Ruhetag pro Woche damit dann immer schon gegessen, und ich stehe ein wenig unter Druck. Gut, ich gebe zu, richtig fertig macht mich das nicht. Denn wie Ihr wisst, gönne ich mir auch gerne mal einen weiteren freien Tag (oder zwei, oder drei), aber das eigentliche Ziel ist immer, mit einem einzigen Faultag durchzukommen. Und wie gesagt, der war am Montag schon abgehakt.
Dienstag bin ich dann aber bei saukalten -4 Grad raus. Brrrr! Krass ist es an der Elbe immer bei Süd-Ost-Wind: Die Kälte beeindruckt einen schon auf dem Weg nach Teufelsbrück, obwohl die Brise während dieser Zeit von hinten kommt. Aber wehe, man dreht dann um! Oje, kalt, kälter, saukalt. Aber trotzdem schön. Denn ich für meinen Teil mag den Kampf mit den Gegebenheiten.
Vor allem wenn es, wie am Mittwoch/Sylvester, dabei auch noch wunderschön ist. Grelles Sonnenlicht, gebrochen in feinsten Wasserpartikeln des kalten Dunstes – schöner kann es an der Elbe nicht sein.
Mitternacht auf dem Altonaer Balkon
Am Abend kamen dann Martin und Maria vorbei. Fondue war angesagt, und es war ein schöner Abend. Kurz vor zwölf Uhr sind wir dann die 200 Meter zum Altonaer Balkon gegangen. Ihr könnt Euch nicht vorstellen was da los war. Tausende Menschen und noch viel mehr Böller und Knaller: irre!
Nach einer Stunde war Maria jedoch so sehr durchgefroren, dass wir wieder zur Wohnung marschierten. Und eine weitere Stunde später war auch schon Zapfenstreich. Happy New Year!
Obwohl sich unser Alkoholkonsum in Grenzen gehalten hatte, war der Neujahrstag ein Hängertag. Vierschanzentournee im Fernsehen, dazu Skilanglauf und die eine oder andere interessante Reportage – ich lag sechs Stunden auf dem Sofa. Holla-die-Waldfee.
Und obwohl man dann eigentlich meist gar nicht mehr aufstehen will, bin ich gegen 18 Uhr los zum laufen. Entgegen meinen Gepflogenheiten – und damit komme ich noch mal zurück zum Thema Laufen-mit-Musik – entschloss ich mich, mit Pink auf die Reise zu gehen. Es sollte eben nur ein ganz ruhiger Jogg werden, warum also nicht ein wenig Ablenkung?
Nun denn, Euch ist sicher schon aufgefallen, dass dieser Neujahrslauf mein Dritter Jogg hintereinander war, und das ich immer noch nicht über meine Schienbeine geklagt habe. Aber jetzt kommt es. Wenn man, nein besser, wenn ich im Dunkeln laufe, mich also nicht wie sonst auf die Informationen meiner Augen verlassen kann, und zudem noch Musik auf den Ohren habe, mir also auch meine Lauscher nicht die üblichen Informationen zum Lauftakt und -rhythmus bringen können, dann laufe ich dermaßen unrund, das geht auf keine Kuhhaut. Ich, und an dieser Stelle möchte ich wetten, dass ich auch "man" schreiben könnte, trete dann dermaßen unsanft in kleinste Bodenunebenheiten, dass Muskulatur und Bänder viel stärker belastet werden, als üblich. Und so musste ich zu Hause auch feststellen, dass sich meine Schienbeine mit dieser Art zu Laufen gar nicht gerne anfreunden möchten.
Deshalb, aus meiner ureigensten Sicht, noch einmal folgende Feststellung. Wer unbedingt möchte, soll ruhig mit Musik laufen. Aber dann bitte bei Tageslicht. Ich bin mir sehr sicher, dass Ihr Euch mit weitestgehender Behinderung der Sinne von Ohren und Augen, eines sauberen, rhythmischen und somit auch gesunden Laufstils beraubt. Probiert es ruhig noch mal aus und achtet darauf. Ich bin jetzt schon gespannt auf die Rückmeldungen.
Dementsprechend bin ich heute, am Freitag Morgen bei schönstem Wintermärchenwetter, wieder "ohne alles", nein besser mit allen Sinnen gelaufen. Und es war ein himmelweiter Unterschied im Vergleich zu gestern Abend.
Hier meine Woche bis heute, Freitag, den 2. Januar:
Montag: Frei und faul
Dienstag: 1:05 Stunden laufen
Mittwoch: 1:05 Stunden laufen
Donnerstag: 1:05 Stunden laufen
Freitag: 1:10 Stunden laufen
Das wird wohl auch die Gesamtabrechnung (4:25 Stunden) für diese Woche bleiben. Denn morgen ist die Abreise in die Heimat, und Sonntag geht es weiter nach Chesieres. Klar, natürlich nehme ich dorthin meine Laufsachen mit. Aber wollen wir mal ehrlich sein (;-)), die schleppe ich seit 20 Jahren fast in jeden Urlaub mit, und meist bleiben sie unberührt in der Tasche liegen. Na, mal sehen.
Sicher ist Euch aufgefallen, dass ich viermal gelaufen bin, und sonst nix. Dazu kann ich nur sagen, dass ich erstens, im Moment Spaß beim Laufen habe, es zweitens, zu Radeln derzeit ein wenig zu kühl ist, und ich drittens, keine Lust auf Rollentraining habe. So einfach ist das.
Und trotzdem – ja ich weiß, übers Schwimmen habe ich wieder mal kein Wort verloren – behalte ich mein Ziel im Auge. 9:30 Stunden – diese drei Ziffern werden mich über die nächsten sieben Monate begleiten. Und wenn ich es nicht schaffe? Na und?! Wer nichts versucht, wird nichts schaffen. Und wenn Volker seinen Marathon nicht deutlich schneller läuft, als ich meinen innerhalb des Ironman, dann bekommt er Haue von mir!
Jutchen, das nächste Ziel – sozusagen ein Zwischenziel – ist nun erst einmal Chesieres. Zusammen mit Frau, dem besten Freund und dessen Liebster in Skiurlaub – viel besser geht es doch nicht, oder?! Meine sportliche Verfassung wird darunter zwar etwas leiden, aber nur wer sich richtig erholt und Pausen setzt, ist zukünftig auch leistungsfähig.
In diesem Sinne, bis übernächsten Montag. Gehabt Euch wohl und seid fleißig – auch bei den Pausen!
Euer mathias
Montag, 29. Dezember 2008
Sportliche Weihnachten
Liebe Leute,
in diesem Jahr war Weihnachten mal ganz anders. Kein totales Über(fr)essen, auch keine Totalabstürze, wie man es gerne mal hat, wenn man auf Heimaturlaub alte Freunde trifft, sondern vielmehr ein ruhiges, besinnliches Fest – wie es sein sollte. Plus ein wenig Sport.
Dazu später mehr. Zuerst einmal kurz eine Frage an Andi: Und, hat Dein Trick mit dem Ausdruck-vom-Buch-liegen-lassen gewirkt? Und wie war es bei Dir Chrifa?
Und Wien-Martin: Das ist natürlich ein Ding mit dem Hund Deiner Eltern. Nach acht Minuten humpeln, und dann, wenn er wieder zu Hause ist, wieder laufen, als hätte er vier Beine. Ääh. Jedenfalls danke ich Dir für die Geschichte, denn diesen Trick werde ich mir merken, für die Tage, wenn ich mal keine Lust habe zu joggen. Immer werde ich dann an Deinen Versuch eines Weihnachtslaufs im Erzgebirge denken.
Jens: Schön, dass Dir der letzte Eintrag gefallen hat. Und noch schöner, dass er Dich motiviert hat, die Schuhe noch in diesem Jahr zu schnüren. Ich freue mich immer, wenn jemanden ein wenig Motivation durch diesen Blog erreicht.
So, jetzt kommt hier erstmal Post von Volker:
"Hallo zusammen,
am Montag musste ich mich ’mal so richtig quälen. Irgendwie war schon die erste Alsterrunde unglaublich lang. Eigentlich hatte ich mir meinen langen Lauf für den Wochenanfang vorgenommen, denn gerade in der Weihnachtswoche weiß man ja nie, was so auf einen zukommt. Und was man hat, das hat man. Die zweite Runde lief jedoch nicht wirklich besser. Aber Dank meines iPods und meiner Klassik-Zusammenstellung (Tipp: für 9,99 Euro bei iTunes gibt es einen Sampler mit 50 Best of Klassik-Stücken!) lief es in Runde drei plötzlich besser. So habe ich dann erstmalig eine vierte Runde drangehängt. Am Ende lief es dann wirklich super.
Ich habe mich richtig gefreut, mich durch dieses kleine Lauf-Tief zu kämpfen.
Am Dienstag setzte es dann eine kleine Standpauke von Mathes, der mir mal wieder so richtig die Leviten gelesen hat. Sein Tenor: Ich solle es nicht übertreiben, mein Körper brauche auch Regenerationshasen und überhaupt, – wie sollten da noch Steigerungen drinnen sein. Mit dem Pensum, so meinte er, würde ich förmlich um Verletzungen betteln. Unrecht hat er nicht, ich neige dazu, den Bogen zu überspannen. Aber irgendwie macht es nach so langer Zeit soviel Spaß – das ist wie eine kleine Sucht.
Natürlich aber höre ich auf meinen Freund und so folgten am Dienstag nur noch 60 Minuten Rolle und dann für drei Tage nichts (außer Gans kochen für die 14-Leute-Familie, die bei uns gefeiert hat).
Am Samstag dann drei lockere, aber relativ zügige Alsterrunden. Dieses mal mit dem Sampler (Best of 70er und 80er Jahre). Da musste ich so oft Schmunzeln und Lachen. Bei "You are the greatest Dancer" stelle ich mir immer den Mathes bei den Hits von Queen vor – jeder der ihn dabei schon einmal erlebt hat, weiß was ich meine. Und bei "Funkytown" bekam ich meine ersten Küsse während einer Klassenparty. Derlei beschwingt lag ich am Ende deutlich unter meinem 5er Schnitt für den Kilometer. Aber es hat unglaublich viel Spaß gemacht!
Mein Fazit: Am liebsten laufe ich mit Mathes, aber der iPod ist mein zweitliebster Laufpartner. Klassik bremst mich schön ein, Rock und Hits treiben mich eher an. Was sind denn eigentlich eure Lieblingshits beim Laufen? Den von Anna kennen wir ja alle seit Lanzarote. Zum Wochenabschluss bin ich noch einmal 60 Minuten auf der Rolle gefahren. Alles in allem also eine sehr besinnliche Weihnachtswoche. So und jetzt allen einen guten Rutsch ins nächste Jahr. Getreu dem Motto dieser Seite: Kämpft für eure Ziele.
Euer Volker"
Leev Lück,
hätt man so jett schon jehürt? Ich fasse kurz zusammen: Vier Einheiten und insgesamt 6:40 Stunden. Die zwei Laufeinheiten beides als lange Läufe.
Hiermit möchte ich offiziell alle diejenigen bitten, die wie Volker nach langen Jahren der Pause wieder anfangen zu sporteln, es nicht so wie er zu machen! Ausrufezeichen. Für alle Nicht-Profis und Normal-Ambitionierten reicht locker ein langer Lauf pro Woche. Und – nicht unwichtig weil es auch Ambitionierte weiter bringt – die kürzeren Läufe kann man schön mit Intervallen verfeinern, was letztlich der Grundschnelligkeit zugute kommt. Volker kann trotzdem gerne so weitermachen. Denn 1. lässt er sich eh nichts sagen (das bitte ich aber mit einem Lächeln zu verstehen!) und 2. finde ich es auch cool, dass er einfach riesigen Spaß am Laufen hat.
Wichtig ist dann aber doch, nach den langen Dingern, die er sich antut, mit einer erholsamen Einheit zu antworten. Da ist die Radrolleneinheit gerade richtig, – vorausgesetzt sie wird wirklich erholsam gefahren.
Ich bitte meine Ansage nicht falsch zu verstehen: Natürlich laufen Marathon-Cracks 240 Kilometer in der Woche. Aber das sind dann eben auch die Besten der Besten, und sie haben einen dementsprechende körperlich Vorbildung.
Ansonsten aber ist das schon eine Ansage, was mein lieber Freund da so hinzimmert. Möge er von Verletzungen verschont bleiben. Und – möge er mir nicht böse sein, wenn ich mich demnächst nicht mehr traue, mit ihm zu laufen.
Juut, nun zu meiner vergangenen Woche: Mensch, ich hatte so viele Ideen, aber nun sind sie alle weg. Klassischer Fall von Schreibblockade. Kann man nix machen. Muss man durch. Ebenso musste ich vergangenen Montag durch eine akute Lauflustblockade hindurch. Irgendwie ging nicht viel. Ich musste noch ein paar Dinge besorgen, ein paar andere Kleinigkeiten regeln, und schwupps, als ich einmal abends auf dem Sofa saß, wollte es mich nicht mehr loslassen.
Mit riesigen Fängen umschlang es mich und wisperte in mein Ohr: "Nein, Du willst nicht mehr laufen. Nein, Du musst auch nicht. Nein, Du hast es nicht nötig. Nein, nein und nochmal nein." Tja, hätte ich gewusst, dass mein Sofa solche Zusatzfunktionen bietet, ich hätte mich schon längst bei "Wetten dass...?" angemeldet. Wusste ich aber nicht. Und in meiner totalen Überraschtheit, in meiner Perplexität und Ohnmächtigkeit (ach, schön, neue Wörter zu erfinden), blieb mir nichts, als noch tiefer ins Sitzkissen zu rutschen. Laufen ade!
Dienstag jedoch, sprang ich einem Helden gleich, wild entschlossen in meine Laufklamotten und trottete los. Sogar eine Runde im Jenisch-Park nahm ich noch mit, was die Trainingszeit auf gigantische 1:05 Stunden erhöhte. Eigentlich doof, wenn man besser wird. Letzten Winter hätte ich mir für die Runde noch locker 1:10 Stunden aufschreiben könnten, je nachdem mit wem ich trainiert hätte, wäre sie sogar 1:15 Stunden wert gewesen. Aber jetzt sind es nur noch läppische 1:05 Stunden, – und es wird, wenn es erstmal wärmer wird – bestimmt noch weniger werden. Gut oder schlecht, dass ist hier die Frage.
Am Mittwoch kam dann Thomas vorbei. Ihn und Berlin-Axel hatten Anna und ich zum Weihnachten-Feiern eingeladen. Und nachdem wir die letzten Einkäufe erledigt hatten – Anna war noch arbeiten – ging es erneut auf die Laufstrecke. Wieder mit Jenisch-Park-Runde und wieder 1:05 Stunden. Dabei zogen wird unten am "Alten Schweden", einem 170-Tonnen-Findling aus der Eiszeit, ein wenig an. Und weil Thomas so gut mithielt, setzte ich am Berg der Altonaer Rampe gleich noch zwei Attacken. Aber der Junge war nicht abzuschütteln. Mist, hätte ich ihn doch nicht zum Ironman trainiert, dann wäre ich heute noch deutlich schneller als er. Aber so?! Sei’s drum. Der Junge hat hart dafür gearbeitet und es verdient, mich in Bedrängnis zu bringen. Jepp.
Thomas und ich im Finisher-Beinkleid. "Frohe Weihnachten" an dieser Stelle nach Fockbek!
Nach dem Jogg wollten wir dann mal eben einen halben Hahn mit Pommes fangen. Aber das war gar nicht so leicht. Denn auf dem Weg dorthin, mitten im Mercado-Einkaufszentrum, war eine Bier-Bar, die uns schon während unserer vormittäglichen Einkaufstour angelächelt hatte. Und dieses Lächeln wollten wir doch zumindest kurz erwiedern. Also ein Helles (0,4) auf die Freundschaft.
Thomas und die attraktiven kühlen Blonden von der Bar
War das lecker! So ein Bierchen schmeckt nach einem schönen Lauf besonders gut. Und Weihnachten scheint auch ein Geschmacksverstärker zu sein. Also gut, eins ging wohl noch, her damit! Kaum dass wir dieses Glas um die Hälfte geleert hatten, meinte die Bardame, sie wolle nun bald schließen. Kein Thema, eine letzte Runde darf man nicht versäumen, eins ging wohl noch. Tatsächlich überdachte die Dame die Lage noch einmal, denn das Geschäft schien gerade lohnend für sie zu sein. Also einen Absacker quasi für die Freunde des Weihnachtsfest. Und dabei wäre es auch geblieben, wären wir nicht mit dem Brüderpaar Nils und Tim ins Gespräch gekommen, mit denen wir uns auf Anhieb gut verstanden, und die zum Schluss des Nachmittags noch einen ausgaben.
Da wir um 15.30 Uhr wieder zu Hause sein wollten, blieb für das Hähnchen und die Fritten leider keine Zeit mehr. Nicht mal mehr für Majo – und das soll was heißen.
Gemütlich an der Bier-Bar: Thomas mit den Brüdern Tim und Nils
Am Abend traf dann auch Axel ein. Er will ja in Klagenfurt seinen ersten Ironman und geschätzt seinen zweiten Triathlon machen. Und tatsächlich, man konnte ihm ansehen, dass er zu Hause in der Großstadt recht fleißig ist. Seine Beine sind hart wie Stahl – ungelogen. Meine sind Kindergarten im Vergleich. Aber das rede ich mir schön, indem ich mir sage, dass Muskeln auch eine gewisse Flexibilität benötigen, um optimal arbeiten zu können. Eins kann ich jedoch sagen: So wie Axel, drei Stunden in eine Muckibude auf ’nem Hometrainer zu strampeln, das kann ich mir nicht vorstellen. Dann doch lieber draußen frieren.
Kommt auf dem Foto zu klein rüber: unsere Pute
Wer am Heilig Abend bestimmt nicht fror, dass war die Pute, die wir in unserem Ofen gefangen hielten. Zum ersten Mal wollten Anna und ich uns an so ein Tier wagen. Anna war für die Füllung zuständig, für das Garen, ich für die staunenden Blicke. Axel und Thomas halfen mir bei dieser äußerst schweren Aufgabe, logisch!
Und hey – das war ein leckerer Schmaus. Dem machten wir – achtung Schüttelreim! – den Garaus! Nicht, aber auch gar nichts blieb übrig vom dem Weihnachtsbraten. Wer will es uns verdenken?!
Mathias, Axel und Thomas (v.l.) vor dem weihnachtlichen Jogg. Man beachte Axels formschön schützendes Kopf-Arrangement
Nach einem sehr schönen Weihnachtsfest, wollten wir Jungs dann am nächsten Morgen wieder joggen. Richtig, Elbe plus Jenisch-Park – ungefähr 1:05 Stunden. Dabei liefen wir auf dem Rückweg wieder einen knappen Kilometer recht zügig, was uns Axel noch einen ganzen Tag lang vorhielt, weil er den Anschluss nicht hatte halten können. Aber so ist das halt bei Ausscheidungsrennen, einer fliegt immer als Erster raus.
Thomas am zweiten Weihnachtstag. Foto ist Programm!
Am zweiten Weihnachtstag, Axel war abgereist, und Anna wollte lieber andere Dinge erledigen, schwangen Thomas und ich uns todesmutig auf die Räder. So dick war ich noch nie angezogen – noch nie! Oben rum fünf Lagen und untenrum zwei Hosen. Wir waren gerade fünfhundert Meter von zu Hause weg, das sagte ich zu Thomas, dass ich soo dick angezogen sei, ich würde nicht mal spüren, dass ich mich an der frischen Luft bewegte.
Es war schlichtweg eishalt draußen, und auch wenn manche Leute behaupten, der Freitag sei windstill gewesen, Thomas und ich hatten das Gefühl, gegen einen starken und kalten Wind ankämpfen zu müssen – und zwar auf dem Hin- und Rückweg. Aber vielleicht war es auch einfach die Kleidung, die einen normalen Bewegungsablauf verhinderte. Und so beschrieb das fotografierte Wort auf der vereisten Heckscheibe eines Autos beim zweiten Fotoversuch sehr wohl weniger die äußeren Bedingungen, als vielmehr unseren Gefühlszustand: Alt!
Thomas und ich – Foto ist leider wieder Programm!
Tatsächlich erreichten wir die heimatliche Wohnung mit einer heroischen Durchschnittsgeschwindigkeit von 23,5 Km/h. Das ist der Stoff aus dem harte Männer gemacht sind. Wer kann schon so langsam fahren und nicht einfrieren?! Seht Ihr wohl!
Unsere Zwiebel-Bekleidungstechnik konnte jedoch nicht verhindern, dass es die Kälte nach 3 Stunden doch bis in unsere Knochen geschafft hatte. Und so konnte der nachmittägliche Wettkampf nur lauten: Wer schafft es länger, vor dem Fernseher wach zu bleiben.
Samstag nahm ich mir, erschöpft vom weihnachtlichen Tempo-Training, frei. Ja, ich hatte den ganzen Tag Zeit. Nein, ich hatte keine dringenden Termine. Und ja, ich hätte theoretisch trainieren können. Habe ich aber nicht. Ein Loblied auf die Faulheit.
Dafür habe ich mich am Sonntag Morgen wieder mit Normans Truppe auf den Hobel geschwungen (auch wenn Norman krankheitsbedingt nicht dabei war). Wohlweislich hatte ich diesmal auf die zweite Hose verzichtet, was das Pedalieren doch stark vereinfachte. Bergedorf-Björn kam auch wieder hinzu, so dass ich, am Ende der Zehn-Mann-Gruppe, einen guten Gesprächspartner hatte. Und wenn wir mal nicht sprachen, summten neben mir seine Crossreifen ein Lied. (Der Kerl macht auf unverwüstlich, als mache ihm der größere Rollwiderstand nichts aus.)
Tatsächlich rauschte die Truppe am von mir anvisierten Wendepunkt einfach durch den Kreisel hindurch, weiter geradeaus Richtung Escheburg. Was mich nicht davon abhielt, eine Viertel Runde länger im Kreisverkehr zu bleiben, und mit Björn die Heimreise anzutreten. Na, zumindest mir hatte niemand vorher gesagt, dass es noch weitergehen sollte. Wohl ein Kommunikationsproblem.
Das hatte ich zumindest in den Stunden danach nicht. Mit klarer Sprache wurden die wintersportlichen Events via Fernseher an meine Ohren und Augen gebracht und mein Sofa gab wieder das Beste seiner Extra-Fähigkeiten preis. Diesmal jedoch konnte ich widerstehen. Und weil meine Liebste eh unterwegs war, raffte ich mich noch einmal zu einem kleinen Läufchen auf.
Hier kommuniziere ich nun meine Woche:
Montag: Frei sein
Dienstag: 1:05 Stunden laufen
Mittwoch: 1:05 Stunden laufen, mit Thomas
Donnerstag: 1:05 Stunden laufen, mit Thomas und Axel
Freitag: 3:11 Stunden Rad, 75 Kilometer, mit Thomas
Samstag: Faul und frei
Sonntag: 3:02 Stunden Rad, 80 Kilometer
Sonntag: 1 Stunde laufen
Gesamt: 10 bis 10einhalb Stunden
Also für Weihnachten ist das doch ganz okay, oder?! Ich meine ja. Was ich gar nicht weiß, ist, ob ich über die Feiertage zugenommen habe. Wie auch, es gibt in unserem Hause keine Waage. Wozu auch?! Das bringt zwar ab und an Freude, was aber ist, wenn man mal eine Woche in Skiurlaub mit seinem besten Freund fährt?
Das mache ich nämlich ab nächsten Samstag. Peter, Anne, Anna und ich – ab nach Chesieres in der Schweiz, in das wunderbare alte Chalet, in dem Anna und ich unsere Flitterwoche verbrachte haben. Das wird schön – und trainingsarm. Aber das muss auch mal sein. Schließlich bin ich doch seit Anfang Oktober gut dabei.
Das Chalet in Chesieres – hoffentlich nächste Woche in weiß!
Aber keine Angst, ich werde mich vorher noch mal melden. Ich denke am kommenden Freitag bringe ich ein paar Zeilen zu Papier. Bis dahin würde mich freuen, wenn sich alle diejenigen, die irgendwas in Sachen Sport vom Weihnachtsmann bekommen haben, mal im Kommentar melden. Und damit Ihr Euch nicht zu sehr genötigt fühlt, beziehungsweise sich niemand, aus lauter Angst der Erste zu sein, schämt, einen Eintrag zu machen, gehe ich hier mit gutem Beispiel voran:
Ich habe nämlich Konzertkarten für Kate Perry bekommen. Ihr wisst schon "I kissed a girl and I liked it". Und da werde ich dann ordentlich rumzappeln. Wenn das kein Sport ist!!
In diesem Sinne. Bis Ende der Woche.
Herzlichst, Euer mathias
in diesem Jahr war Weihnachten mal ganz anders. Kein totales Über(fr)essen, auch keine Totalabstürze, wie man es gerne mal hat, wenn man auf Heimaturlaub alte Freunde trifft, sondern vielmehr ein ruhiges, besinnliches Fest – wie es sein sollte. Plus ein wenig Sport.
Dazu später mehr. Zuerst einmal kurz eine Frage an Andi: Und, hat Dein Trick mit dem Ausdruck-vom-Buch-liegen-lassen gewirkt? Und wie war es bei Dir Chrifa?
Und Wien-Martin: Das ist natürlich ein Ding mit dem Hund Deiner Eltern. Nach acht Minuten humpeln, und dann, wenn er wieder zu Hause ist, wieder laufen, als hätte er vier Beine. Ääh. Jedenfalls danke ich Dir für die Geschichte, denn diesen Trick werde ich mir merken, für die Tage, wenn ich mal keine Lust habe zu joggen. Immer werde ich dann an Deinen Versuch eines Weihnachtslaufs im Erzgebirge denken.
Jens: Schön, dass Dir der letzte Eintrag gefallen hat. Und noch schöner, dass er Dich motiviert hat, die Schuhe noch in diesem Jahr zu schnüren. Ich freue mich immer, wenn jemanden ein wenig Motivation durch diesen Blog erreicht.
So, jetzt kommt hier erstmal Post von Volker:
"Hallo zusammen,
am Montag musste ich mich ’mal so richtig quälen. Irgendwie war schon die erste Alsterrunde unglaublich lang. Eigentlich hatte ich mir meinen langen Lauf für den Wochenanfang vorgenommen, denn gerade in der Weihnachtswoche weiß man ja nie, was so auf einen zukommt. Und was man hat, das hat man. Die zweite Runde lief jedoch nicht wirklich besser. Aber Dank meines iPods und meiner Klassik-Zusammenstellung (Tipp: für 9,99 Euro bei iTunes gibt es einen Sampler mit 50 Best of Klassik-Stücken!) lief es in Runde drei plötzlich besser. So habe ich dann erstmalig eine vierte Runde drangehängt. Am Ende lief es dann wirklich super.
Ich habe mich richtig gefreut, mich durch dieses kleine Lauf-Tief zu kämpfen.
Am Dienstag setzte es dann eine kleine Standpauke von Mathes, der mir mal wieder so richtig die Leviten gelesen hat. Sein Tenor: Ich solle es nicht übertreiben, mein Körper brauche auch Regenerationshasen und überhaupt, – wie sollten da noch Steigerungen drinnen sein. Mit dem Pensum, so meinte er, würde ich förmlich um Verletzungen betteln. Unrecht hat er nicht, ich neige dazu, den Bogen zu überspannen. Aber irgendwie macht es nach so langer Zeit soviel Spaß – das ist wie eine kleine Sucht.
Natürlich aber höre ich auf meinen Freund und so folgten am Dienstag nur noch 60 Minuten Rolle und dann für drei Tage nichts (außer Gans kochen für die 14-Leute-Familie, die bei uns gefeiert hat).
Am Samstag dann drei lockere, aber relativ zügige Alsterrunden. Dieses mal mit dem Sampler (Best of 70er und 80er Jahre). Da musste ich so oft Schmunzeln und Lachen. Bei "You are the greatest Dancer" stelle ich mir immer den Mathes bei den Hits von Queen vor – jeder der ihn dabei schon einmal erlebt hat, weiß was ich meine. Und bei "Funkytown" bekam ich meine ersten Küsse während einer Klassenparty. Derlei beschwingt lag ich am Ende deutlich unter meinem 5er Schnitt für den Kilometer. Aber es hat unglaublich viel Spaß gemacht!
Mein Fazit: Am liebsten laufe ich mit Mathes, aber der iPod ist mein zweitliebster Laufpartner. Klassik bremst mich schön ein, Rock und Hits treiben mich eher an. Was sind denn eigentlich eure Lieblingshits beim Laufen? Den von Anna kennen wir ja alle seit Lanzarote. Zum Wochenabschluss bin ich noch einmal 60 Minuten auf der Rolle gefahren. Alles in allem also eine sehr besinnliche Weihnachtswoche. So und jetzt allen einen guten Rutsch ins nächste Jahr. Getreu dem Motto dieser Seite: Kämpft für eure Ziele.
Euer Volker"
Leev Lück,
hätt man so jett schon jehürt? Ich fasse kurz zusammen: Vier Einheiten und insgesamt 6:40 Stunden. Die zwei Laufeinheiten beides als lange Läufe.
Hiermit möchte ich offiziell alle diejenigen bitten, die wie Volker nach langen Jahren der Pause wieder anfangen zu sporteln, es nicht so wie er zu machen! Ausrufezeichen. Für alle Nicht-Profis und Normal-Ambitionierten reicht locker ein langer Lauf pro Woche. Und – nicht unwichtig weil es auch Ambitionierte weiter bringt – die kürzeren Läufe kann man schön mit Intervallen verfeinern, was letztlich der Grundschnelligkeit zugute kommt. Volker kann trotzdem gerne so weitermachen. Denn 1. lässt er sich eh nichts sagen (das bitte ich aber mit einem Lächeln zu verstehen!) und 2. finde ich es auch cool, dass er einfach riesigen Spaß am Laufen hat.
Wichtig ist dann aber doch, nach den langen Dingern, die er sich antut, mit einer erholsamen Einheit zu antworten. Da ist die Radrolleneinheit gerade richtig, – vorausgesetzt sie wird wirklich erholsam gefahren.
Ich bitte meine Ansage nicht falsch zu verstehen: Natürlich laufen Marathon-Cracks 240 Kilometer in der Woche. Aber das sind dann eben auch die Besten der Besten, und sie haben einen dementsprechende körperlich Vorbildung.
Ansonsten aber ist das schon eine Ansage, was mein lieber Freund da so hinzimmert. Möge er von Verletzungen verschont bleiben. Und – möge er mir nicht böse sein, wenn ich mich demnächst nicht mehr traue, mit ihm zu laufen.
Juut, nun zu meiner vergangenen Woche: Mensch, ich hatte so viele Ideen, aber nun sind sie alle weg. Klassischer Fall von Schreibblockade. Kann man nix machen. Muss man durch. Ebenso musste ich vergangenen Montag durch eine akute Lauflustblockade hindurch. Irgendwie ging nicht viel. Ich musste noch ein paar Dinge besorgen, ein paar andere Kleinigkeiten regeln, und schwupps, als ich einmal abends auf dem Sofa saß, wollte es mich nicht mehr loslassen.
Mit riesigen Fängen umschlang es mich und wisperte in mein Ohr: "Nein, Du willst nicht mehr laufen. Nein, Du musst auch nicht. Nein, Du hast es nicht nötig. Nein, nein und nochmal nein." Tja, hätte ich gewusst, dass mein Sofa solche Zusatzfunktionen bietet, ich hätte mich schon längst bei "Wetten dass...?" angemeldet. Wusste ich aber nicht. Und in meiner totalen Überraschtheit, in meiner Perplexität und Ohnmächtigkeit (ach, schön, neue Wörter zu erfinden), blieb mir nichts, als noch tiefer ins Sitzkissen zu rutschen. Laufen ade!
Dienstag jedoch, sprang ich einem Helden gleich, wild entschlossen in meine Laufklamotten und trottete los. Sogar eine Runde im Jenisch-Park nahm ich noch mit, was die Trainingszeit auf gigantische 1:05 Stunden erhöhte. Eigentlich doof, wenn man besser wird. Letzten Winter hätte ich mir für die Runde noch locker 1:10 Stunden aufschreiben könnten, je nachdem mit wem ich trainiert hätte, wäre sie sogar 1:15 Stunden wert gewesen. Aber jetzt sind es nur noch läppische 1:05 Stunden, – und es wird, wenn es erstmal wärmer wird – bestimmt noch weniger werden. Gut oder schlecht, dass ist hier die Frage.
Am Mittwoch kam dann Thomas vorbei. Ihn und Berlin-Axel hatten Anna und ich zum Weihnachten-Feiern eingeladen. Und nachdem wir die letzten Einkäufe erledigt hatten – Anna war noch arbeiten – ging es erneut auf die Laufstrecke. Wieder mit Jenisch-Park-Runde und wieder 1:05 Stunden. Dabei zogen wird unten am "Alten Schweden", einem 170-Tonnen-Findling aus der Eiszeit, ein wenig an. Und weil Thomas so gut mithielt, setzte ich am Berg der Altonaer Rampe gleich noch zwei Attacken. Aber der Junge war nicht abzuschütteln. Mist, hätte ich ihn doch nicht zum Ironman trainiert, dann wäre ich heute noch deutlich schneller als er. Aber so?! Sei’s drum. Der Junge hat hart dafür gearbeitet und es verdient, mich in Bedrängnis zu bringen. Jepp.
Nach dem Jogg wollten wir dann mal eben einen halben Hahn mit Pommes fangen. Aber das war gar nicht so leicht. Denn auf dem Weg dorthin, mitten im Mercado-Einkaufszentrum, war eine Bier-Bar, die uns schon während unserer vormittäglichen Einkaufstour angelächelt hatte. Und dieses Lächeln wollten wir doch zumindest kurz erwiedern. Also ein Helles (0,4) auf die Freundschaft.
War das lecker! So ein Bierchen schmeckt nach einem schönen Lauf besonders gut. Und Weihnachten scheint auch ein Geschmacksverstärker zu sein. Also gut, eins ging wohl noch, her damit! Kaum dass wir dieses Glas um die Hälfte geleert hatten, meinte die Bardame, sie wolle nun bald schließen. Kein Thema, eine letzte Runde darf man nicht versäumen, eins ging wohl noch. Tatsächlich überdachte die Dame die Lage noch einmal, denn das Geschäft schien gerade lohnend für sie zu sein. Also einen Absacker quasi für die Freunde des Weihnachtsfest. Und dabei wäre es auch geblieben, wären wir nicht mit dem Brüderpaar Nils und Tim ins Gespräch gekommen, mit denen wir uns auf Anhieb gut verstanden, und die zum Schluss des Nachmittags noch einen ausgaben.
Da wir um 15.30 Uhr wieder zu Hause sein wollten, blieb für das Hähnchen und die Fritten leider keine Zeit mehr. Nicht mal mehr für Majo – und das soll was heißen.
Am Abend traf dann auch Axel ein. Er will ja in Klagenfurt seinen ersten Ironman und geschätzt seinen zweiten Triathlon machen. Und tatsächlich, man konnte ihm ansehen, dass er zu Hause in der Großstadt recht fleißig ist. Seine Beine sind hart wie Stahl – ungelogen. Meine sind Kindergarten im Vergleich. Aber das rede ich mir schön, indem ich mir sage, dass Muskeln auch eine gewisse Flexibilität benötigen, um optimal arbeiten zu können. Eins kann ich jedoch sagen: So wie Axel, drei Stunden in eine Muckibude auf ’nem Hometrainer zu strampeln, das kann ich mir nicht vorstellen. Dann doch lieber draußen frieren.
Wer am Heilig Abend bestimmt nicht fror, dass war die Pute, die wir in unserem Ofen gefangen hielten. Zum ersten Mal wollten Anna und ich uns an so ein Tier wagen. Anna war für die Füllung zuständig, für das Garen, ich für die staunenden Blicke. Axel und Thomas halfen mir bei dieser äußerst schweren Aufgabe, logisch!
Und hey – das war ein leckerer Schmaus. Dem machten wir – achtung Schüttelreim! – den Garaus! Nicht, aber auch gar nichts blieb übrig vom dem Weihnachtsbraten. Wer will es uns verdenken?!
Nach einem sehr schönen Weihnachtsfest, wollten wir Jungs dann am nächsten Morgen wieder joggen. Richtig, Elbe plus Jenisch-Park – ungefähr 1:05 Stunden. Dabei liefen wir auf dem Rückweg wieder einen knappen Kilometer recht zügig, was uns Axel noch einen ganzen Tag lang vorhielt, weil er den Anschluss nicht hatte halten können. Aber so ist das halt bei Ausscheidungsrennen, einer fliegt immer als Erster raus.
Am zweiten Weihnachtstag, Axel war abgereist, und Anna wollte lieber andere Dinge erledigen, schwangen Thomas und ich uns todesmutig auf die Räder. So dick war ich noch nie angezogen – noch nie! Oben rum fünf Lagen und untenrum zwei Hosen. Wir waren gerade fünfhundert Meter von zu Hause weg, das sagte ich zu Thomas, dass ich soo dick angezogen sei, ich würde nicht mal spüren, dass ich mich an der frischen Luft bewegte.
Es war schlichtweg eishalt draußen, und auch wenn manche Leute behaupten, der Freitag sei windstill gewesen, Thomas und ich hatten das Gefühl, gegen einen starken und kalten Wind ankämpfen zu müssen – und zwar auf dem Hin- und Rückweg. Aber vielleicht war es auch einfach die Kleidung, die einen normalen Bewegungsablauf verhinderte. Und so beschrieb das fotografierte Wort auf der vereisten Heckscheibe eines Autos beim zweiten Fotoversuch sehr wohl weniger die äußeren Bedingungen, als vielmehr unseren Gefühlszustand: Alt!
Tatsächlich erreichten wir die heimatliche Wohnung mit einer heroischen Durchschnittsgeschwindigkeit von 23,5 Km/h. Das ist der Stoff aus dem harte Männer gemacht sind. Wer kann schon so langsam fahren und nicht einfrieren?! Seht Ihr wohl!
Unsere Zwiebel-Bekleidungstechnik konnte jedoch nicht verhindern, dass es die Kälte nach 3 Stunden doch bis in unsere Knochen geschafft hatte. Und so konnte der nachmittägliche Wettkampf nur lauten: Wer schafft es länger, vor dem Fernseher wach zu bleiben.
Samstag nahm ich mir, erschöpft vom weihnachtlichen Tempo-Training, frei. Ja, ich hatte den ganzen Tag Zeit. Nein, ich hatte keine dringenden Termine. Und ja, ich hätte theoretisch trainieren können. Habe ich aber nicht. Ein Loblied auf die Faulheit.
Dafür habe ich mich am Sonntag Morgen wieder mit Normans Truppe auf den Hobel geschwungen (auch wenn Norman krankheitsbedingt nicht dabei war). Wohlweislich hatte ich diesmal auf die zweite Hose verzichtet, was das Pedalieren doch stark vereinfachte. Bergedorf-Björn kam auch wieder hinzu, so dass ich, am Ende der Zehn-Mann-Gruppe, einen guten Gesprächspartner hatte. Und wenn wir mal nicht sprachen, summten neben mir seine Crossreifen ein Lied. (Der Kerl macht auf unverwüstlich, als mache ihm der größere Rollwiderstand nichts aus.)
Tatsächlich rauschte die Truppe am von mir anvisierten Wendepunkt einfach durch den Kreisel hindurch, weiter geradeaus Richtung Escheburg. Was mich nicht davon abhielt, eine Viertel Runde länger im Kreisverkehr zu bleiben, und mit Björn die Heimreise anzutreten. Na, zumindest mir hatte niemand vorher gesagt, dass es noch weitergehen sollte. Wohl ein Kommunikationsproblem.
Das hatte ich zumindest in den Stunden danach nicht. Mit klarer Sprache wurden die wintersportlichen Events via Fernseher an meine Ohren und Augen gebracht und mein Sofa gab wieder das Beste seiner Extra-Fähigkeiten preis. Diesmal jedoch konnte ich widerstehen. Und weil meine Liebste eh unterwegs war, raffte ich mich noch einmal zu einem kleinen Läufchen auf.
Hier kommuniziere ich nun meine Woche:
Montag: Frei sein
Dienstag: 1:05 Stunden laufen
Mittwoch: 1:05 Stunden laufen, mit Thomas
Donnerstag: 1:05 Stunden laufen, mit Thomas und Axel
Freitag: 3:11 Stunden Rad, 75 Kilometer, mit Thomas
Samstag: Faul und frei
Sonntag: 3:02 Stunden Rad, 80 Kilometer
Sonntag: 1 Stunde laufen
Gesamt: 10 bis 10einhalb Stunden
Also für Weihnachten ist das doch ganz okay, oder?! Ich meine ja. Was ich gar nicht weiß, ist, ob ich über die Feiertage zugenommen habe. Wie auch, es gibt in unserem Hause keine Waage. Wozu auch?! Das bringt zwar ab und an Freude, was aber ist, wenn man mal eine Woche in Skiurlaub mit seinem besten Freund fährt?
Das mache ich nämlich ab nächsten Samstag. Peter, Anne, Anna und ich – ab nach Chesieres in der Schweiz, in das wunderbare alte Chalet, in dem Anna und ich unsere Flitterwoche verbrachte haben. Das wird schön – und trainingsarm. Aber das muss auch mal sein. Schließlich bin ich doch seit Anfang Oktober gut dabei.
Aber keine Angst, ich werde mich vorher noch mal melden. Ich denke am kommenden Freitag bringe ich ein paar Zeilen zu Papier. Bis dahin würde mich freuen, wenn sich alle diejenigen, die irgendwas in Sachen Sport vom Weihnachtsmann bekommen haben, mal im Kommentar melden. Und damit Ihr Euch nicht zu sehr genötigt fühlt, beziehungsweise sich niemand, aus lauter Angst der Erste zu sein, schämt, einen Eintrag zu machen, gehe ich hier mit gutem Beispiel voran:
Ich habe nämlich Konzertkarten für Kate Perry bekommen. Ihr wisst schon "I kissed a girl and I liked it". Und da werde ich dann ordentlich rumzappeln. Wenn das kein Sport ist!!
In diesem Sinne. Bis Ende der Woche.
Herzlichst, Euer mathias
Montag, 22. Dezember 2008
Weihnachts-Blog
Liebe Leute,
zweimal werden wir noch wach, heißa, dann ist Weihnachtstach! So oder so ähnlich. Und wie sieht es bei Euch aus, schon in Stimmung. Bei mir hält es sich in Grenzen, aber ich bin mir sicher, es kommt noch. Spätestens wenn Anna ihre Geschenke auspackt, dann ist für mich Weihnachten. Ist doch so, dass die großen Augen beim Beschenkten das eigentlich Schöne am Fest ist, oder?!
Apropos Fest und Neujahr – Chrifa: Warte nicht bis zum Jahreswechsel mit der Joggerei. Mach es jetzt, sofort. Schluss mit dem Aufschieben, ran ans Werk. Wo ist der Unterschied zwischen heute und in zehn Tagen? Ich kann es es Dir sagen: Du freust Dich erst zehn Tage später darüber, dass Du es mal wieder geschafft hast. Lass Dir diese kostbare Zeit nicht von dem kleinen Schweinehund klauen!
Ja, schon gut – Flo: Das passt auch auf mich. Aber ich habe immer noch die Schulter, die mir mehr als zurecht ein Alibi für nicht getätigte Schwimmeinheiten liefert. Aber wir merken es schon – und ich auch – wenn schon das Wort "Alibi" im Spiel ist, wird es Zeit, noch mal genauer drüber nachzudenken.
Und Tim: Ohne Worte! Du hast das Buch schon siebenmal gelesen?! Wow. Dann ist das Werk wohl doch ganz ordentlich geworden. Na, Deine Worte in Verbindung mit einem Foto von Dir mit Weihnachtsmannmütze und dem Buch, das wäre wohl eine gute Werbung für die letzten kleinen Weihnachtseinkäufe gewesen. Aber das hole ich dann unten nach.
Hier kommt jetzt erstmal Post von Volker. Der Junge hängt sich mächtig rein. Mist, wir hätten ein Vorher-Nachher-Foto machen müssen. Aber vielleicht liefert er ja bei Zeiten noch ein Vorher-Foto, und dann sehen wir mal, wie die Sache Ende April aussieht.
Hier seine Zeilen:
"Hallo, das war sportlich eine unübliche Woche für mich. Montag fing noch Alles ganz normal an. Das heißt für mich, morgens um 6 Uhr Start zu meinen drei Alsterrunden. Ganz ruhig, sehr dunkel und leider mit Problemen mit meinen neuen Schuhen. Nach 60 Minuten hatte ich andauernd das Gefühl, dass sich meine Socke unter dem linken Fuß faltet – das nervte ganz schön. Aber was soll es, da merkte ich wenigstens sonst nix: fokussiert auf mein Ding, hatte ich 2:20 Stunden lang Spaß.
Dienstag schaffte ich nur Rolle vorm Fernseher (90 Minuten beim HSV im UEFA-Cup). Mittwoch war dann kein Sport drin, weil meine Söhne beide eine Magen-Darm-Grippe mit hohem Fieber hatten. Betreuung was angesagt, anstatt Sport. Am Donnerstag bin ich dann nach Norderstedt zur Schwiegermama gefahren und habe dort ein Regal abgebaut. Und wer schlau ist, der nutzt die Zeit. Bin dort gleich mal ein wenig gejoggt. Bei uns fiel nämlich durch den Einbau einer neuen Wanne auch noch die Duschmöglichkeit aus.
Nur kannte ich mich dort natürlich überhaupt nicht aus. Schwiegermama sagte was vom Rantzauer Forst in nordwestlicher Richtung. Ich also los, ohne Zeit- oder Kilometervorgabe, immer der Nase lang. Leider fand ich den Wald erst nach 45 Minuten. Was soll ich sagen, am Ende hatte ich 3:10 Stunden auf der Uhr. Ein Superlauf, wenn nicht das besagte Sockenproblem so nervig gewesen wäre. Bin sogar ohne Socken gejoggt und trotzdem das gleiche dämliche Gefühl. Muss sich also sogar die Sohle verformt haben. Ich bin dann am Nachmittag wieder zu Norman in die Lauflunge. Und er tauschte mir anstandslos die Schuhe um und gab mir ein engeres Model: Brooks Adventure 8! Das nenn’ ich mal Service. Ich kaufe garantiert nie mehr irgendwelche Schuhe bei Karstadt und Co.!
Volker, nach lockerem Lauf, mit seinem Erstgeborenem/meinem Patenkind Lenny
Freitag war dann wieder Pausentag, Samstag durch einen herrlichen Wintersturm wieder meine zwei Runden gelaufen. Und mit den neuen Schuhen lief’s wie Butter. Sogar mein Puls hat sich bei 135 eingependelt (ca. 5:30er Schnitt auf 1000 Meter). Dabei hatte ich das erste Mal das Gefühl, den Marathon im April packen zu können. Sonntag habe ich dann die Woche abends vorm Fernseher ganz locker mit 90 Minuten auf der Rolle ausklingen lassen. Da fragt man sich nur, warum ich das früher nicht geschafft habe? Macht zusammen diese Woche 10 Stunden, und mittlerweile seit Mitte Oktober 8,5 Kilogramm weniger Fett am Körper (sagt meine Waage). Yes!
So viel für dieses Mal von hier. Euch eine schöne Weihnachtszeit. Liebe Grüße, Volker"
Liebe Leute,
jetzt seid Ihr dran: Zehn Stunden nur mit Laufen?! Ja tickt der Kerl noch sauber? Und kann ich diese Frage mit seinem 6-Uhr-morgens-Jogg unterstreichen?! Also ticken hin oder her, das ist wirklich sehr bemerkenswert. Ich ziehe an dieser Stelle meine Weihnachtszipfelmütze vor Volker. Sehr stark.
Coole Sache auch, einfach mal irgendwo in der Pampa loszurennen und sich nicht auszukennen. Vielleicht ist das das Geheimnis: Wir gehen morgen mal alle in den nahen Wald, lassen uns die Augen verbinden und rennen einfach drauf los. Da sind drei Stunden doch ein Klacks! Klarer Fall, dass ist das Rezept des Monats, und viel besser als meine letztens angewendete Strategie, einfach irgendwelchen Fremden hinterherzulaufen.
Jutchen, bei mir fing die Woche endlich mal so an, wie ich es schon seit langer Zeit machen wollte, nämlich mit einem Montags-Jogg. Was man hat das hat man, und eine Stunde stand schon am Vormittag in meinem Trainingsbuch. Dabei habe ich eine Menge gegrübelt: Sollte ich nicht, jetzt wo ich mehr Zeit habe als sonst, mehr trainieren? Vielleicht jeden Tag aufs Rad?
Nun, ich bin zu der Überzeugung gelangt, dass ich das nicht sollte. Denn es ist noch ein langer Weg bis Klagenfurt, und wenn ich jetzt schon 20 Stunden pro Woche trainiere, was mache ich dann im Sommer?
Nee, nee, ich lasse mir Zeit, knüpfe an meinem Grundlagenteppich, auf dem ich dann im Sommer, – wie sagte Anna einst so schön: – hoffentlich fliegen lerne.
Und derzeit denke ich, sollte irgendwas um die 10 Stunden pro Woche wirklich genügen. So powert man (auch mental!) nicht aus, und es bleibt noch Luft für Steigerungen. Zumal, und so stellte sich der Dienstag dar, ein weiterer 1-Stunden-Lauf mir heftige Schmerzen an den Schienbeinen bescherte. Richtig krass war das: Ich musste fast humpeln und hatte Tränen in den Augen. Nein, schön ist was anderes.
Schönes Ründchen mit Norman am Mittwoch
So kam mir die Mittwochs-Rad-Runde mit Norman gerade recht. Weg mit dem Druck von den Unterschenkeln, lieber lockeres Radeln in den Vierlanden. Bei guten Gesprächen und lockerem Tempo mit 25,2er Schnitt waren die drei Stunden gefühlt schneller vorbei als ein Kinofilm.
Am Abend dann ab zu Martin. Der hatte sein Speedmax von Canyon bekommen und wollte nun den Hobel zusammenschrauben. Ehrensache, dass man sich da hilft. Leute, Ihr hättet den Kerl sehen sollen. Leuchtende Augen, die jegliche Weihnachtsbeleuchtung überflüssig machen. Echt herrlich. Als ich, nachdem wir fertig waren, meinte, er könne sich doch gleich mal ne Stunde auf die Rolle damit begeben, meinte er jedoch: "Neeeiiiiin, das muss auf der Straße eingeweiht werden!"
Martin mit dem heiligen Gral in seinem Wohnzimmer – aber nur Probesitzen, nicht trainieren!
Donnerstag und Freitag gönnte ich meinen Beinen allerdings eine Pause. Ja, da konnte das eine oder andere Gläschen Gerstensaft für verantwortlich sein – meine Kollegen hatten am Donnerstag Abend zur Weihnachts-Abschieds-Feier ohne Chefbeteiligung geladen, aber vor allem mussten die Schienbeine einfach ein Pause haben.
Umso besser fiel dann auch der Samstag aus. Bei Sturmböen bin ich alleine mit meinem gelben Renner ab gen Süden. Und der Hinweg war auch echt nett. Die Ernüchterung kam, als ich am Kreisel um 180 Grad drehen musste. Peng, den Wind von vorne, zeigte mein Tachometer zwischenzeitlich ganze 18 Km/h an – bei voller Muskelbelastung. Junge, Junge! Aber vielleicht erinnert Ihr Euch noch an die Verse von Sardinien: "Nichts hält mich auf, kein Berg und kein Wind, – nein, ich gebe nicht auf, wie steil und stark sie auch sind.."
Nach 2:50 Stunden stand ich wieder vor der Türe. So schnell war ich schon seit Wochen nicht. Hm, komisch. 26,6er Schnitt, das ging mehr als in Ordnung. Zumal eine Stunde später mein Bruder Jörg "Jogel" Müller vor der Tür stand und noch eine Stunde laufen wollte. Ich also rein in die Klamotten und ab dafür. Und das ging/lief richtig ordentlich. Jogel meinte gar, er würde demnächst auch immer drei Stunden vorab Rad fahren, wenn man danach so laufen könne. Na, wäre wohl einen Versuch wert.
Lecker, lecker. Meine Alternative zum Energieriegel: Bienenstich
Am Abend, beim Gemeinsamen Essen mit meinem Anna, meinem Dad, Jogel und seinem Sohn Florian, musste ich meine Gesichtsmuskulatur jedoch schon gezielt einsetzen, damit sich meine Augenlider nicht auf den Weg Richtung Boden machten. Hat geklappt, wenn auch nur knapp.
Am gestrigen Sonntag waren dann noch mal drei Stunden Rad angesagt. Die von meiner Mum mitgegebene halbe Bienenstichtorte hatte ich mittlerweile schon zur Hälfte vertilgt (ja, Bienenstich schmeckt auch zum Frühstück), fühlte mich aber trotz dieser Kraftnahrung (ähem) etwas schwach in den Mollis. So ganz spurlos war der Samstag also nicht an mir vorbei gegangen. Diesmal waren wir sechs Jungs und eine Frau, als wir an der Golfanlage um 10.15 Uhr loslegten, und Bergedorf-Björn kam an der Schleuse noch dazu.
Zu dem Zeitpunkt, ungefähr zehn Minuten nach Abfahrt, hatte mir Martin mit glänzenden Augen jedoch schon mitgeteilt, dass er an diesem ersten Tag mit seinem Rad unmöglich "sooo langsam", also mit einem 26er Schnitt, durch die Vierlande juckeln könne. Und so fuhr er immer 50 Meter vor der Gruppe. Als dann Friseur-Marcus zu ihm aufschloss, waren die Beiden wenige Augenblicke später am Horizont verschwunden. Wohl den Unbedarften!
"Ach", meinte Bergedorf-Björn lächelnd, "war aber schön, Martin mal wieder für zwei Minuten gesehen zu haben." Tja, so ging es mir auch. Eine weitere Minute kam allerdings hinzu, weil Martin und Marcus am Kreisel auf uns warteten – nur, um wenige hundert Meter später erneut nach vorne hin zu entschwinden. Aber auf fünf, sechs gemeinsame Minuten sind wir bestimmt gekommen.
Kurz gesehen, dennoch gefreut: Bergedorf-Björn (li.) und Martin
Während dessen, eröffnete Björn die psychologische Kriegsführung gegen den Rest der Truppe. Nicht nur, dass er mit Crossbereifung neben uns her fuhr, und somit bei gleichem Tempo viel mehr leistete als wir. Nein, er fing auch noch an, uns zu erzählen, dass er "dahinten, zwei, drei Kreuzungen weiter", zu seinen Eltern abbiegen würde, wo die Mutter mit Rouladen und Rosenkohl auf ihn warten würde.
Leute, habt Ihr schon einmal jemanden gehasst? Oder zumindest so beneidet, dass Ihr ihn am liebsten in den Graben geschubbst und seine Position am elterlichen Tisch eingenommen hättet? Ich glaube, ich war nicht der Einzige in der Truppe, der zumindest einen kleinen Gedanken in diese Richtung wagte. Letztlich habe ich es aber bei ein paar neidischen Äußerungen belassen, und bin, den Ellebogen artig am Körper angelehnt, neben Björn weiter geradelt – "zwei, drei Kreuzungen weit."
Die letzte halbe Stunde überraschte uns dann noch ein mieser Sprühregen. Und ebenso überraschend war es für mich, dass ich innerhalb der Stadt, kurz vor den Landungsbrücken, plötzlich Marcus wieder vor mir hatte. "Bin ich platt!", wisperte er zu mir. "Tribut an Martin", sag ich nur. Man muss wissen, worauf man sich einlässt.
Aber, und auch das sei an dieser Stelle gesagt, Marcus scheint doch eine gehörige Portion Talent zum Radfahren mitzubringen. Das sieht alles ganz gut aus.
Ich für meinen Teil, habe gestern Abend im TV die Wahl zum "Sportler des Jahres 2008" gesehen. Und da war diese Britta Heidemann, Olympiasiegerin im Degenfechten, die außerdem eine feste Verbindung zu China und der chinesischen Kultur hegt. Und sie brachte ein Sprichwort mit, welches wie folgt lautete:
"Wenn Du es eilig hast, geh langsam."
Als ich das las, wusste ich sofort, dass es auch gut zu mir passt. Denn erstens, und da bin ich ähnlich wie Frau Heidemann, bin ich oft zu ungeduldig und sollte mir für manche Dinge mehr Zeit nehmen. Zweitens aber, lebe ich diese Sprichwort schon meist, wenn es um Triathlon beziehungsweise das Training geht. Ich fahre weiterhin mit einem 25er oder 26er Schnitt durch den Winter, und jogge im Hausfrauen-Kaffeeklatsch-Tempo an der Elbe. Denn es ist noch genügend Zeit für schnelleres Training, im Frühjahr und Sommer. Und wirlich schnell muss ich erst am 5. Juli sein. Nicht vorher, nicht danach.
Hier nun meine Woche:
Montag: 1 Stunde laufen
Dienstag: 1 Stunde laufen
Mittwoch: 3 Stunden Rad, 76 Kilometer
Donnerstag: Frei
Freitag: Wie der Name schon sagt
Samstag: 2:50 Rad, 76 Kilometer
Samstag: 1 Stunde laufen
Sonntag: 3 Stunden Rad, 79 Kilometer
Das macht gesamt: knapp 12 Stunden. Das reicht.
Soo, wie geht es weiter? Heute scheine ich mal wieder faul zu sein. Gut möglich, dass ich die Laufschuhe nicht mehr anziehe. Wahrscheinlicher ist da schon, dass ich – nachdem ich diese Zeilen geschrieben habe – dem Bienenstich den Garaus mache.
An Heilig Abend kommt Thomas für zweieinhalb Tage vorbei. Das wird eine schöne Geschichte. Der ein oder andere Lauf ist da bestimmt drin. Anna und ich haben schon einen Puter bestellt. So was haben wir noch nie gekocht, und wenn einer von Euch ein gutes Rezept oder eine Anleitung hat, dann her damit!
Ansonsten schicke ich Euch völlig schamlos noch einmal gerne in die Buchläden, für den Fall, dass Euch noch eine Kleinigkeit an Geschenken fehlt.
Darüber hinaus wünsche ich Euch allen eine wunderbare Weihnachtszeit!! Lasst Euch nicht von irgendeiner Hektik anstecken. Es ist das Fest der Liebe, nicht das des Stresses. Bitte denkt daran, wenn Ihr gerade ausflippen wollt, weil irgendwas gerade nicht so läuft, wie Ihr es Euch ausgemalt habt.
Jetzt aber ran an den Kuchen. Macht es gut, ich freue mich schon, Euch alle nach Weihnachten in neuen Sport-Klamotten "anzutreffen". Würde mich freuen, von solchen Geschenken zu hören.
Herzlichst, Euer mathias
Den "Original-17-Stunden-Weihnachtsmann" gibt es natürlich nur hier, nicht im Buchladen
zweimal werden wir noch wach, heißa, dann ist Weihnachtstach! So oder so ähnlich. Und wie sieht es bei Euch aus, schon in Stimmung. Bei mir hält es sich in Grenzen, aber ich bin mir sicher, es kommt noch. Spätestens wenn Anna ihre Geschenke auspackt, dann ist für mich Weihnachten. Ist doch so, dass die großen Augen beim Beschenkten das eigentlich Schöne am Fest ist, oder?!
Apropos Fest und Neujahr – Chrifa: Warte nicht bis zum Jahreswechsel mit der Joggerei. Mach es jetzt, sofort. Schluss mit dem Aufschieben, ran ans Werk. Wo ist der Unterschied zwischen heute und in zehn Tagen? Ich kann es es Dir sagen: Du freust Dich erst zehn Tage später darüber, dass Du es mal wieder geschafft hast. Lass Dir diese kostbare Zeit nicht von dem kleinen Schweinehund klauen!
Ja, schon gut – Flo: Das passt auch auf mich. Aber ich habe immer noch die Schulter, die mir mehr als zurecht ein Alibi für nicht getätigte Schwimmeinheiten liefert. Aber wir merken es schon – und ich auch – wenn schon das Wort "Alibi" im Spiel ist, wird es Zeit, noch mal genauer drüber nachzudenken.
Und Tim: Ohne Worte! Du hast das Buch schon siebenmal gelesen?! Wow. Dann ist das Werk wohl doch ganz ordentlich geworden. Na, Deine Worte in Verbindung mit einem Foto von Dir mit Weihnachtsmannmütze und dem Buch, das wäre wohl eine gute Werbung für die letzten kleinen Weihnachtseinkäufe gewesen. Aber das hole ich dann unten nach.
Hier kommt jetzt erstmal Post von Volker. Der Junge hängt sich mächtig rein. Mist, wir hätten ein Vorher-Nachher-Foto machen müssen. Aber vielleicht liefert er ja bei Zeiten noch ein Vorher-Foto, und dann sehen wir mal, wie die Sache Ende April aussieht.
Hier seine Zeilen:
"Hallo, das war sportlich eine unübliche Woche für mich. Montag fing noch Alles ganz normal an. Das heißt für mich, morgens um 6 Uhr Start zu meinen drei Alsterrunden. Ganz ruhig, sehr dunkel und leider mit Problemen mit meinen neuen Schuhen. Nach 60 Minuten hatte ich andauernd das Gefühl, dass sich meine Socke unter dem linken Fuß faltet – das nervte ganz schön. Aber was soll es, da merkte ich wenigstens sonst nix: fokussiert auf mein Ding, hatte ich 2:20 Stunden lang Spaß.
Dienstag schaffte ich nur Rolle vorm Fernseher (90 Minuten beim HSV im UEFA-Cup). Mittwoch war dann kein Sport drin, weil meine Söhne beide eine Magen-Darm-Grippe mit hohem Fieber hatten. Betreuung was angesagt, anstatt Sport. Am Donnerstag bin ich dann nach Norderstedt zur Schwiegermama gefahren und habe dort ein Regal abgebaut. Und wer schlau ist, der nutzt die Zeit. Bin dort gleich mal ein wenig gejoggt. Bei uns fiel nämlich durch den Einbau einer neuen Wanne auch noch die Duschmöglichkeit aus.
Nur kannte ich mich dort natürlich überhaupt nicht aus. Schwiegermama sagte was vom Rantzauer Forst in nordwestlicher Richtung. Ich also los, ohne Zeit- oder Kilometervorgabe, immer der Nase lang. Leider fand ich den Wald erst nach 45 Minuten. Was soll ich sagen, am Ende hatte ich 3:10 Stunden auf der Uhr. Ein Superlauf, wenn nicht das besagte Sockenproblem so nervig gewesen wäre. Bin sogar ohne Socken gejoggt und trotzdem das gleiche dämliche Gefühl. Muss sich also sogar die Sohle verformt haben. Ich bin dann am Nachmittag wieder zu Norman in die Lauflunge. Und er tauschte mir anstandslos die Schuhe um und gab mir ein engeres Model: Brooks Adventure 8! Das nenn’ ich mal Service. Ich kaufe garantiert nie mehr irgendwelche Schuhe bei Karstadt und Co.!
Volker, nach lockerem Lauf, mit seinem Erstgeborenem/meinem Patenkind Lenny Freitag war dann wieder Pausentag, Samstag durch einen herrlichen Wintersturm wieder meine zwei Runden gelaufen. Und mit den neuen Schuhen lief’s wie Butter. Sogar mein Puls hat sich bei 135 eingependelt (ca. 5:30er Schnitt auf 1000 Meter). Dabei hatte ich das erste Mal das Gefühl, den Marathon im April packen zu können. Sonntag habe ich dann die Woche abends vorm Fernseher ganz locker mit 90 Minuten auf der Rolle ausklingen lassen. Da fragt man sich nur, warum ich das früher nicht geschafft habe? Macht zusammen diese Woche 10 Stunden, und mittlerweile seit Mitte Oktober 8,5 Kilogramm weniger Fett am Körper (sagt meine Waage). Yes!
So viel für dieses Mal von hier. Euch eine schöne Weihnachtszeit. Liebe Grüße, Volker"
Liebe Leute,
jetzt seid Ihr dran: Zehn Stunden nur mit Laufen?! Ja tickt der Kerl noch sauber? Und kann ich diese Frage mit seinem 6-Uhr-morgens-Jogg unterstreichen?! Also ticken hin oder her, das ist wirklich sehr bemerkenswert. Ich ziehe an dieser Stelle meine Weihnachtszipfelmütze vor Volker. Sehr stark.
Coole Sache auch, einfach mal irgendwo in der Pampa loszurennen und sich nicht auszukennen. Vielleicht ist das das Geheimnis: Wir gehen morgen mal alle in den nahen Wald, lassen uns die Augen verbinden und rennen einfach drauf los. Da sind drei Stunden doch ein Klacks! Klarer Fall, dass ist das Rezept des Monats, und viel besser als meine letztens angewendete Strategie, einfach irgendwelchen Fremden hinterherzulaufen.
Jutchen, bei mir fing die Woche endlich mal so an, wie ich es schon seit langer Zeit machen wollte, nämlich mit einem Montags-Jogg. Was man hat das hat man, und eine Stunde stand schon am Vormittag in meinem Trainingsbuch. Dabei habe ich eine Menge gegrübelt: Sollte ich nicht, jetzt wo ich mehr Zeit habe als sonst, mehr trainieren? Vielleicht jeden Tag aufs Rad?
Nun, ich bin zu der Überzeugung gelangt, dass ich das nicht sollte. Denn es ist noch ein langer Weg bis Klagenfurt, und wenn ich jetzt schon 20 Stunden pro Woche trainiere, was mache ich dann im Sommer?
Nee, nee, ich lasse mir Zeit, knüpfe an meinem Grundlagenteppich, auf dem ich dann im Sommer, – wie sagte Anna einst so schön: – hoffentlich fliegen lerne.
Und derzeit denke ich, sollte irgendwas um die 10 Stunden pro Woche wirklich genügen. So powert man (auch mental!) nicht aus, und es bleibt noch Luft für Steigerungen. Zumal, und so stellte sich der Dienstag dar, ein weiterer 1-Stunden-Lauf mir heftige Schmerzen an den Schienbeinen bescherte. Richtig krass war das: Ich musste fast humpeln und hatte Tränen in den Augen. Nein, schön ist was anderes.
So kam mir die Mittwochs-Rad-Runde mit Norman gerade recht. Weg mit dem Druck von den Unterschenkeln, lieber lockeres Radeln in den Vierlanden. Bei guten Gesprächen und lockerem Tempo mit 25,2er Schnitt waren die drei Stunden gefühlt schneller vorbei als ein Kinofilm.
Am Abend dann ab zu Martin. Der hatte sein Speedmax von Canyon bekommen und wollte nun den Hobel zusammenschrauben. Ehrensache, dass man sich da hilft. Leute, Ihr hättet den Kerl sehen sollen. Leuchtende Augen, die jegliche Weihnachtsbeleuchtung überflüssig machen. Echt herrlich. Als ich, nachdem wir fertig waren, meinte, er könne sich doch gleich mal ne Stunde auf die Rolle damit begeben, meinte er jedoch: "Neeeiiiiin, das muss auf der Straße eingeweiht werden!"
Donnerstag und Freitag gönnte ich meinen Beinen allerdings eine Pause. Ja, da konnte das eine oder andere Gläschen Gerstensaft für verantwortlich sein – meine Kollegen hatten am Donnerstag Abend zur Weihnachts-Abschieds-Feier ohne Chefbeteiligung geladen, aber vor allem mussten die Schienbeine einfach ein Pause haben.
Umso besser fiel dann auch der Samstag aus. Bei Sturmböen bin ich alleine mit meinem gelben Renner ab gen Süden. Und der Hinweg war auch echt nett. Die Ernüchterung kam, als ich am Kreisel um 180 Grad drehen musste. Peng, den Wind von vorne, zeigte mein Tachometer zwischenzeitlich ganze 18 Km/h an – bei voller Muskelbelastung. Junge, Junge! Aber vielleicht erinnert Ihr Euch noch an die Verse von Sardinien: "Nichts hält mich auf, kein Berg und kein Wind, – nein, ich gebe nicht auf, wie steil und stark sie auch sind.."
Nach 2:50 Stunden stand ich wieder vor der Türe. So schnell war ich schon seit Wochen nicht. Hm, komisch. 26,6er Schnitt, das ging mehr als in Ordnung. Zumal eine Stunde später mein Bruder Jörg "Jogel" Müller vor der Tür stand und noch eine Stunde laufen wollte. Ich also rein in die Klamotten und ab dafür. Und das ging/lief richtig ordentlich. Jogel meinte gar, er würde demnächst auch immer drei Stunden vorab Rad fahren, wenn man danach so laufen könne. Na, wäre wohl einen Versuch wert.
Am Abend, beim Gemeinsamen Essen mit meinem Anna, meinem Dad, Jogel und seinem Sohn Florian, musste ich meine Gesichtsmuskulatur jedoch schon gezielt einsetzen, damit sich meine Augenlider nicht auf den Weg Richtung Boden machten. Hat geklappt, wenn auch nur knapp.
Am gestrigen Sonntag waren dann noch mal drei Stunden Rad angesagt. Die von meiner Mum mitgegebene halbe Bienenstichtorte hatte ich mittlerweile schon zur Hälfte vertilgt (ja, Bienenstich schmeckt auch zum Frühstück), fühlte mich aber trotz dieser Kraftnahrung (ähem) etwas schwach in den Mollis. So ganz spurlos war der Samstag also nicht an mir vorbei gegangen. Diesmal waren wir sechs Jungs und eine Frau, als wir an der Golfanlage um 10.15 Uhr loslegten, und Bergedorf-Björn kam an der Schleuse noch dazu.
Zu dem Zeitpunkt, ungefähr zehn Minuten nach Abfahrt, hatte mir Martin mit glänzenden Augen jedoch schon mitgeteilt, dass er an diesem ersten Tag mit seinem Rad unmöglich "sooo langsam", also mit einem 26er Schnitt, durch die Vierlande juckeln könne. Und so fuhr er immer 50 Meter vor der Gruppe. Als dann Friseur-Marcus zu ihm aufschloss, waren die Beiden wenige Augenblicke später am Horizont verschwunden. Wohl den Unbedarften!
"Ach", meinte Bergedorf-Björn lächelnd, "war aber schön, Martin mal wieder für zwei Minuten gesehen zu haben." Tja, so ging es mir auch. Eine weitere Minute kam allerdings hinzu, weil Martin und Marcus am Kreisel auf uns warteten – nur, um wenige hundert Meter später erneut nach vorne hin zu entschwinden. Aber auf fünf, sechs gemeinsame Minuten sind wir bestimmt gekommen.
Während dessen, eröffnete Björn die psychologische Kriegsführung gegen den Rest der Truppe. Nicht nur, dass er mit Crossbereifung neben uns her fuhr, und somit bei gleichem Tempo viel mehr leistete als wir. Nein, er fing auch noch an, uns zu erzählen, dass er "dahinten, zwei, drei Kreuzungen weiter", zu seinen Eltern abbiegen würde, wo die Mutter mit Rouladen und Rosenkohl auf ihn warten würde.
Leute, habt Ihr schon einmal jemanden gehasst? Oder zumindest so beneidet, dass Ihr ihn am liebsten in den Graben geschubbst und seine Position am elterlichen Tisch eingenommen hättet? Ich glaube, ich war nicht der Einzige in der Truppe, der zumindest einen kleinen Gedanken in diese Richtung wagte. Letztlich habe ich es aber bei ein paar neidischen Äußerungen belassen, und bin, den Ellebogen artig am Körper angelehnt, neben Björn weiter geradelt – "zwei, drei Kreuzungen weit."
Die letzte halbe Stunde überraschte uns dann noch ein mieser Sprühregen. Und ebenso überraschend war es für mich, dass ich innerhalb der Stadt, kurz vor den Landungsbrücken, plötzlich Marcus wieder vor mir hatte. "Bin ich platt!", wisperte er zu mir. "Tribut an Martin", sag ich nur. Man muss wissen, worauf man sich einlässt.
Aber, und auch das sei an dieser Stelle gesagt, Marcus scheint doch eine gehörige Portion Talent zum Radfahren mitzubringen. Das sieht alles ganz gut aus.
Ich für meinen Teil, habe gestern Abend im TV die Wahl zum "Sportler des Jahres 2008" gesehen. Und da war diese Britta Heidemann, Olympiasiegerin im Degenfechten, die außerdem eine feste Verbindung zu China und der chinesischen Kultur hegt. Und sie brachte ein Sprichwort mit, welches wie folgt lautete:
"Wenn Du es eilig hast, geh langsam."
Als ich das las, wusste ich sofort, dass es auch gut zu mir passt. Denn erstens, und da bin ich ähnlich wie Frau Heidemann, bin ich oft zu ungeduldig und sollte mir für manche Dinge mehr Zeit nehmen. Zweitens aber, lebe ich diese Sprichwort schon meist, wenn es um Triathlon beziehungsweise das Training geht. Ich fahre weiterhin mit einem 25er oder 26er Schnitt durch den Winter, und jogge im Hausfrauen-Kaffeeklatsch-Tempo an der Elbe. Denn es ist noch genügend Zeit für schnelleres Training, im Frühjahr und Sommer. Und wirlich schnell muss ich erst am 5. Juli sein. Nicht vorher, nicht danach.
Hier nun meine Woche:
Montag: 1 Stunde laufen
Dienstag: 1 Stunde laufen
Mittwoch: 3 Stunden Rad, 76 Kilometer
Donnerstag: Frei
Freitag: Wie der Name schon sagt
Samstag: 2:50 Rad, 76 Kilometer
Samstag: 1 Stunde laufen
Sonntag: 3 Stunden Rad, 79 Kilometer
Das macht gesamt: knapp 12 Stunden. Das reicht.
Soo, wie geht es weiter? Heute scheine ich mal wieder faul zu sein. Gut möglich, dass ich die Laufschuhe nicht mehr anziehe. Wahrscheinlicher ist da schon, dass ich – nachdem ich diese Zeilen geschrieben habe – dem Bienenstich den Garaus mache.
An Heilig Abend kommt Thomas für zweieinhalb Tage vorbei. Das wird eine schöne Geschichte. Der ein oder andere Lauf ist da bestimmt drin. Anna und ich haben schon einen Puter bestellt. So was haben wir noch nie gekocht, und wenn einer von Euch ein gutes Rezept oder eine Anleitung hat, dann her damit!
Ansonsten schicke ich Euch völlig schamlos noch einmal gerne in die Buchläden, für den Fall, dass Euch noch eine Kleinigkeit an Geschenken fehlt.
Darüber hinaus wünsche ich Euch allen eine wunderbare Weihnachtszeit!! Lasst Euch nicht von irgendeiner Hektik anstecken. Es ist das Fest der Liebe, nicht das des Stresses. Bitte denkt daran, wenn Ihr gerade ausflippen wollt, weil irgendwas gerade nicht so läuft, wie Ihr es Euch ausgemalt habt.
Jetzt aber ran an den Kuchen. Macht es gut, ich freue mich schon, Euch alle nach Weihnachten in neuen Sport-Klamotten "anzutreffen". Würde mich freuen, von solchen Geschenken zu hören.
Herzlichst, Euer mathias
Montag, 15. Dezember 2008
Wider dem Grau
Liebe Leute,
es ist Montag – Blog-Tag. Aber bevor es hier losgeht, möchte ich mich erst einmal ganz herzlich für die vielen Glückwünsche bedanken, die mich zu meinem Geburtstag ereilt haben. Hat mich wirklich sehr sehr gefreut. Dankeschön!
Das war aber auch wirklich ein schöner Tag. Erst morgens der Geburtstags-Jogg an der Elbe, dann am Nachmittag Bescherung durch Anna und am Abend war die Bude mit 20 Leuten wirklich gut gefüllt. Anna hat mir (und den Gästen) dann zwei riesige Töpfe Lauchsuppe zubereitet. Die esse ich einfach gerne. Und natürlich gibt es dazu auch eine kleine Geschichte zu erzählen.
Anna schneidet Zwiebeln im Schwimm-Outfit. Aber wo ist der Neo?!
Im vergangenen Jahr wollten wir unseren Gästen nämlich auch schon eine solche Suppe anbieten. Und weil Anna alles besonders gut machen wollte, hatte sie das Mahl schon am Vortag angesetzt. Was wir nicht wussten – so was sollte man mit einer Lauchsuppe nicht unbedingt machen. Als wir sie am nächsten Tag vom Balkon holten und den Deckel lüfteten waren die was-weiß-ich-wievielen-Liter umgekippt. Nein, nicht so umgekippt – sondern so umgekippt: Sauer!!
Damals blieb uns nichts anderes übrig, als die ganze Geburtstagsgemeinschaft mit Pizza vom Pizza-Service zu verköstigen. War auch irgendwie lustig, aber eben nur irgendwie.
Diesmal sollte alles besser laufen, und das tat es auch.
Obwohl ich mit den letzten Gästen bis nachts um 3 Uhr in der Küche getagt hatte (nachts getagt?! Hm), konnte ich mich am Dienstag zum nächsten Lauf aufraffen. Leider mal wieder mit dollen Schienbeinbeschwerden. Interessanterweise wurde das nach einer halben Stunde unter Belastung deutlich besser! Also Sachen gibt es, die gibt's gar nicht.
Mittwoch war dann Rad angesagt. Nun ja, ich würde auch lieber ins Büro gehen, das könnt Ihr mir glauben. Aber wenn ich nun mal frei habe, dann musste ich mich doch wenigstens aufraffen und mit Norman ein Ründchen im kalten Norden drehen. Recht überraschend kam übrigens auch Volker mit. Genau, Volker, der sich nach einigen Jahren der Pause (man kann da getrost auch von einem oder zwei Jahrzehnten sprechen) im April an den Start des Hamburg-Marathons wagen möchte.
Apropos: Volker hat Post geschickt. Sehr selbst:
"Hallo liebe Pa’a-Fans,
Mathes hatte ja schon angekündigt, dass ich jetzt ab und zu hier meine Berichte zum Besten gebe. Ich hatte das eigentlich gar nicht vor, denn immerhin ist mein persönliches Ziel „nur“ ein Marathon und kein Ironman. Ich hoffe also, dass ich euch damit nicht allzu sehr langweile.
Wie ich schon in einem Kommentar geschrieben habe, geht es bei mir darum, endlich wieder den regelmäßigen Sport (bei mir Joggen und ab und zu Rad) in meinen Alltag einzubauen. Dazu war ich in den letzten zwei Jahren nach der Geburt meines zweiten Sohnes Bennet nicht mehr in der Lage. Nach der Geburt meines ersten Sohnes Lennard (jetzt 3 Jahre - Mathes ist sein Patenonkel), habe ich noch gejoggt, sogar regelmäßig, aber mit den zwei Jungs und einem neuen Job war das irgendwie nicht mehr drin. Sicher, ich hätte auch abends um 21 Uhr los laufen können, aber da wollte ich auch noch was von meiner Frau haben.
Aber jetzt gelten keine Ausreden mehr. Denn seit Mitte Oktober habe ich mich wieder aufgerafft. Seitdem Laufe ich regelmäßig drei Mal pro Woche. Das tat am Anfang ganz schön weh. Zwar baue ich doch schnell auf, früher war ich mal ein ganz passabler Läufer ( Marathonbestzeit 2:52, 1000 m: 2:29 min), aber das ist schon Jahrzehnte her. Jetzt bin ich 46 Jahre alt und habe durch die 1,5 Jahre ohne jeglichen Sport einiges an Übergewicht. Ich weiß nicht, was euch motiviert hat Sport zu treiben, aber als ich meine letzten Urlaubsbilder von Ibiza Anfang September sah, dachte ich: "Wer ist denn die dicke Qualle auf den Bildern?" Unglaublich – aber es war die Initialzündung, mich wieder aufzuraffen.
Und jeder Anfang fällt schwer. Mit 82 Kilo bei 176 Zentimeter tat die erste Alsterrunde (7,4 km einmal rum plus 1,8 km An- und Ablauf) ganz schön weh. Aber schon beim zweiten, dritten und vierten Mal ging es viel leichter. So arbeitete ich mich langsam von 50 min pro Runde auf jetzt 38 bis 40 Minuten runter. Das ist auch mein absolutes Wohlfühltempo.
Warum habe ich eigentlich nicht regelmäßig trainiert in den vergangenen Jahren? Hochs und Tiefs, meinte ja Mathes. Nun, ich glaube eher, ich hatte einfach das Gefühl, ich bräuchte keine sportlichen Ziele mehr. Leistungssport hatte mein ganzes früheres Leben geprägt. Jetzt wollte ich nur noch just-for-fun Sport treiben. Aber dann fällt man eben doch leichter in Motivationslöcher und so habe ich mich dieses Mal entschieden dem vorzubauen und habe mich beim Hamburg-Marathon angemeldet. Ich glaube, ich brauche diesen Druck. Und um den noch zu erhöhen, habe ich mich ja auch überreden lassen zu bloggen. Damit ihr mir alle schön ins Gewissen redet, wenn es mal nicht mehr so einfach läuft. Wie ist das eigentlich bei euch? Gibt es unter euch Eltern, die trotzdem regelmäßig Joggen, Rad fahren oder Schwimmen? Wie macht ihr das? Ich habe das bei Lennard noch mit einem Babyjogger versucht, aber er hatte andauernd Augenentzündungen danach und wurde krank. Und zu zweit mit der Doppelkarre war es auch schwierig, weil beide nach rund 30 Minuten keine Lust mehr hatten. Tja.
Doch jetzt zum Alltag. Hier noch kurz zur vorletzten Woche:
Über den herrlichen 26-Kilometer-Lauf durch das Hamburger Schneetreiben hat ja Mathes schon geschrieben. Ich kann von meiner Seite nur sagen, dass es ein wunderschöner Lauf war. Bis, ja bis sich Mathes verabschiedet hatte und ich noch eine halbe Runde alleine nach Hause laufen musste. Kaum war er weg, wurden die Beine ganz schön schwer. Schon bemerkenswert wie einen gute Gespräche und die Nähe des besten Freundes so ablenken können!
Am vorletzten Freitag bin ich dann zu Norman (Lauflunge) gefahren. Ich nahm meine aktuellen Schuhe mit. Und was soll sich sagen, Norman schaute entsetzt. Erstens waren sie wohl eine Nummer zu klein für meine Füße (kein Wunder, das meine Zehen mir immer geschmerzt haben) und zweitens waren sie nach der Produktionsnummer zu urteilen schon fünf Jahre alt!!
Ich bin mir aber sicher, dass ich die Dinger vor erst maximal drei Jahren bei Sport-Karstadt erstanden habe. Kann es sein, das dort zwei Jahre alte Schuhe verkauft werden? Habt Ihr auch schon solche Erfahrungen gemacht? Und wie alt sind eigentlich eure Schuhe? Ich jedenfalls, bin jetzt stolzer Besitzer eines neuen Paar Asics GT 2140. Und freue mich nebenbei darüber, dass ich nun Schuhgröße 42 habe!!
Vor drei Tagen bin ich damit dann die ersten zwei Runden um die Alster gelaufen. Resultat: erste Runde absolut auf Wolken gelaufen. Ich habe die Dämpfung richtig gespürt – die alten Treter waren wohl doch tot.
So, und nun meine vergangene Trainingswoche:
Wochenende obligatorisch frei für Familie
Montag: 2 Stunden Rolle
Dienstag: frei
Mittwoch: 2,5 Stunden Rad mit Mathes und Norman (immer schön im Windschatten)
Donnerstag: 1 Stunde Rolle
Freitag: 1:35 Minuten Laufen
Samstag: 1 Stunde Rolle
Gesamt: 8 Stunden
Ach ja, und seit Oktober habe ich schon sieben Kilo abgespeckt. Stehe jetzt bei 75 Kilogramm. Viel weniger soll es gar nicht werden. Aber noch ein bisschen Umverteilung von Fett in Richtung Muskel – und die sind ja bekanntlich schwerer! – wäre prima. So, das war jetzt fürs Erste Mal. Ist wohl etwas länger geworden.
Liebe Grüße, Volker"
Leute,
so ist er der Volker. Immer erst "nee, ich will nicht, und nicht so weit, und nicht so schnell, und überhaupt", und dann macht er 8 Stunden Training, ohne Schwimmen, aber mit zwei Kindern, Frau und was weiß ich was. Na, aber doch auch sehr sympathisch.
Den Hammer finde ich die Geschichte mit den Laufschuhen. Es ist ja nur eine Frage, aber dennoch ist sie sehr interessant: Verkaufen solch Große Läden Schuhe, die schon seit zwei Jahren auf Lager liegen? Dünsten die Gummimischungen solcher Schuhe auch ohne Belastung, im Regal liegend, ein wenig aus und verlieren an Elastizität? Also mich würde das mal sehr interessieren.
Herrlich natürlich auch, dass Volker mal eben mit Schuhen rumrennt, die ihm überhaupt nicht passen – und das zwei Jahre lang. Vielleicht sollte er sich auch mal seine Jeans eine Nummer größer kaufen, dann klingt die Stimme auch nicht mehr so hoch. Tschuldigung – ein dummer Scherz meinerseits. Aber so ist es ja nun mal mit dem Schaden und dem Spott.
Jedenfalls, das mit der "Qualle" hat sich längst erledigt. Der Junge sieht schon wieder aus wie aus einem Guss. Sehr bemerkenswert. Und eben hat er mir erzählt, dass er – ob der familiären Belastung – heute morgen um 6 Uhr über zwei Stunden lang gelaufen ist. Ich sag es ja. Erst immer "nee, keine Zeit, keine Ziele, zuviel zu tun, und die Kinder, und meine Frau, und und und", aber dann morgens um sechs an die Alster. Herrlich verrückt!
Volker (li.) und Norman kurz hinter Kreisel. An der Stelle wo Volker parkt – und wie er parkt – könnt Ihr erahnen, warum wir einen Zwischenstopp eingelegt haben
Jutchen, bei seiner ersten Radrunde hat er jedenfalls am vergangenen Mittwoch gut mit Norman und mir mitgehalten. Auch da natürlich wieder zu Beginn "nee, bloß nicht so schnell, bitte nicht so weit, ich immer nur im Windschatten". Aber dann hat es doch gut geklappt. Ausgerüstet mit allem PiPaPo hörten Norman und ich nur immer wieder "oje, mein Puls, schon 145, jetzt 147, jetzt 144" und so weiter, aber sonst hat es wirklich viel Spaß gemacht mit meinem lieben Freund. Ich werde mal sehen, ob ich diese Woche noch bei ihm vorbei schaue, und ihm eine Halterung fürs Laptop auf dem Lenker baue. Dann kann er immer gleich den gefahrenen Meter auswerten. So ist er halt, ein Technikverliebter.
So, jetzt aber genug Späße über Volker. Der Typ hat es drauf, und ich bin jetzt schon gespannt, wie bei Euch die Zeilen von ihm angekommen sind, wo er seine früheren Zeit genannt hat. 2:29 Minuten auf 1000 Meter! Hallo?!
Nur zu verständlich, dass so jemand auch mal ein paar Jahre Frei vom Leistungsstress haben möchte! Und ich habe jetzt schon Angst, wenn er irgendwann mal beim gemeinsamen Joggen an der Alster ernst macht.
Kineso-Tape a la Uwe Otto von ProPhysio in Hamburg
Zurück zur Woche: Am Donnerstag konnte ich mich zu einem Läufchen an der Elbe durchringen, bei dem ich eine Runde im Jenisch-Park dran hängte. Ich weiß nicht, ob es am Kineso-Tape lag, welches mir mein Schulter-Physio Uwe Otto geklebt hat, aber die Probleme mit den Schienbeinen hielten sich in Grenzen. Vielleicht ja auch, weil ich von Beginn an mein eigenes Tempo lief.
Denn am Samstag – Freitag hatte ich so einiges zu tun und konnte mich nicht zum Training aufraffen – lief ich die erste dreiviertel Stunde mit Anna, und da schmerzte es doch schon wieder mehr. Also stellt sich die Frage, ob es vielleicht besonders stark auftritt, wenn der Schritt nicht mein Eigener ist?
Anna nach ihrem Lauf – schnell ein wenig Schlummern auf dem Sofa
Schön war es natürlich trotzdem, mit Anna zu laufen. Wieder typisch: Ewig macht sie nichts, und dann rennt sie gleich eine Dreiviertelstunde mit mir in eine Richtung. Sprich: Nach 1,5 Stunden war sie wieder zu Hause.
Ich aber nicht. Ich lief noch zwanzig Minuten weiter Richtung offenes Meer, gönnte mir am Ende von Blankenese den Waseberg (da fahren die Radprofis beim Weltcup immer hoch), und machte mich erst dann wieder auf den Rückweg.
Und war das kalt?! Schon auf dem Hinweg hatten Anna und ich gemeint, dass es bannig kalt sei. Aber erst nachdem jeder einzelne von uns irgendwann um 180 Grad rückdrehte, wurde uns klar, dass der Wind, den wir vorher nicht realisiert hatten, nun direkt von vorne kam. Puh und Brrr.
Nur gut, dass ich meine Super-truper-absolut-dicht-und-wetterfest-über-hyper-dyper-Jacke trug, die Anna mir geschenkt hatte. An den Oberschenkeln nutzte mir diese jedoch nichts. Kalt, kalt, kalt. Und trotzdem war es sein super Lauf. Herrlich locker, sehr elastisch, guter Schritt, gutes Tempo. Alles prima! Nach 2:04 Stunden war ich dann wieder zu Hause. Gar nicht schlecht. Schließlich hatten wir am Vorabend einigen leckeren Weißwein mit Freunden geköpft, die uns besucht hatten.
Mathias glücklich nach langem Lauf mit Super-hyper-dyper-Jacke. Geburtstagsgeschenkt von Anna
Am gestrigen Sonntag dann die obligatorische Viertel-nach-zehn-Verabredung mit den Jungs von Norman. Schön easy los, und auch das grau-in-grau-kalte Wetter konnte uns nicht abhalten. Erneut waren elf Jungs und ein Mädel am Treffpunkt.
Was ich nicht wusste, war dass einige der Jungs anscheinend die Runde um eine Stunde verlängern wollten. Klar, kann man machen. Nur habe ich, wenn ich im Winter drei Stunden fahre, nur eine Radflasche und keinen Riegel dabei. Die Verlängerung war somit suboptimal.
Naja, nichts, was einen so richtig aus der Reserve lockt. Wie schon einmal vorvergangene Woche beim Joggen erzählt: Überraschungen können auch abhärten. Was ich allerdings partout nicht wollte, war über den Deich zurück fahren. Der ist nämlich derzeit für mich Nomansland. Und so bog ich, für alle Beteiligten gut sichtbar weil vorne fahrend, nach kurzer Zeit auf dem eingeschlagenen Rückweg rechts ab und zockelte durch meine geliebten einsamen Vierlandenstraßen – alleine.
Tatsächlich arbeitete ich noch recht konzentriert und war letztlich nach 3:59 Stunden und 105 Kilometern wieder zu Hause. Hat das Essen von meiner Liebsten geschmeckt!! Wow.
Hier die Wochenzusammenfassung:
Montag: 1 Stunde Laufen
Dienstag: 1 Stunde Laufen
Mittwoch: 3 Stunden, 75 Kilometer Rad
Donnerstag: 1:05 Stunden Laufen
Freitag: Unmotiviertes Frei
Samstag: 2:04 Stunden Laufen
Sonntag: 4 Stunden, 105 Kilometer Rad
Gesamt: rund 12 Stunden
Ja gut, das geht wohl in Ordnung. Das alles noch immer ohne jegliches Schwimmen, was mich nicht gerade stolz macht. Mal sehen, wohin das noch führt.
Nichts desto trotz wird hier erst einmal in aller Ruhe ein schöner Grundlagenteppich geknüpft. Übrigens, wenn ich höre, was die Jungs aus der Sonntagsrunde so trainieren, dagegen bin ich ein Waisenknabe. Da sind die 15 Wochenstunden schon so gut wie gesetzt, inklusive Koppeltraining und Trallala.
Na, tausend Wege führen bekanntlich nach Rom. Und ich hoffe, dass es zumindest einige auch zum Ironman gibt. Ich persönlich zumindest, freue mich nach der Sonntagsrunde immer, wenn es zu Hause heißen Kakao mit Kuchen gibt, und ich nicht gleich in die Laufschuhe muss. Aber wie sagt man in Köln, "Jeder Jeck ist anders!", und so drücke ich jedem Sportler und jedem Trainingssystem die Daumen, dass sie zum letztlichen Erfolg führen.
Aah, fällt mir noch ein. Gestern kam Matthias Fackler vorbei, um sich eins meiner Bücher abzuholen. Das hat mich sehr gefreut. Er ist nämlich, wie seine Freundin auch, von unserem Lanzarote-Projekt so begeistert gewesen, dass er schlichtweg zum Triathleten wurde. Und wenn es Euch geht wie ihm, und Ihr manchmal nicht wisst, wo Ihr Sonntags morgens Radfahren sollt, dann kommt einfach am Billwerder Neuen Deich (10.15 Uhr), an der Golfanlage vorbei. Aber bringt sicherheitshalber ein, zwei Riegel mit, man weiß nie, was den Jungs so einfällt.
Und wer jetzt noch eine kleines Weihnachtsgeschenk benötigt, der sollte einfach rechts oben auf das Buch klicken! Ein wenig Werbung in eigener Sache wird hier mal erlaubt sein, hoffe ich.
In diesem Sinne. Herzlichst, Euer mathias
es ist Montag – Blog-Tag. Aber bevor es hier losgeht, möchte ich mich erst einmal ganz herzlich für die vielen Glückwünsche bedanken, die mich zu meinem Geburtstag ereilt haben. Hat mich wirklich sehr sehr gefreut. Dankeschön!
Das war aber auch wirklich ein schöner Tag. Erst morgens der Geburtstags-Jogg an der Elbe, dann am Nachmittag Bescherung durch Anna und am Abend war die Bude mit 20 Leuten wirklich gut gefüllt. Anna hat mir (und den Gästen) dann zwei riesige Töpfe Lauchsuppe zubereitet. Die esse ich einfach gerne. Und natürlich gibt es dazu auch eine kleine Geschichte zu erzählen.
Im vergangenen Jahr wollten wir unseren Gästen nämlich auch schon eine solche Suppe anbieten. Und weil Anna alles besonders gut machen wollte, hatte sie das Mahl schon am Vortag angesetzt. Was wir nicht wussten – so was sollte man mit einer Lauchsuppe nicht unbedingt machen. Als wir sie am nächsten Tag vom Balkon holten und den Deckel lüfteten waren die was-weiß-ich-wievielen-Liter umgekippt. Nein, nicht so umgekippt – sondern so umgekippt: Sauer!!
Damals blieb uns nichts anderes übrig, als die ganze Geburtstagsgemeinschaft mit Pizza vom Pizza-Service zu verköstigen. War auch irgendwie lustig, aber eben nur irgendwie.
Diesmal sollte alles besser laufen, und das tat es auch.
Obwohl ich mit den letzten Gästen bis nachts um 3 Uhr in der Küche getagt hatte (nachts getagt?! Hm), konnte ich mich am Dienstag zum nächsten Lauf aufraffen. Leider mal wieder mit dollen Schienbeinbeschwerden. Interessanterweise wurde das nach einer halben Stunde unter Belastung deutlich besser! Also Sachen gibt es, die gibt's gar nicht.
Mittwoch war dann Rad angesagt. Nun ja, ich würde auch lieber ins Büro gehen, das könnt Ihr mir glauben. Aber wenn ich nun mal frei habe, dann musste ich mich doch wenigstens aufraffen und mit Norman ein Ründchen im kalten Norden drehen. Recht überraschend kam übrigens auch Volker mit. Genau, Volker, der sich nach einigen Jahren der Pause (man kann da getrost auch von einem oder zwei Jahrzehnten sprechen) im April an den Start des Hamburg-Marathons wagen möchte.
Apropos: Volker hat Post geschickt. Sehr selbst:
"Hallo liebe Pa’a-Fans,
Mathes hatte ja schon angekündigt, dass ich jetzt ab und zu hier meine Berichte zum Besten gebe. Ich hatte das eigentlich gar nicht vor, denn immerhin ist mein persönliches Ziel „nur“ ein Marathon und kein Ironman. Ich hoffe also, dass ich euch damit nicht allzu sehr langweile.
Wie ich schon in einem Kommentar geschrieben habe, geht es bei mir darum, endlich wieder den regelmäßigen Sport (bei mir Joggen und ab und zu Rad) in meinen Alltag einzubauen. Dazu war ich in den letzten zwei Jahren nach der Geburt meines zweiten Sohnes Bennet nicht mehr in der Lage. Nach der Geburt meines ersten Sohnes Lennard (jetzt 3 Jahre - Mathes ist sein Patenonkel), habe ich noch gejoggt, sogar regelmäßig, aber mit den zwei Jungs und einem neuen Job war das irgendwie nicht mehr drin. Sicher, ich hätte auch abends um 21 Uhr los laufen können, aber da wollte ich auch noch was von meiner Frau haben.
Aber jetzt gelten keine Ausreden mehr. Denn seit Mitte Oktober habe ich mich wieder aufgerafft. Seitdem Laufe ich regelmäßig drei Mal pro Woche. Das tat am Anfang ganz schön weh. Zwar baue ich doch schnell auf, früher war ich mal ein ganz passabler Läufer ( Marathonbestzeit 2:52, 1000 m: 2:29 min), aber das ist schon Jahrzehnte her. Jetzt bin ich 46 Jahre alt und habe durch die 1,5 Jahre ohne jeglichen Sport einiges an Übergewicht. Ich weiß nicht, was euch motiviert hat Sport zu treiben, aber als ich meine letzten Urlaubsbilder von Ibiza Anfang September sah, dachte ich: "Wer ist denn die dicke Qualle auf den Bildern?" Unglaublich – aber es war die Initialzündung, mich wieder aufzuraffen.
Und jeder Anfang fällt schwer. Mit 82 Kilo bei 176 Zentimeter tat die erste Alsterrunde (7,4 km einmal rum plus 1,8 km An- und Ablauf) ganz schön weh. Aber schon beim zweiten, dritten und vierten Mal ging es viel leichter. So arbeitete ich mich langsam von 50 min pro Runde auf jetzt 38 bis 40 Minuten runter. Das ist auch mein absolutes Wohlfühltempo.
Warum habe ich eigentlich nicht regelmäßig trainiert in den vergangenen Jahren? Hochs und Tiefs, meinte ja Mathes. Nun, ich glaube eher, ich hatte einfach das Gefühl, ich bräuchte keine sportlichen Ziele mehr. Leistungssport hatte mein ganzes früheres Leben geprägt. Jetzt wollte ich nur noch just-for-fun Sport treiben. Aber dann fällt man eben doch leichter in Motivationslöcher und so habe ich mich dieses Mal entschieden dem vorzubauen und habe mich beim Hamburg-Marathon angemeldet. Ich glaube, ich brauche diesen Druck. Und um den noch zu erhöhen, habe ich mich ja auch überreden lassen zu bloggen. Damit ihr mir alle schön ins Gewissen redet, wenn es mal nicht mehr so einfach läuft. Wie ist das eigentlich bei euch? Gibt es unter euch Eltern, die trotzdem regelmäßig Joggen, Rad fahren oder Schwimmen? Wie macht ihr das? Ich habe das bei Lennard noch mit einem Babyjogger versucht, aber er hatte andauernd Augenentzündungen danach und wurde krank. Und zu zweit mit der Doppelkarre war es auch schwierig, weil beide nach rund 30 Minuten keine Lust mehr hatten. Tja.
Doch jetzt zum Alltag. Hier noch kurz zur vorletzten Woche:
Über den herrlichen 26-Kilometer-Lauf durch das Hamburger Schneetreiben hat ja Mathes schon geschrieben. Ich kann von meiner Seite nur sagen, dass es ein wunderschöner Lauf war. Bis, ja bis sich Mathes verabschiedet hatte und ich noch eine halbe Runde alleine nach Hause laufen musste. Kaum war er weg, wurden die Beine ganz schön schwer. Schon bemerkenswert wie einen gute Gespräche und die Nähe des besten Freundes so ablenken können!
Am vorletzten Freitag bin ich dann zu Norman (Lauflunge) gefahren. Ich nahm meine aktuellen Schuhe mit. Und was soll sich sagen, Norman schaute entsetzt. Erstens waren sie wohl eine Nummer zu klein für meine Füße (kein Wunder, das meine Zehen mir immer geschmerzt haben) und zweitens waren sie nach der Produktionsnummer zu urteilen schon fünf Jahre alt!!
Ich bin mir aber sicher, dass ich die Dinger vor erst maximal drei Jahren bei Sport-Karstadt erstanden habe. Kann es sein, das dort zwei Jahre alte Schuhe verkauft werden? Habt Ihr auch schon solche Erfahrungen gemacht? Und wie alt sind eigentlich eure Schuhe? Ich jedenfalls, bin jetzt stolzer Besitzer eines neuen Paar Asics GT 2140. Und freue mich nebenbei darüber, dass ich nun Schuhgröße 42 habe!!
Vor drei Tagen bin ich damit dann die ersten zwei Runden um die Alster gelaufen. Resultat: erste Runde absolut auf Wolken gelaufen. Ich habe die Dämpfung richtig gespürt – die alten Treter waren wohl doch tot.
So, und nun meine vergangene Trainingswoche:
Wochenende obligatorisch frei für Familie
Montag: 2 Stunden Rolle
Dienstag: frei
Mittwoch: 2,5 Stunden Rad mit Mathes und Norman (immer schön im Windschatten)
Donnerstag: 1 Stunde Rolle
Freitag: 1:35 Minuten Laufen
Samstag: 1 Stunde Rolle
Gesamt: 8 Stunden
Ach ja, und seit Oktober habe ich schon sieben Kilo abgespeckt. Stehe jetzt bei 75 Kilogramm. Viel weniger soll es gar nicht werden. Aber noch ein bisschen Umverteilung von Fett in Richtung Muskel – und die sind ja bekanntlich schwerer! – wäre prima. So, das war jetzt fürs Erste Mal. Ist wohl etwas länger geworden.
Liebe Grüße, Volker"
Leute,
so ist er der Volker. Immer erst "nee, ich will nicht, und nicht so weit, und nicht so schnell, und überhaupt", und dann macht er 8 Stunden Training, ohne Schwimmen, aber mit zwei Kindern, Frau und was weiß ich was. Na, aber doch auch sehr sympathisch.
Den Hammer finde ich die Geschichte mit den Laufschuhen. Es ist ja nur eine Frage, aber dennoch ist sie sehr interessant: Verkaufen solch Große Läden Schuhe, die schon seit zwei Jahren auf Lager liegen? Dünsten die Gummimischungen solcher Schuhe auch ohne Belastung, im Regal liegend, ein wenig aus und verlieren an Elastizität? Also mich würde das mal sehr interessieren.
Herrlich natürlich auch, dass Volker mal eben mit Schuhen rumrennt, die ihm überhaupt nicht passen – und das zwei Jahre lang. Vielleicht sollte er sich auch mal seine Jeans eine Nummer größer kaufen, dann klingt die Stimme auch nicht mehr so hoch. Tschuldigung – ein dummer Scherz meinerseits. Aber so ist es ja nun mal mit dem Schaden und dem Spott.
Jedenfalls, das mit der "Qualle" hat sich längst erledigt. Der Junge sieht schon wieder aus wie aus einem Guss. Sehr bemerkenswert. Und eben hat er mir erzählt, dass er – ob der familiären Belastung – heute morgen um 6 Uhr über zwei Stunden lang gelaufen ist. Ich sag es ja. Erst immer "nee, keine Zeit, keine Ziele, zuviel zu tun, und die Kinder, und meine Frau, und und und", aber dann morgens um sechs an die Alster. Herrlich verrückt!
Jutchen, bei seiner ersten Radrunde hat er jedenfalls am vergangenen Mittwoch gut mit Norman und mir mitgehalten. Auch da natürlich wieder zu Beginn "nee, bloß nicht so schnell, bitte nicht so weit, ich immer nur im Windschatten". Aber dann hat es doch gut geklappt. Ausgerüstet mit allem PiPaPo hörten Norman und ich nur immer wieder "oje, mein Puls, schon 145, jetzt 147, jetzt 144" und so weiter, aber sonst hat es wirklich viel Spaß gemacht mit meinem lieben Freund. Ich werde mal sehen, ob ich diese Woche noch bei ihm vorbei schaue, und ihm eine Halterung fürs Laptop auf dem Lenker baue. Dann kann er immer gleich den gefahrenen Meter auswerten. So ist er halt, ein Technikverliebter.
So, jetzt aber genug Späße über Volker. Der Typ hat es drauf, und ich bin jetzt schon gespannt, wie bei Euch die Zeilen von ihm angekommen sind, wo er seine früheren Zeit genannt hat. 2:29 Minuten auf 1000 Meter! Hallo?!
Nur zu verständlich, dass so jemand auch mal ein paar Jahre Frei vom Leistungsstress haben möchte! Und ich habe jetzt schon Angst, wenn er irgendwann mal beim gemeinsamen Joggen an der Alster ernst macht.
Zurück zur Woche: Am Donnerstag konnte ich mich zu einem Läufchen an der Elbe durchringen, bei dem ich eine Runde im Jenisch-Park dran hängte. Ich weiß nicht, ob es am Kineso-Tape lag, welches mir mein Schulter-Physio Uwe Otto geklebt hat, aber die Probleme mit den Schienbeinen hielten sich in Grenzen. Vielleicht ja auch, weil ich von Beginn an mein eigenes Tempo lief.
Denn am Samstag – Freitag hatte ich so einiges zu tun und konnte mich nicht zum Training aufraffen – lief ich die erste dreiviertel Stunde mit Anna, und da schmerzte es doch schon wieder mehr. Also stellt sich die Frage, ob es vielleicht besonders stark auftritt, wenn der Schritt nicht mein Eigener ist?
Schön war es natürlich trotzdem, mit Anna zu laufen. Wieder typisch: Ewig macht sie nichts, und dann rennt sie gleich eine Dreiviertelstunde mit mir in eine Richtung. Sprich: Nach 1,5 Stunden war sie wieder zu Hause.
Ich aber nicht. Ich lief noch zwanzig Minuten weiter Richtung offenes Meer, gönnte mir am Ende von Blankenese den Waseberg (da fahren die Radprofis beim Weltcup immer hoch), und machte mich erst dann wieder auf den Rückweg.
Und war das kalt?! Schon auf dem Hinweg hatten Anna und ich gemeint, dass es bannig kalt sei. Aber erst nachdem jeder einzelne von uns irgendwann um 180 Grad rückdrehte, wurde uns klar, dass der Wind, den wir vorher nicht realisiert hatten, nun direkt von vorne kam. Puh und Brrr.
Nur gut, dass ich meine Super-truper-absolut-dicht-und-wetterfest-über-hyper-dyper-Jacke trug, die Anna mir geschenkt hatte. An den Oberschenkeln nutzte mir diese jedoch nichts. Kalt, kalt, kalt. Und trotzdem war es sein super Lauf. Herrlich locker, sehr elastisch, guter Schritt, gutes Tempo. Alles prima! Nach 2:04 Stunden war ich dann wieder zu Hause. Gar nicht schlecht. Schließlich hatten wir am Vorabend einigen leckeren Weißwein mit Freunden geköpft, die uns besucht hatten.
Am gestrigen Sonntag dann die obligatorische Viertel-nach-zehn-Verabredung mit den Jungs von Norman. Schön easy los, und auch das grau-in-grau-kalte Wetter konnte uns nicht abhalten. Erneut waren elf Jungs und ein Mädel am Treffpunkt.
Was ich nicht wusste, war dass einige der Jungs anscheinend die Runde um eine Stunde verlängern wollten. Klar, kann man machen. Nur habe ich, wenn ich im Winter drei Stunden fahre, nur eine Radflasche und keinen Riegel dabei. Die Verlängerung war somit suboptimal.
Naja, nichts, was einen so richtig aus der Reserve lockt. Wie schon einmal vorvergangene Woche beim Joggen erzählt: Überraschungen können auch abhärten. Was ich allerdings partout nicht wollte, war über den Deich zurück fahren. Der ist nämlich derzeit für mich Nomansland. Und so bog ich, für alle Beteiligten gut sichtbar weil vorne fahrend, nach kurzer Zeit auf dem eingeschlagenen Rückweg rechts ab und zockelte durch meine geliebten einsamen Vierlandenstraßen – alleine.
Tatsächlich arbeitete ich noch recht konzentriert und war letztlich nach 3:59 Stunden und 105 Kilometern wieder zu Hause. Hat das Essen von meiner Liebsten geschmeckt!! Wow.
Hier die Wochenzusammenfassung:
Montag: 1 Stunde Laufen
Dienstag: 1 Stunde Laufen
Mittwoch: 3 Stunden, 75 Kilometer Rad
Donnerstag: 1:05 Stunden Laufen
Freitag: Unmotiviertes Frei
Samstag: 2:04 Stunden Laufen
Sonntag: 4 Stunden, 105 Kilometer Rad
Gesamt: rund 12 Stunden
Ja gut, das geht wohl in Ordnung. Das alles noch immer ohne jegliches Schwimmen, was mich nicht gerade stolz macht. Mal sehen, wohin das noch führt.
Nichts desto trotz wird hier erst einmal in aller Ruhe ein schöner Grundlagenteppich geknüpft. Übrigens, wenn ich höre, was die Jungs aus der Sonntagsrunde so trainieren, dagegen bin ich ein Waisenknabe. Da sind die 15 Wochenstunden schon so gut wie gesetzt, inklusive Koppeltraining und Trallala.
Na, tausend Wege führen bekanntlich nach Rom. Und ich hoffe, dass es zumindest einige auch zum Ironman gibt. Ich persönlich zumindest, freue mich nach der Sonntagsrunde immer, wenn es zu Hause heißen Kakao mit Kuchen gibt, und ich nicht gleich in die Laufschuhe muss. Aber wie sagt man in Köln, "Jeder Jeck ist anders!", und so drücke ich jedem Sportler und jedem Trainingssystem die Daumen, dass sie zum letztlichen Erfolg führen.
Aah, fällt mir noch ein. Gestern kam Matthias Fackler vorbei, um sich eins meiner Bücher abzuholen. Das hat mich sehr gefreut. Er ist nämlich, wie seine Freundin auch, von unserem Lanzarote-Projekt so begeistert gewesen, dass er schlichtweg zum Triathleten wurde. Und wenn es Euch geht wie ihm, und Ihr manchmal nicht wisst, wo Ihr Sonntags morgens Radfahren sollt, dann kommt einfach am Billwerder Neuen Deich (10.15 Uhr), an der Golfanlage vorbei. Aber bringt sicherheitshalber ein, zwei Riegel mit, man weiß nie, was den Jungs so einfällt.
Und wer jetzt noch eine kleines Weihnachtsgeschenk benötigt, der sollte einfach rechts oben auf das Buch klicken! Ein wenig Werbung in eigener Sache wird hier mal erlaubt sein, hoffe ich.
In diesem Sinne. Herzlichst, Euer mathias
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